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Die unpolitische und verharmloste „Kriegerin“

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Ein Film über Mitgefühl mit geschächteten Schafen und über Nazis, deren Liebe nicht erwidert wird.


 

Dieser Artikel ist eine Vorabveröffentlichung der Februarausgabe der .megafon – sozialistische Jugendzeitung.

Im Großen und Ganzen handelt der Film von Marisa, um die 20, die schon lange Nazi ist und von Svenja,15, die versucht auch in die Szene zu kommen. Ob mit sadistischen Stiefvätern, verzweifelten Müttern oder verstorbenen Kindern, haben alle einen Hass auf all diejenigen, die sie für ihr Elend verantwortlich machen.

Dem Film nach reicht das völlig aus, um radikaler Nazi zu werden. Politische Gründe für Rassismus gibt es nicht. Damit, dass Nazis nur wegen ihres schlechten Umfelds sich den Körper von Oben bis Unten mit Nazisymbolen tätowieren lassen und spontan und explosionsartig aus Streits oder Stimmungen heraus brutale Gewalt verüben vermittelt der Film ganz klar das Bild davon, dass „Nazis nur doof“ sind. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass Marisa eines Tages, konfroniert mit dem Asylbewerber Rasul, irgendwie Mitgefühl empfindet und umdenkt. Denn Rasul bittet merkwürdigerweise nur sie hartnäckig um Hilfe.

Von den bürgerlichen Medien als brillante Milieustudie gefeiert, wird dieser Film jetzt wohl breiten Einzug in die Schulen finden. Aber Nazis sind nicht einfach nur blöd, sondern diskutieren in ihren Kameradschaften, erklären sich die Welt mit Rassismus, lesen politische Texte und haben auch politische Strategien, zu denen selbstverständlich Gewalt gehört. Das verharmlost, denn Nazis sind nicht nur physisch, sondern auch politisch extrem gefährlich, weil sie ihre faschistische Hetze mit pseudosozialen Forderungen verbinden. Bei fehlenden Alternativen kann das verblenden.

Am Anfang und am Ende heißt es: „[…]In einer Demokratie sind alle gleich. Es gibt kein Oben und kein Unten. In einer Demokratie kann jeder Mitbestimmen.[…]“. Diese zentrale Aussage des Films, ist quasi das absurde Topping am Ende des Films. Während Leute in einem der „reichsten“ Länder der Welt durch HartzIV in Armut und Zwangsarbeit landen, werden Billionen über Billionen in Banken gestecktwerden, um deren Profite zu sichern. Eine kleine Minderheit von Superreichen diktiert der Politik, was sie zu tun hat, und wie wir für deren Krisen zu zahlen haben.

Die Ausschnitthafte Darstellung eines Haufen dummer Leute, muss im Unterricht als irreal und verharmlosend angeprangert werden! Nico