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Solidarität mit Hasan Abazi

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Foto: Urban Artefakte

Vorsitzender der „Unabhängigen Metallarbeitergewerkschaft Kosovas“ an der serbischen Grenze verhaftet

Am 28. März wurde der Vorsitzende der „Unabhängigen Metallarbeitergewerkschaft Kosovas“ Hasan Abazi von serbischen Polizisten verhaftet. Der Kollege Abazi befand sich auf dem Weg zu einer Konferenz von Metallarbeitergewerkschaften in Zagreb. Jetzt wächst die Solidarität mit Hasan Abazi. Die größte Gewerkschaft der Schweiz „UNIA“ hat auf ihrem letzten Gewerkschaftstag scharf gegen die Verhaftung des Kollegen Abazi protestiert.

von Max Brym

Auf Initiative von albanischen GewerkschaftsaktivistInnen innerhalb von „UNIA“ wurde ein Protestschreiben an die serbische Regierung verabschiedet. Ja“far Sejdiu, Präsident der albanischen AktivistInnen innerhalb von UNIA und andere verteilten das Protestschreiben an alle Delegierten der Gewerkschaft UNIA am 31. März in Bern.

Die Delegierten unterstützten den Protest. In dem Schreiben des Gewerkschaftstages, wird „die sofortige Freilassung des Kollegen Abazi“ gefordert. Neben der Gewerkschaft UNIA haben in der Schweiz auch viele andere Organisationen die sofortige Freilassung des Gewerkschaftsaktivisten Abazi verlangt. Informiert wurde auch die Vereinigung Europäischer Metallarbeitergewerkschaften. Diese verurteilte nun ebenfalls die Verhaftung des Kollegen Abazi (siehe unten). Auch Organisationen wie Amnesty International protestierten beim serbischen Innenministerium.

Der Kollege Abazi ist in Kosova bei den ArbeiterInnen sehr beliebt. Oft kämpfte er zusammen mit ihnen gegen den neoliberalen Privatisierungsprozess in Kosova. Stets forderte Abazi die Rechte der ArbeiterInnen in Kosova ein. Hasan Abazi ist alles andere als ein privilegierter Gewerkschaftsbürokrat. Meist ist er mit abgewetzter Ledertasche bei Streiks und Hungerstreikaktionen von Beschäftigten im Kosova auf der Straße zu sehen. Die Verhaftung von Abazi, welcher seit 1968 als aktiver Gewerkschafter bekannt ist, stellt einen fundamentalen Angriff auf die Arbeiterbewegung Kosovas dar. Aber nicht nur die Arbeiterbewegung Kosovas ist betroffen, sondern auch die internationale Arbeiterbewegung. Der serbische Innenminister Ivica Dacic ging einst bei Slobodan Milosevic in die Lehre. Heute exekutiert die serbische Regierung ein neoliberales Sparprogramm. Jede soziale Leistung wird in Serbien attackiert, um den EU-Stabilitätskriterien gerecht zu werden. Dazu werden kämpferische albanische Gewerkschaftskollegen wie Hasan Abazi aus Kosova verhaftet. Dies ist nicht hinnehmbar. Auch in Deutschland müssen Solidaritätsaktionen mit Hasan Abazi vor allem auf gewerkschaftlicher Ebene gestartet werden.

Dokumentiert: Protestschreiben von der Europäischen Metallarbeitergewerkschaft (European Metalworkers“ Federation), der Europäischen Gewerkschaftsorganisation für Kleidung und Textilien (European Trade Union Federation – TCL) und Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften (EMCEF) vom März 2012

To the Prime Minister of Serbia, Minister of Internal Affairs, Minister of Foreign Affairs, Minister of Justice, Minister of Labour and Social Policy, Minister for Kosovo and Metohija

Dear Sirs,

On behalf of our three organisations, EMF, EMCEF, ETUF-TCL, we wish to express our indignation and surprise on learning of the arrest and detention of Mr. Hasan Abazi, President of the SPMK Industrial Union.

According to our sources, there is uncertainty as to where exactly Mr. Hasan Abazi is being held (possibly at the police station in Vranje) and also as to the exact nature of the charges against him.

We would ask you to personally intervene to ensure that all charges are dropped and that he is immediately released. We particularly insist that charges must be dropped if they relate to past regimes or activities under those regimes. This is totally unacceptable and is not the kind of democracy expected on the part of a country applying for membership of the European Union.

Arbitrarily arresting a trade unionist on his way to a bona fide European trade union meeting, in this way, is also totally unacceptable to the European and Global trade union organisations we represent. Our colleague was in fact travelling from Kosovo to Zagreb for a meeting of the South East European member organisations of the future European Industrial Federation of workers, EIWF, on 29th and 30th March.

We trust that you will use your personal influence to clarify matters and order his immediate release.