Hong Kong: Hintergrundbericht

Foto: http://www.flickr.com/photos/georgebabbitt/ CC BY-NC-SA 2.0
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Wut auf die Polizeigewalt heizte spontane “Regenschirmrevolution” an

Dieser Artikel erschien am 30. September 2014 auf der CWI-Website. Inzwischen haben sich die Ereignisse weiterentwickelt. Trotzdem veröffentlichen wir diesen Artikel hier, weil er wertvolle Informationen ĂŒber die Prozesse der letzten Wochen enthĂ€lt.

von Vincent Kolo, chinaworker.info

Dies war das Wochenende, das in Hong Kong alles geĂ€ndert hat. Massenwiderstand der Bevölkerung auf den Straßen, bei Nacht und Tag, mit Massenversammlungen von 100.000 und bis zu 180.000, deren Speerspitze die Jugend und ein eine Woche langer Studierendenstreik waren, zwangen die nicht gewĂ€hlte Hong Konger Regierung und Tausende von schwer bewaffneten Angehörigen von Polizeisondereinheiten, zum RĂŒckzug zu blasen.

Globale Medien, die den beispiellosen Charakter dieser Ereignisse erfassen, nennen es ein „historisches Patt“. Die Massenproteste wachsen weiter und seit dem Sieg ĂŒber die massiven Polizeiangriffe von Sonntag gibt es ein enormes GefĂŒhl des Selbstvertrauens. Dies stellt in den Worten von Associated Press einen „schweren RĂŒckschlag“ fĂŒr das antidemokratische Programm von Pekings Regime in Hong Kong und in China dar.

Der schlimme Polizeiangriff von Sonntag (28. September) erzeugte in der ganzen Gesellschaft Schock und Wut in einem Ausmaß, dass zuvor nicht zu sehen war. Dies ist die schwerste politische Krise in Hong Kong seit dessen RĂŒckkehr unter chinesische Herrschaft 1997. Es gibt ein paar Merkmale einer vorrevolutionĂ€ren Lage. Die Regierung ist in einer tiefen Krise und hat einen Verlust an Kontrolle und AutoritĂ€t erlitten. Den Staatsinstitutionen – besonders der Polizei – wird jetzt weithin mit Misstrauen und Verachtung begegnet. Der schwachen „Autonomie“ des Territoriums als einer Sonderregion von China wird jetzt weithin misstraut oder sie wird von der Mehrheit der Menschen in Hong Kong als Fake abgelehnt.

Aber diese Bewegung ist fast völlig ohne Organisationen, Programm oder FĂŒhrung. Das entspricht einem Muster, das wir in Ă€hnlichen Protestbewegungen auf der ganzen Welt gesehen haben. Es gibt eine mĂ€chtige Antiparteienstimmung innerhalb der Demonstrationen, und wĂ€hrend die bĂŒrgerlich-demokratischen Oppositionsparteien von Hong Kong weiterhin ErklĂ€rungen abgeben, in denen sie sich mit der Bewegung identifizieren und die meisten Medieninterviews monopolisieren, sind die Parteien bei den Protesten vor Ort fast völlig abwesend.

Dieses „spontane“ Modell hat sich zwar als mehr als gleichwertig erwiesen, die Bewegung auf den Straßen loszutreten, aber mehr wird erforderlich sein: Schritte zur Organisierung, zum Aufbau demokratischer Streikkomitees und Besetzungskomitees, Ausarbeitung eines klaren Programms von Forderungen, um den Kampf zur Besiegung des antidemokratischen Programms der Regierung vorwĂ€rts zu bringen.

Eine entscheidende Frage ist die Notwendigkeit, die Bewegung ĂŒber die Grenze auszudehnen durch Appelle an die ArbeiterInnen und Jugend auf dem chinesischen Festland, sich dem Kampf gegen Chinas Einparteien- (KPCh-)Diktatur anzuschließen. Klar ist, so lange die KPCh herrscht, werden demokratische Wahlen in Hong Kong – der Hauptfokus dieser Bewegung – nicht möglich sein und nur der Sturz dieses Regimes wird diesen Weg freimachen. Diese Aufgabe erfordert grĂ¶ĂŸere KrĂ€fte als die Massen von Hong Kong alleine aufbringen können. Statt an die US-Regierung oder den ehemaligen Kolonialherrn Britannien um UnterstĂŒtzung zu bitten, wie es manche pandemokratischen Organisationen machen (fĂŒr den US- und britischen Kapitalismus werden GeschĂ€ftsabschlĂŒsse mit China immer Vorrang vor Sorgen ĂŒber Demokratie und Menschenrechte haben) muss die Protestbewegung VerbĂŒndete unter den ArbeiterInnen und Jugendlichen an der Basis in China und weltweit suchen.

