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Alle für Kalle – Kalle für Alle

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VerschobenjZweiten Zwangsräumungs-Versuch wieder blockieren!

Update vom 14. März: „Kalle hat Post vom Gerichtsvollzieher bekommen. Der Zwangsräumungs-Termin, 18. März, wurde aufgehoben! Neuer Zwangsräumungstermin ist der 16. April, 8:00 Uhr!“

Bundesweit hat die Situation von Karl Heinz „Kalle“ Gerigk in den vergangenen Wochen für Aufmerksamkeit gesorgt: Kalle Gerigk, der seit 32 Jahren eine Dachgeschosswohnung in der Fontanestraße in Köln bewohnt, sollte nach einer fragwürdigen Eigenbedarfskündigung durch den neuen Wohnungseigentümer, einem Immobilien-Makler, am 20. Februar zwangsgeräumt werden. Das wurde durch eine Sitzblockade und die große Solidarität vieler Menschen erfolgreich verhindert.

von Georg Kümmel, Köln

Noch am Nachmittag des selben Tages wurde Kalle durch den Gerichtsvollzieher schriftlich der nächste Zwangsräumungstermin für den 18. März angekündigt.

Doch der Widerstand gegen diese gewaltsame Form der Verdrängung ist ungebrochen – die Initiative „Recht auf Stadt“ kündigte an, auch diesen neuen Versuch, einen angestammten Mieter für die Durchsetzung von Profitinteressen gewaltsam aus seiner  Wohnung und seinem Viertel zu vertreiben, zu blockieren.

Die Initiative will auch die politisch Verantwortlichen zur Rede stellen. In einem Offenen Brief an den Kölner SPD-Fraktionsvorsitzenden Börschel schreibt sie:

„Wir wollen aber weiter nicht hinnehmen, dass Kalle Gerigk aus seiner Wohnung und seinem Veedel vertrieben wird und weiter nicht hinnehmen, dass er ohne dauerhafte Bleibe wäre. (…)

Wir weisen erneut darauf hin, dass die Situation von Kalle Gerigk durchaus symbolisch für die verzweifelte Lage von vielen tausend Menschen in dieser Stadt steht: Mieterinnen und Mieter, die nach einer Mieterhöhung zwischen Armut und Auszug wählen müssen. Menschen, die durch Abriss, Luxussanierung oder Anmeldung von angeblichem Eigenbedarf aus der Wohnung gedrängt werden. Menschen mit Durchschnittseinkommen, die in der Stadt trotz langem Suchen keine bezahlbare Wohnung finden. Studierende, die nicht zum studieren kommen, weil sie für Wuchermieten arbeiten müssen und Menschen mit und ohne deutschen Pass, die keine Chance bekommen, aus der Obdachlosigkeit zu gelangen. So kann und darf es nicht weitergehen!“

Das in Köln regierende Bündnis aus SPD und Grünen verspricht, demnächst etwas gegen die prekäre Lage auf dem Wohnungsmarkt tun zu wollen – und betreibt gleichzeitig die Privatisierung von weiteren Wohnungen. In diesem Fall über den geplanten Verkauf der Immobilien-Tochter der Stadtsparkasse an private Investoren.

Die Initiative „Recht auf Stadt“ betont, dass die Kampagne „Alle für Kalle“ genauso gut „Kalle für Alle“ bedeutet, weil es hier um die Interessen aller MieterInnen und Wohnungssuchenden geht und ruft auf:

Kommt alle am Dienstag, 18. März, um 7:00 Uhr in die Fontanestr. im Kölner Agnesviertel!