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Imperialismus und Krieg

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Diskussionsbeitrag von Georg Kümmel

Vorwort

Wir erleben die Zunahme von internationalen Konflikten. Die marxistische Theorie geht davon aus, dass sie in letzter Instanz von ökonomischen Ursachen angetrieben werden. Wie sich die wirtschaftliche Konkurrenzsituation zwischen Staaten und Blöcken entwickelt hat, wird in der öffentlichen Diskussion kaum thematisiert. Die Frage drängte sich mir auf: Wenn bereits vor über 100 Jahren der Streit um die Aufteilung der Welt eine derartige Zuspitzung erfahren hatte, dass er in den I. und später II. Weltkrieg mündete, wo stehen wir dann heute? Es war naheliegend, die Analyse Lenins in seiner berühmten Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ mit der jetzigen Situation zu vergleichen.

Eine Schwierigkeit bestand darin, globale Zahlen insbesondere zum „Kapitalexport“ richtig einzuordnen. Die Kapitalisten versuchen bekanntlich mit allen möglichen Tricks, Wege und Orte ihrer Geldanlagen zu verschleiern, um Steuern zu vermeiden. Gleichzeitig gibt es internationale Anstrengungen, die Kapitalströme zwischen den Staaten möglichst weitgehend zu erfassen. Das führt zu Widersprüchen in den Statistiken. Im Großen und Ganzen kann man meiner Meinung nach dennoch davon ausgehen, dass die Entwicklungen und Verhältnisse für den Zweck der vorliegenden Untersuchung durch die internationalen Erhebungen ausreichend genau abgebildet werden.

Ich gebe wann immer möglich die meist online-verfügbaren Quellen als direkte Links an, in den Fußnoten bzw. in den Grafiken, damit LeserInnen sich bei Interesse Zahlen und Fakten und deren Kontext selber anschauen können.

Oft steht bei den Quellenangaben ergänzend: ‚eigene Berechnungen‘. Damit sind in der Regel ganz einfache Operationen gemeint, wie die Berechnung von Prozent- oder Durchschnittswerten. Die Frage, auf welcher Grundlage sich der imperialistische Konkurrenzkampf entwickelt und wohin er die Welt treibt, ist von zentraler Bedeutung. In der vorliegenden Schrift habe ich mich bemüht, längerfristige Entwicklungen nachzuvollziehen und in groben Umrissen Perspektiven daraus zu entwickeln. Sie kann und will nicht tagesaktuell sein, sondern will Erklärungen für die in den kommenden Jahren zu erwartenden ökonomischen, politischen und militärischen Auseinandersetzungen anbieten.

Das Format der Online-Publikation bietet gleichzeitig die Möglichkeit, in regelmäßigen Abständen die Statistiken fortzuschreiben, Kritik und Anregungen aufzunehmen und neuere Entwicklungen, die sich zu einem Trend verfestigen, zu berücksichtigen. Diese Schrift soll Anstoß und Einladung zur kollektiven Diskussion sein, deren Ergebnisse zur Verbesserung späterer Auflagen beitragen können. (Kontakt zum Autor über die Sozialistische Alternative (SAV): info@sav-online.de).

An dieser Stelle möchte ich allen, die mir schon jetzt mit Kritik, Korrekturen, Ergänzungen sowie mit der Erstellung der Grafiken und beim Layout geholfen haben, einen besonders großen Dank aussprechen.

Georg Kümmel, Köln, September 2018

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