Regenschirmrevolution

Die Bewegung wurde in sozialen Medien weithin als „Regenschirmrevolution” bezeichnet wegen der umgestĂŒlpten Regenschirme, die von Protestierenden als Schutz gegen TrĂ€nengas und besonders Pfefferspray eingesetzt wurden. Am Sonntag, dem 28. September, fĂŒhrte die Polizei Welle nach Welle von TrĂ€nengasangriffen durch – 87 mal nach ihrer eigenen ErklĂ€rung – bei dem Versuch, die Proteste rund um die Regierungszentrale in der AdmiralitĂ€t zu rĂ€umen. Seit 1967, damals unter britischer Kolonialherrschaft, wurde TrĂ€nengas nicht gegen Hong Konger DemonstrantInnen eingesetzt (es wurde von der Polizei 2005 bei Anti-WTO-Protesten eingesetzt, aber die waren nach ihrer Zusammensetzung weitgehend „international“).

Am Montag Abend (29. September) hatten sich massive Menschenmassen, die zusammen ungefĂ€hr 180.000 umfassten, an drei Orten in ganz Hong Kong versammelt. Vereinzelt wurden Barrikaden auf grĂ¶ĂŸeren Straßen errichtet und Sonntag Nacht wurde ein „Generalstreik“aufruf vom Hong Konger Gewerkschaftsdachverband (Hong Kong Confederation of Trade Unions, HKCTU) herausgegeben. Letzteres ist eine extrem wichtige Entwicklung – auch das ist beispiellos in Hong Kong, dass ein politischer Streik angekĂŒndigt wird; in der Vergangenheit waren die UnterstĂŒtzer des CWI, Socialist Action, die einzigen, die darauf gedrĂ€ngt haben – auch wenn die Beteiligung der ArbeiterInnen am Streik in diesem Stadium sehr begrenzt ist.

UniversitĂ€tsstudentInnen, denen sich zunehmend SchĂŒlerInnen anschlossen, die großen Druck und Drohungen von Schulbehörden ausgesetzt sind, haben den Streik von letzter Woche ausgedehnt mit Streiks und Sit-ins in grĂ¶ĂŸerem Maßstab als bevor. Das Tempo der Ereignisse ist derartig, dass das Hauptziel der Demonstrationen jetzt die Forderung nach dem RĂŒcktritt des Regierungschefs CY Leung ist, eine bereits verhasste Figur, deren Rolle als Kopf hinter dem harten Durchgreifen der Polizei am Wochenende nur die Liste seiner Verbrechen vergrĂ¶ĂŸert.

Rolle der Jugend

Dies ist nicht nur eine Krise fĂŒr Hong Kongs herrschende Elite. Durch krasse BrutalitĂ€t hat die Regierung mit ihrem Versuch, eine „feste Hand“ gegen Demokratieproteste zu demonstrieren – unter Druck von Peking und eifrig bemĂŒht, ihre LoyalitĂ€t zu zeigen – etwas in Gang gesetzt, was potenziell die grĂ¶ĂŸte Herausforderung der Einparteien- (KPCh-)Diktatur in einem Vierteljahrhundert ist.

„Dies ist schon viel grĂ¶ĂŸer als die Behörden von Peking oder Hong Kong erwarteten,” kommentierte Larry Diamond von der Stanford UniversitĂ€t in der New York Times. „Sie haben keine Strategie, um es friedlich zu entschĂ€rfen, denn das wĂŒrde Verhandlungen erfordern, und ich denke nicht, dass PrĂ€sident Xi Jinping das erlauben wird,” fĂŒgte er hinzu.

Es ist nicht ĂŒberraschend, dass China die Internetkontrollen verschĂ€rft hat und Online-suchen fĂŒr Wörter wie „TrĂ€nengas“ und „Besetzung“ blockiert hat und Instagramme verboten hat, die zur Verbreitung von Bildern der Hong Konger Proteste in China verwendet wurden.

Es ist Ă€ußerst bedeutsam, dass diese Bewegung, wie viele andere weltweit, mit der Jugend begann und besonders mit dem Schulstreik, der am 22. September begann. WĂ€hrend dem Großteil der vergangenen zwei Jahre waren UnterstĂŒtzerInnen und SchĂŒler-Mitglieder von Socialist Action allein als BefĂŒrworter eines stadtweiten SchĂŒlerstreiks mit der Idee, dass dies Streiks unter ArbeiterInnen als SchlĂŒsselwaffe im Demokratiekampf auslösen könne. Diese Perspektive wurde beinahe bis ins letzte Detail durch die Ereignisse der letzten Woche bestĂ€tigt.

Die gegenwĂ€rtigen riesigen Proteste und Straßenbesetzungen entwickelten sich aus dem einwöchigen Schulstreik, an dem etwa 13.000 UniversitĂ€tsstudentInnen teilnahmen. Ihnen schlossen sich ungefĂ€hr 1.500 SchĂŒlerInnen von weiterfĂŒhrenden Schulen am Freitag (26. September) an, von denen manche erst 12 und 13 waren. Am Freitag Abend schaffte es eine Gruppe von protestierenden Studierenden, die Kette um den „BĂŒrgerplatz“ zu durchbrechen und dort eine Besetzung zu beginnen. Dies ist nominell ein Platz fĂŒr öffentlichen Protest beim Regierungssitz, der von der Polizei seit Juli im Vorgriff auf „Occupy“-Proteste abgesperrt war.

