„Jetzt erst recht!“

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dortmund_gdlStreikkundgebung der GDL in Dortmund

Am 8.11. fand vor dem Dortmunder Hauptbahnhof eine regionale Streikkundgebung der GDL statt. An dieser beteiligten sich insgesamt ca. 60 Menschen. Neben LokführerInnen, ZugbegleiterInnen, Zugchefs, BordgastronomInnen und FahrdienstleiterInnen von der GDL waren auch einzelne Mitglieder anderer dbb-Gewerkschaften und fünf GenossInnen der SAV, von derLINKEN und von Linksjugend[’solid] vertreten. Wir verteilten binnen kurzer Zeit alle einhundert vorhandenen Streikzeitungen an PassantInnen auf dem Bahnhofsvorplatz.

Von Jan Hagel

Die Stimmung der Streikenden war kämpferisch, besonders die massive Medienhetze gegen ihren Streik und ihre Gewerkschaft sorgte für Aufregung. „Zuerst war ich gegen den Streik, aber nach diesen Berichten in den Medien habe ich mich umentschieden.“, erzählte ein Lokführer. Mehrere KollegInnen sagten, sie seien erst vor kurzem in die GDL eingetreten bzw. hätten aus der EVG herüber gewechselt.

Die Beteiligung am Streik war laut den anwesenden KollegInnen relativ gut, wenn auch nicht perfekt. Neben verbeamteten LokführerInnen hätten auch EVG-Mitglieder dafür gesorgt, dass noch einige Züge fuhren. Einige Lokführer aus Münster gaben an, dass manche KollegInnen durch die Hetze der Medien und der Regierungspolitiker vom Streik abgehalten wurden. Insgesamt war jedoch eine „Jetzt erst recht“-Stimmung zu spüren. Es gehe beim Streik nicht nur um die Forderungen nach mehr Lohn und Arbeitszeitverkürzung, sondern auch darum für welche Berufsgruppen die GDL Tarifverträge abschließen darf. Das geplante Gesetz zur „Tarifeinheit“ schätzten die Kollegen als einen wichtigen Grund für die gegen sie gerichtete Kampagne ein, die von Medien, Regierung und Arbeitgebern gemeinsam betrieben werde. Das Gesetz solle damit legitimiert und zusätzlich von den Forderungen der GDL abgelehnt werden. Nach ihrem Sieg vor dem Arbeitsgericht gegen den Versuch der Bahn, den Streik verbieten zu lassen gingen viele Streikende aber davon aus, dass auch die Tarifeinheit vom Verfassungsgericht für grundgesetzwidrig erklärt werden wird.

Viele Streikende zogen für sich politische Konsequenzen aus dem Verhalten von Arbeitsministerin Nahles und diversen SPD-PolitikerInnen: „Die SPD ist unwählbar geworden“. Ein Kollege äußerte die Hoffnung, dass es ihr wie der FDP ergehen werde, denn: „SPD steht für Schienen-Personal-Diktatur.“

Die Kundgebung war ein motivierendes Erlebnis, bei weiteren Streiktagen werden wir die KollegInnen wieder unterstützen. 500 zusätzliche Streikzeitungen sind schon bestellt.