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„Bibliothek des Widerstands“

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Die Geschichte linker, außerparlamentarischer Bewegungen


 

Die „Bibliothek des Widerstands“ ist eine Film- und Buchreihe, die der Hamburger Laika-Verlag seit März diesen Jahres in Kooperation mit der Tageszeitung junge Welt herausbringt. Sie behandelt in am Ende mehr als 100 Einzeleditionen die Geschichte des linken, außerparlamentarischen Widerstandes weltweit, seit den sechziger Jahren.

von Nadine

Bisher erschienen sind zum Beispiel eine Ausgabe über den 2. Juni 1967, dem Tag der Proteste gegen des Schah-Besuch in Westberlin die in den tödlichen Schuss auf den Studenten Benno Ohnesorg mündeten; eine weitere Ausgabe befasst sich mit Angela Davis, einer der bekanntesten Vertreterinnen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zur Bekämpfung der Rassendiskriminierung in den 50er und 60er Jahren; weitere Aufgaben befassen sich mit den Unruhen in Athen 2008, mit den Jugendrevolten in Zürich um 1968, mit Chile unter Salvador Allende von 1973 bis 1978 und so weiter.

Jede Edition beinhaltet eine bis drei DVDs und ein circa 100-seitiges Buch mit Textdokumenten und Fotos.

Bisher sind 12 Teile der Reihe erschienen. Ein ambitioniertes Projekt: Am Ende soll die Sammlung laut junge Welt die 100 wichtigsten Filmdokumente zu diesem Thema, die weltweit seit Mitte der sechziger Jahre erschienen sind, umfassen.

Der Laika-Verlag schafft hiermit eine einzigartige Sammlung seltener Film- Text– und Bilddokumente, die nicht nur in linken Kreisen Begeisterung auslösen dürfte. Die „Bibliothek des Widerstands“ bietet die Möglichkeit, Geschichte „von unten“ zu betrachten, aus der Perspektive der Akteure in den Widerstandsbewegungen. Diese Sichtweise wird durch die ergänzenden Texte und Kommentare in einen historischen Kontext gestellt und sachlich abgerundet. Oft kommen verschiedene Akteure und Beobachter zu Wort, sodass der Betrachter am Ende ein umfassendes Bild der jeweiligen Widerstandsbewegungen gewinnt.

Die Begründer des Laika-Verlags kommentieren ihr Projekt wie folgt:

„Geschichte beinhaltet neben Fakten auch wertvolle Erfahrungen, die oft verdeckt sind oder verdeckt werden von denen, für die der Umgang mit der Geschichte nur den instrumentellen Zweck hat, ihre Macht zu erhalten. Sie birgt aber in sich den Keim des Neuen, des Veränderbaren und manchmal den Keim der Umwälzung. Um dieses Emanzipatorische geht es uns. Wir wollen kein Besitztum sichern, sondern aus den Klassenkämpfen der Vergangenheit Erkenntnisse für den radikalen Kampf von heute gewinnen, damit wir die bestehenden Verhältnisse überwinden und Menschen nicht mehr von Menschen ausgebeutet und beherrscht werden. Wenn unsere BIBLIOTHEK DES WIDERSTANDS daran Anteil hat, haben wir unser Ziel erreicht.“

Sich mit der Geschichte sozialer Kämpfe und Bewegungen weltweit auseinanderzusetzen und daraus Lehren für aktuelle Kämpfe zu ziehen ist für uns als revolutionäre MarxistInnen wichtig. Die Bibliothek des Widerstands bietet hierfür eine ausgezeichnete Gelegenheit.

Die Ausgaben sind als Abonnement über die junge Welt oder als Einzelausgaben erhältlich und kosten zwischen 20 und 25 Euro.

Zu beziehen über http://www.jungewelt-shop.de