Etwa 80 Studierende und andere DemonstrantInnen wurden am Freitag und Samstag festgenommen, wobei die Polizei Pfefferspray und rabiate Methoden anwandte. Der 17-jĂ€hrige Leiter der SchĂŒlergruppe Scholarism, Joshua Wong, wurde festgenommen und 40 Stunden lang festgehalten und dann ohne Anklagen freigelassen. AnfĂ€nglich erklĂ€rte die Polizei jedoch, dass gegen Wong drei Anklagen erhoben wĂŒrden einschließlich des schweren Vorwurfs des „Angriffs auf die Polizei“. Die Festnahme von StudierendenaktivistInnen und die exzessive Polizeigewalt waren der Funke fĂŒr die Massenmobilisierungen vom Wochenende.

Gefahr einer Eskalation

Auf dem höchsten Punkt gingen am Sonntagnachmittag 120.000 auf die Straße, um gegen die Polizeirepression gegen die Studierenden zu demonstrieren. Selbst nach den ersten Gasangriffen am Sonntag Abend blieben etwa 50.000 und hielten den Polizeiketten der Polizei-Sondereinheiten stand. Es gab Berichte, die in der Folge dementiert wurden, dass die Polizei den Einsatz von Gummigeschossen vorbereite und gepanzerte Fahrzeuge auffahre, die mit ohrenbetĂ€ubenden „GerĂ€uschkanonen“ ausgestattet seien. In so einer chaotischen Lage ist es schwer zu wissen, ob das falsche GerĂŒchte waren, die vielleicht bewusst gestreut wurden, oder ob die Berichte stimmten und die Regierung dann zögerte und einen RĂŒckzieher machte. Die GerĂŒchte wurden jedoch ernst genommen von den FĂŒhrern der Occupy-Central- (OC-)Bewegung. Man sollte betonen, dass sie beim Studierendenstreik und den Mobilisierungen keine Rolle spielten. Es wĂ€re angemessener zu sagen, dass in den Demonstrationen „mit dem Fallschirm landeten“, sobald es keinen Zweifel mehr gab, wie groß die Bewegung war, und dann eine FĂŒhrungsrolle beanspruchten.

Als Sonntag Nacht die GerĂŒchte von Gummigeschossen und gepanzerten Fahrzeugen umliefen, rief der OC-FĂŒhrer Chan Kin-man die Protestierenden bei der AdmiralitĂ€t zum RĂŒckzug auf. „Es ist eine Frage von Leben und Tod“, sagte er. Selbst FĂŒhrer der Studierendenföderation riefen die Studierenden auf, das Gebiet zu verlassen, was von „Langhaar“ Leung Kwok-hung vom Bund der SozialdemokratInnen offen kritisiert wurde, der die Protestierenden aufrief, die Stellung zu halten.

WĂ€hrend die meisten Protestierenden das HauptprotestgelĂ€nde bei der AdmiralitĂ€t rĂ€umten, kam es zu neuen Besetzungen in zwei anderen Teilen der Stadt. Etwa 3.000 versammelten sich in Mong Kok und machten die Nathan-Straße dicht, die Hauptverkehrsader durch Kowloon. WĂ€hrend dieser Text geschrieben wird, nimmt „Occupy Mong Kok” weiter an StĂ€rke zu. Montag Nacht versammelten sich rund 30.000 dort. Andere kampierten ĂŒber Nacht in Causeway Bay, einem anderen geschĂ€ftigen GeschĂ€fts- und Einkaufsviertel. Also schafften es die Polizeiangriffe nicht, die „Occupy“-Bewegung wie geplant zu unterdrĂŒcken und zu verstreuen. Stattdessen hat der Protest – als Reaktion auf die Polizeitaktik – „Metastasen gebildet“ hin zu vielen Besetzungen, deren UnterdrĂŒckung fĂŒr die Polizei eine viel grĂ¶ĂŸere Herausforderung darstellt.

Dieses Ergebnis stellt einen großen Sieg fĂŒr die Proteste dar, die einer „massiven Machtdemonstration“ der Polizei (wie es Willy Lam, ein liberaler Kommentator beschrieb) standgehalten und gegen sie gesiegt haben. Die Hong Konger Polizei hat sich seit zwei Jahren seit der ersten AnkĂŒndigung von OC minutiös auf das Zerschlagen der Besetzung vorbereitet. Ihre Aufgabe wurde erleichtert durch die wiederholten Verzögerungen und Schwankungen der OC-FĂŒhrer. Dazu gehörte die umfassende Verwandlung der Polizei in eine paramilitĂ€rische Kraft, die Veranstaltung von zahlreichen Drill-Übungen, um den „Kader“ der Polizei als politisches Werkzeug gegen den Demokratiekampf zu hĂ€rten. Doch trotzdem und trotz dem Fehlen einer zusammenhĂ€ngenden Organisation unter den DemonstrantInnen in diesem Stadium scheiterte der Angriff der Polizei angesichts des hartnĂ€ckigen und heroischen Widerstands.

Ende der Illusionen

Grundlage der Tiefe der gegenwĂ€rtigen Krise ist, dass zum zweiten Mal in einem Monat mĂ€chtige Illusionen zerschlagen worden sind, die von der herrschenden Elite ĂŒber Jahrzehnte hinweg unter britischer und dann chinesischer Herrschaft aufgebaut worden sind. Das erste Mal war die Entscheidung von Chinas undemokratischem Fake-„Parlaments“ Nationaler Volkskongress am 31. August, die die Hoffnung auf freie Wahlen zum nĂ€chsten Regierungschef töteten. Diesmal erlitten ihre Illusionen in die Hong Konger Polizei – ‚Asiens feinste‘ – innerhalb einer Nacht buchstĂ€blich einen massiven Schlag. Selbst Fung Wai-wah, der PrĂ€sident der sehr ‚gemĂ€ĂŸigten‘ Gewerkschaft Professioneller Lehrer erklĂ€rte: „die Polizei hat sich selbst zum Feind des Volkes gemacht.“

Bezeichnenderweise war eine der Hauptparolen, die seit den Angriffen von Sonntag Nacht der Polizei zugerufen wurden: „Polizei, streike!“ Dies ist ein Appell an die Polizei, Befehle zu verweigern und stellt zweifellos neue Probleme fĂŒr die Polizeikommandeure dar, da die Moral angeknackst ist und sie gezwungen sind ihre Strategien völlig zu ĂŒberdenken.

Die Zerstörung der jahrzehntealten Illusionen in die Unparteilichkeit des Staats und Hong Kongs geheiligte „Herrschaft des Rechts“ sind ein Ergebnis der zunehmend repressiven und starren Betonkopf-Haltung der KPCh, die ihrerseits die sich vertiefende Krise innerhalb der Diktatur widerspiegelt. Die KPCh erinnert an eine Maschine mit nur einem Gang: Repression. Das Regime ist dabei, „Schockpuffer“ in Form von begrenzten politischen Reformen, die von bĂŒrgerlichen Liberalen gewĂŒnscht werden, zunehmend zu entfernen, statt welche zu installieren. Daher gehen die politischen Perspektiven fĂŒr China zunehmend in Richtung einer sozialen Explosion oder einer Reihe von Explosionen. Mit anderen Worten Richtung revolutionĂ€rer AufstĂ€nde. Einen Vorgeschmack darauf erleben wir jetzt in Hong Kong.

Dies zeigt sich sehr plastisch durch die VerschĂ€rfung des staatlichen Durchgreifens in der westlichen Region Xinjiang mit seiner muslimischen Mehrheit, wo dieses Jahr Hunderte in ZusammenstĂ¶ĂŸen mit staatlichen SicherheitskrĂ€ften getötet wurden und es kĂŒrzlich eine Entscheidung gab, in Teilen der Region BĂ€rte in Bussen zu verbieten! Letztes Jahr verhĂ€ngte ein Pseudo-Gericht eine faktisch lebenslĂ€ngliche Strafe fĂŒr den muslimisch-uigurischen Professor Ilham Tothi wegen des Vorwurfs des „Separatismus“. Aber Tothi wird weithin als ein gemĂ€ĂŸigte Kritiker des chinesischen Regimes gesehen, der fĂŒr Reform statt Revolution eintritt.

Auch in Hong Kong hat das Regime die Leiter weggetreten, auf der die „gemĂ€ĂŸigten“ bĂŒrgerlichen pandemokratischen FĂŒhrer standen, die wenig mehr wollten als eine Einladung zu GesprĂ€chen ĂŒber Änderungen bei den Wahlen. Die „GemĂ€ĂŸigten“ waren bereit, den Großteil von Pekings undemokratischen Vorschriften und Kontrollen zu schlucken als Gegenleistung fĂŒr ziemlich geringe ZugestĂ€ndnisse, aber die lehnten ab.

„Ein Land, zwei Systeme“ unter Druck

Diese Betonkopf-Herangehensweise unterhöhlt schnell die verbliebene Toleranz gegenĂŒber dem Regime, zum Beispiel in Hong Kong, wo viele glaubten, die Stadt könne als eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig demokratische Enklave innerhalb eines autoritĂ€ren China bestehen. Die UnterstĂŒtzerInnen des CWI in Hong Kong und China haben lange erklĂ€rt, dass dies nicht möglich war; entweder wĂŒrde sich der Demokratiekampf ĂŒber ganz China ausbreiten – wobei es durchaus möglich war, dass der anfĂ€ngliche auslösende Funke aus Hong Kongs Protestbewegung kommen könne – was zum Sturz der Diktatur fĂŒhren wĂŒrde, oder die Diktatur wĂŒrde zunehmend versuchen, den demokratischen Freiraum Hong Kongs zu schließen. Dies ist die Dynamik, deren ZeugInnen wir heute sind.

Eine jĂŒngst veröffentliche Umfrage vor der gegenwĂ€rtigen Massenbewegung (in der South China Morning Post) zeigte, dass 53% der Menschen in Hong Kong jetzt kein Vertrauen in die „ein Land, zwei Systeme”-Formel (die Hong Kong einen Grad an Autonomie zugesteht) haben, gegenĂŒber 37%, die gegenteiliger Ansicht sind. Das ist abgestĂŒrzt im Vergleich zu den 76%, die 2007 Vertrauen in das „ein Land, zwei Systeme”-Arrangement hatten. Wie wir in vergangenen Berichten erklĂ€rt haben, werden Hong Kongs „separatistische“ Stimmungen und UnterstĂŒtzung fĂŒr UnabhĂ€ngigkeit von China unausweichlich zunehmen als Ergebnis der gegenwĂ€rtigen Politik der Diktatur.

Aber Peking fĂŒrchtet besonders unter Xi Jinping einen Kontrollverlust – in China und nicht nur Hong Kong – wenn es zulassen wĂŒrde, dass auch nur ein Fenster oder eine TĂŒr fĂŒr „freie Wahlen“ nach dem sogenannten westlichen Modell geöffnet wĂŒrde. Es will nicht nur den demokratischen Prozess der Stadt anhalten, sondern ihn auch umkehren und der Stadt grĂ¶ĂŸere politische Kontrolle auferlegen.

Die Entscheidung des Nationalen Volkskongresses vom August ist nur ein Element in einem Plan, der zum Ziel hat, den Demokratiekampf von Hong Kong in einen KĂ€fig zu sperren. ZusĂ€tzlich zur Militarisierung der Polizei und der VerschĂ€rfung der Kontrollen ĂŒber die örtlichen Medien schließt der Plan die Verringerung der Machtbefugnisse des weitgehend zahnlosen Hong Konger Parlaments ein und die Verlagerung von grĂ¶ĂŸerer Kontrolle, ĂŒber den Haushalt zum Beispiel, an den nĂ€chsten Regierungschef, der „vom Volk gewĂ€hlt wird“ gemĂ€ĂŸ dem vom Beschluss des Nationalen Volkskongress skizzierten Pseudo-Wahlsystems. Es ist diese große Projekt, Hong Kong dichter unter autoritĂ€re Herrschaft zu bringen, das in den letzten paar Tagen gegen die Wand der Massenopposition gelaufen ist.

Massive UnterstĂŒtzung

Der Plan der Regierung, OC zu zerschlagen und zu diskreditieren und auf diese Weise den Proteststurm wegen Pekings undemokratischer WahlvorschlĂ€ge auszusitzen, ist jetzt in Scherben. Trotz massiver Propaganda gegen die Besetzung und greller Warnungen vor „Chaos” und „Gewalt“ ist es offenkundig, welche Seite den Kampf um die öffentliche UnterstĂŒtzung gewonnen hat.

Die South China Morning Post berichtete, dass BĂŒroangestellte auf ihrem Weg zur Arbeit den BesetzerInnen in der Causeway Bay zujubelten. Die Zeitung zitierte einen Buchhalter, der sagte, die Regierung habe „die Macht des Volkes unterschĂ€tzt“. Es gibt viele Berichte, dass PassantInnen Wasser und Nahrung brachten und ihre UnterstĂŒtzung zeigten.

Die riesige Beteiligung am Montag Abend und die Massensprechchöre „Nieder mit CY Leung” zeigen, wo die Bewegung jetzt steht. Die ersten Regungen der Arbeiterklasse, die bisher noch nicht als eigenstĂ€ndige, organisierte und unabhĂ€ngige Kraft in die Demokratiebewegung eingetreten ist, sind fĂŒr SozialistInnen die bedeutsamsten Entwicklungen von allen. Die Resonanz auf den Streikaufruf war zwar gemischt, was die zahlenmĂ€ĂŸige SchwĂ€che der Gewerkschaften in Hong Kong ĂŒber eine lange historische Periode widerspiegelt. Aber trotzdem stellten wichtige Gruppen aus Wut ĂŒber das Vorgehen der Polizei die Arbeit ein. Dazu gehörten etwa 200 ArbeiterInnen in einem Coca-Cola-Werk in Sha Tin, BeschĂ€ftigte der Wasserwirtschaft, BusfahrerInnen, manche Bankangestellte und LehrerInnen.

Occupy Central verdrÀngt

In diesen Kampf ist die zwei Jahre alte „Occupy Central“-Bewegung wenig mehr als eine Fußnote, ein Plan, der nie in die Tat umgesetzt wurde und der seitdem durch die von unten improvisierte „Regenschirm-Revolution“ weggefegt wurde. Wir haben in unserer Kritik an den OC-FĂŒhrern darauf hingewiesen, dass ihre Vorstellung immer ein viel kleinerer und weitgehend symbolischer Protest war, mit nur 10.000 TeilnehmerInnen. AnfĂ€nglich erklĂ€rten sie sogar, dass junge Menschen an der Besetzung nicht teilnehmen sollten. Jeder Aspekt ihres Plan spiegelte Angst vor „radikaler Aktion“ und SpontaneitĂ€t wider. Die Wirklichkeit hat all dies auf den Kopf gestellt.

WĂ€hrend also Teile der kapitalistischen Medien – und wir können verstehen, warum sie das tun – weiterhin die OC-FĂŒhrer als Initiatoren der gegenwĂ€rtigen Massenbewegung darstellen, ist dies ĂŒberhaupt nicht der Fall. Die gegenwĂ€rtige Bewegung entwickelte sich unabhĂ€ngig von den OC-FĂŒhrerInnen, die am Rand standen und weder an den Studierendenstreiks noch an der ersten Welle der Proteste gegen die Polizeigewalt teilnahmen. Dies Ă€nderte sich erst am frĂŒhen Sonntag morgen (28. September), als die Massenbewegung schon volle Fahrt aufnahm und die OC-FĂŒhrer merkten, dass sie „dem Bus hinterher rannten“.

Socialist Action erklĂ€rte schon bei der GrĂŒndung von OC 2013, dass wir zwar den Aufruf zur Massenbesetzung unterstĂŒtzten, dass aber OC auch ein Versuch der „gemĂ€ĂŸigten“ pandemokratischen FĂŒhrer war, ihre beschĂ€digte AutoritĂ€t innerhalb des Demokratiekampfs, besonders unter der Jugend und vielen AktivistInnen, wieder aufzubauen und sich selbst an die Spitze der kommenden Machtprobe wegen der Wahlreform zu stellen. Zwar entsprach die Idee der Besetzung der Stimmung in der Bevölkerung nach radikalerem Kampf, um Demokratie zu erreichen, aber das Ziel der gemĂ€ĂŸigten Pandemokraten war, den Markennamen OC zu nutzen, um radikalere Initiativen von unten abzublocken. Die „GemĂ€ĂŸigten“, die der OC-FĂŒhrung politisch nahestehen und die bis letzten Monat immer noch auf einen Kompromiss mit Peking orientierten, haben in den letzten Jahren große Wahlniederlagen zugunsten radikalerer Pro-Demokratie-KandidatInnen erlitten wegen ihrer VerrĂ€tereien und faulen Kompromisse mit der Diktatur, besonders wegen der vorigen Runde von Wahlreformen 2010.

„Die FĂŒhrer von OC zögerten und verschleppten zu oft,“ sagt Sally Tang Mei-ching von Socialist Action. „Als [OC-FĂŒhrer] Benny Tai Yiu-ting zu den Studierendenprotesten kam, nachdem die Leute zwei Tage der Polizei gegenĂŒber standen, und sagte, er kĂŒndige den Beginn von Occupy Central an, buhten viele und begannen sogar, den Platz wĂŒtend zu verlassen.“

In fast jeder Frage – Timing, Zusammensetzung, Strategie, ganz zu schweigen von dem sehr begrenzten „gemĂ€ĂŸigten“ Programm – waren die OC-FĂŒhrer nicht im Gleichklang mit der Wirklichkeit und der Stimmung der Massen. Selbst ihr gewĂ€hlter Ort, Central, wurde von der tatsĂ€chlichen Entwicklung des Kampfes missachtet. Diese Bewegung ist eher „Occupy Dezentral“ – sie nimmt bewusst einen entwickelten Charakter in verschiedenen Gebieten an, um die Polizei auszumanövrieren. Die gegenwĂ€rtige Bewegung entstand von unten, aus den DemonstrantInnen, die den Großteil der Polizeiangriffe abbekamen, nicht von selbsternannten „FĂŒhrern“.

Socialist Action hat betont, dass eine demokratisch gewĂ€hlte FĂŒhrung der Massenproteste notwendig ist, aber leider nicht da ist, ein Aktionskomitee, um Strategie und Taktik zu entscheiden, das fĂŒr alle Gruppen, Parteien und Gewerkschaften offen ist, ohne dass eine Gruppe versucht, es fĂŒr sich zu monopolisieren.

Ein neuer Platz des Himmlischen Friedens?

Die Ereignisse des Wochenendes haben in den Köpfen von vielen Menschen Parallelen zum Demokratiekampf in China 1989 und der brutalen UnterdrĂŒckung, die auf ihn folgte, heraufbeschworen. In frĂŒheren Artikeln haben wir die Frage betrachtet, wie weit das chinesische Regime bereit sein wĂŒrde zu gehen, um Forderungen nach freien Wahlen in Hong Kong abzublocken. Es findet ein Ă€ußerst scharfer und potenziell explosiver Machtkampf innerhalb der KPCh-Diktatur statt. Xi Jinping kann es sich kaum leisten, schwach zu erscheinen oder eine politische Krise in Hong Kong falsch zu behandeln. Dies könnte zu einem Gegenschlag gegen Xis Position durch die Interessengruppen und „Tiger“ (SpitzenfunktionĂ€re) fĂŒhren, die in den letzten zwei Jahren Ziel von SĂ€uberungen waren.

Gleichzeitig wird Xis Konzentration von noch mehr Macht in seinen eigenen HĂ€nden (ein AbrĂŒcken von den vergangenen 30 Jahren, die mehr eine „Gruppen“diktatur waren) ihm unausweichlich den Schwarzen Peter zuschieben – ohne dass er sich hinter Gleichrangigen verstecken könnte – wenn die Politik des Regimes wie jetzt in Hong Kong spektakulĂ€r fehlschlĂ€gt. Hong Kong stellt jetzt ein grĂ¶ĂŸeres Dilemma fĂŒr Xi und seine Versuche dar, seine Kontrolle innerhalb des Regimes zu festigen. Wie Edward Wong und Chris Buckley in der New York Times festhalten: „
 selbst die kleinsten ZugestĂ€ndnisse [an die Protestierenden von Hong Kong] könnten Signale ĂŒber die Grenze senden, dass Massenproteste Ergebnisse bringen – ein Zeichen der SchwĂ€che. Herr Xi, ein FĂŒhrer, der unerschĂŒtterliche Selbstgewissheit ausstrahlt, scheint entschlossen, das zu vermeiden, wie Analysten auf dem Festland sagen. Und es ist unwahrscheinlich, dass kleine Kompromisse viele der Einwohner von Hong Kong zufrieden stellen wĂŒrden, die die Straßen gefĂŒllt haben.”

In ihrer Entscheidung vom August hat die KPCh den Fehdehandschuh hingeworfen und selbst die minimalen Forderungen der „gemĂ€ĂŸigten“ Pandemokraten beiseite gefegt und damit gerechnet, sie könne die Herausforderung eindĂ€mmen oder unterdrĂŒcken, die damals von einer Ă€ngstlichen OC-FĂŒhrung zu kommen schien. Aber wie wir gesehen haben – und als SozialistInnen warnten wir, dass dies zunehmend möglich wĂŒrde – ist die gegenwĂ€rtige Bewegung nicht zu einem geringen Teil wegen Pekings Unnachgiebigkeit ohne die und trotz der „gemĂ€ĂŸigten“ FĂŒhrung ausgebrochen.

Die anfĂ€nglichen Versuche der MassenunterdrĂŒckung sind – ganz wie mehrere der Gaskanister, die die Polizei geworfen hat – der Regierung auf die FĂŒĂŸe gefallen. Dies zwang CY Leung und die örtlichen SicherheitskrĂ€fte zunĂ€chst in die Defensive. Am Montag kĂŒndigte, wie von der Financial Times berichtet, die Regierung den Abzug der Polizeisondereinheiten von den Straßen an (auch wenn das nur zum Teil wahr war).

Am frĂŒhen Montag morgen wurden die „guten Bullen“ der Abteilung fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der Polizei losgeschickt, um mit den Protestierenden zu verhandeln, „nett“ zu fragen, ob Straßen fĂŒr den Verkehr offen gehalten werden könnten, als ob in der Nacht davor nichts passiert wĂ€re! Bei den Besetzungen in Mong Kok und Causeway gibt es gegenwĂ€rtig fast keine PolizeiprĂ€senz, wĂ€hrend Protestierende beim RegierungsgebĂ€udekomplex in der AdmiralitĂ€t immer noch schwerbewaffneten Polizeiketten gegenĂŒber stehen.

Selbst das Megafeuerwerk im Hong Konger Hafen zur Feier des 65. Jahrestags der GrĂŒndung der Volksrepublik China am 1. Oktober wurde aus Angst vor Protesten abgesagt. Dies ist nur ein Vorgeschmack darauf, wie die gegenwĂ€rtige politische Krise in Hong Kong auf Xi Jinping zurĂŒckfallen und in das Triumphator-Image, das er fördern will, ein Loch machen kann.

Chinas Global Times, ein fanatisches Sprachrohr der Regierung brachte einen englischsprachigen Leitartikel, in dem es hieß: „Die radikalen Aktivisten sind dem Untergang geweiht.“ Auf der chinesischsprachigen Website der Zeitung wurde ein Artikel entfernt, der sagte, die Bewaffnete Volkspolizei, Chinas Antiaufstands- und Antiterroreinheit, könnte der Hong Konger Polizei helfen, die Proteste niederzuschlagen. „UnterstĂŒtzung durch die StreitkrĂ€fte könnte die StabilitĂ€t schnell wieder herstellen“ in Hong Kong, hieß es. Dass solche Aussagen vorlĂ€ufig abgeschwĂ€cht werden, zeigt, dass es selbst in Peking – wo es Anzeichen von Wahrnehmungsschwierigkeiten und einem geringen VerstĂ€ndnis fĂŒr die RealitĂ€ten vor Ort gibt, nicht nur, aber besonders in Hong Kong – jetzt erkannt wird, dass eine explosive politische Krise geschaffen wurde, die sorgfĂ€ltig behandelt werden muss.

Selbst die 5.000 in Hong Kong stationierten Truppen der Volksbefreiungsarmee (VBA) wĂ€ren nicht notwendig ausreichend, um die „Ordnung wiederherzustellen“, das heißt, den Protesten einen entscheidenden Schlag zu versetzen, besonders bei dem zunehmend dezentralisierten Charakter der Bewegung. Der Einsatz chinesischer Truppen wĂŒrde eine noch grĂ¶ĂŸere politische Reaktion riskieren. FĂŒr das chinesische Regime und das Hong Konger kapitalistische Establishment ist die Garnison der VBA nĂŒtzlicher als Abschreckungsmittel, als Drohung als als ernsthafte Absicht.

Das heißt nicht, dass die VBA-Truppen samt VerstĂ€rkungen von jenseits der Grenzen im Fall einer Krise und Spaltungen im örtlichen Hong Konger Staatsapparat und der Polizei nie eingesetzt wĂŒrden. Kurzfristig ist das jedoch unwahrscheinlich. Die Regierungstaktik in den kommenden Tagen wird wie in Taiwan wĂ€hrend der „Sonnenblumenbewegung“ frĂŒher in diesem Jahr der Einsatz von bezahlten Gangstern und pro-KPCh-“Freiwilligengruppen“ sein, die als Provokateure handeln, die ZusammenstĂ¶ĂŸe provozieren, die zur Diskreditierung der Bewegung genutzt werden können und den Vorwand fĂŒr ein erneutes hartes Durchgreifen der Polizei liefern können.

„Nieder mit CY!”

Auch wenn die Lage sich Ă€ußerst schnell verĂ€ndert und scharfe Variationen und VerĂ€nderungen möglich sind, scheint es jetzt, dass das Regime davon Abstand nehmen wird, eine neue UnterdrĂŒckungswelle loszutreten und wahrscheinlich ZugestĂ€ndnisse anbieten wird, vielleicht einen unpopulĂ€ren Regierungsvertreter opfern wird (wie es das schon in der Vergangenheit gemacht hat), um Zeit zu schinden und die Krise vorĂŒbergehen zu lassen.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass CY gezwungen sein wird, den Hut zu nehmen im Interesse der Wiederherstellung der „StabilitĂ€t“ in Hong Kong, auch wenn sowohl Hong Kong als auch das chinesische Regime fĂŒr seinen Abtritt angesichts einer Massenprotestbewegung einen enormen Preis bezahlen mĂŒssten. Es wĂŒrde das Selbstvertrauen der Demokratiebewegung sehr erhöhen und die Idee von kĂŒhnem Massenwiderstand bestĂ€tigen. Der Ruf nach dem Abtreten von CY ist jetzt ein zentraler Schwerpunkt und eine Forderung der Massenbewegung. Selbst die OC-FĂŒhrer haben den RĂŒcktritt des Regierungschefs gefordert, was den Druck der Massenwut ausdrĂŒckt, die sie in diesem Moment spĂŒren. Montag Nacht gab CY eine ErklĂ€rung ab, dass er „keinen Kompromiss machen“ werde – aber wenn sich die Krise hinzieht, wird es zu offenen Spaltungen im Regierungslager kommen, die Druck auf ihn ausĂŒben werden.

Socialist Action ist wĂ€hrend dieser ganzen Bewegung aktiv gewesen und spielt eine wichtige Rolle bei der Organisierung von Streiks unter SchĂŒlerInnen an weiterfĂŒhrenden Schulen durch die Stadtweite Schulstreikkampagne (siehe Link unten). Socialist Action erklĂ€rt, dass wirkliche Demokratie nur erreicht werden kann durch die Verbindung der Massenproteste in Hong Kong mit den kommenden revolutionĂ€ren Erhebungen in China, wo die gigantische Arbeiterklasse die wichtigste Kraft zur VerĂ€nderung der Gesellschaft und zum Sturz der Diktatur ist. Der Kampf fĂŒr wirkliche Demokratie kann nicht gewonnen werden im Rahmen des Kapitalismus, der ĂŒberall, auch in den von den pandemokratischen FĂŒhrern befĂŒrworteten „westlichen Demokratien“ die Kontrolle ĂŒber die Politik durch nicht gewĂ€hlte MilliardĂ€re und Großkonzerne bedeutet. Kapitalismus bedeutet Diktatur entweder durch autoritĂ€re Regime oder durch die FinanzmĂ€rkte. Unsere Alternative ist eine sozialistische Gesellschaft und demokratisch geleitete und geplante Wirtschaft, die die wachsende Armut, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und Leiharbeit zu Niedriglöhnen beseitigen kann.

Innerhalb der gegenwĂ€rtigen Massenproteste steht Socialist Action fĂŒr die Schaffung einer Arbeitermassenpartei in Hong Kong und auch in China, die revolutionĂ€r-demokratische Forderungen mit der Notwendigkeit einer klaren sozialistischen Alternative verbindet.

  • SolidaritĂ€t mit Hong Kongs „Regenschirmrevolution“ von massenhaftem zivilen Ungehorsam, Streiks und Besetzungen!

  • Verbreitet die Streikbewegung! Baut Gewerkschaften und demokratische Streikkomitees der ArbeiterInnen und Studierenden auf!

  • FĂŒr unmittelbare und volle Demokratie in Hong Kong und China! Nieder mit der KPCh-Ein-Parteien-Diktatur!

  • Weg mit CY Leung und seiner nicht gewĂ€hlten Regierung!

  • Nein zur UnterdrĂŒckung – keine neue Gewalt nach Art des Platz des Himmlischen Friedens!