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Musik nur für Reiche?

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Monopolstellung der Majorlabels


 

Der Preis für Original-CDs liegt heute durchschnittlich bei 15 Euro – ein Preis, den sich nur die Wenigsten leisten können. Gleichzeitig gäbe es mit der Digitalisierung von Medien und dem Internet für jeden die Möglichkeit, kostenlos an Musik zu gelangen. Hier macht allerdings der Staat, angetrieben von den großen Medienkonzernen, dem kleinen Verbraucher einen Strich durch die Rechnung.

von Frederic Schnatterer, Stuttgart

Jugendliche sind von den überteuren Preisen in der Musikindustrie besonders stark betroffen. Nur die wenigsten von uns sind in der Lage, pro Album 15 Euro auf den Ladentisch zu blättern. Obwohl die reinen Produktionskosten für eine CD nur bei ungefähr einem Euro liegen, werden Preise verlangt, die sich kein Normalverdiener und erst recht kein Schüler oder eine Studentin leisten können.

Diese Entwicklung ist vor allem auf die zunehmende Monopolisierung der Majorlabels zurückzuführen. Jährlich wird die Macht der Labels bei abnehmender Anzahl größer. Gab es im Jahr 2000 noch neun dieser Unternehmen, sind es heute nur noch vier. Genauer: EMI, Sony, Universal Music Group und Warner Music Group. Diese verbuchen für sich einen Markanteil von rund 80 Prozent.

Der gleiche Trend ist auch bei den Plattenläden zu erkennen. In Deutschland sind es Saturn, Media Markt und Co., welche langsam aber sicher kleinere, traditionell nur auf den Vertrieb von CDs und Schallplatten spezialisierte Plattenläden ins Aus und den Bankrott drängen. Ungefähr 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vertrieb aller CDs entfallen heute auf die großen Ketten.

Dadurch ist es den Labels und Musikketten möglich, einen Preis zu diktieren, welcher in keinerlei Zusammenhang mit den Produktionskosten steht.

Marktwirtschaft tötet Musik!

In der kapitalistischen Wirtschaft sind die Unternehmen nur darauf aus, immer mehr und mehr Profit zu erzielen. Den großen Plattenlabels geht es nicht darum, uns zu guter Musik zu verhelfen oder begabte KünstlerInnen zu fördern.

Unter diesen Entwicklungen haben sowohl Qualität der Musik als auch Vielfalt zu leiden. Da es nur um die Verkaufszahlen geht, haben kleinere KünstlerInnen oder Bands, welche nicht in das Mainstreamhorn blasen, oftmals keinerlei Chance. An ihnen besteht kein Interesse, da sie nicht genug Geld einbringen.

Kriminalisierung von Jugendlichen

Durch die weite Verbreitung des Internets bestünde heute die Möglichkeit, allen Bevölkerungsschichten freien Zugang zu Musik zu gewähren. Diese Entwicklung hin zu frei verfügbarer und kostenloser Musik im Internet ist den Majorlabels und Vertrieben ein Dorn im Auge. Dadurch ist ihre „Vermittlerrolle“ zwischen Künstler und Konsument unnötig geworden.

Um dies zu verhindern und um an zukünftigen Profiten festzuhalten, setzen die Musikkonzerne einerseits auf technische Kopierschutzmaßnahmen und andererseits auf eine Verschärfung des Urheberrechts. In diesem Sinne gab es in den letzten Jahren vor allem in den USA und der EU Gesetzesneuerungen, welche erhebliche Erhöhungen von Bußgeldern und sogar Haftstrafen für den Verstoß gegen das Urheberrecht vorsehen. So sieht der Copyright Act Schadensersatzleistungen von bis zu 150.000 Euro vor, der NET-Act droht mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren!

Damit werden vor allem Jugendliche kriminalisiert, die sich die Preise in den Läden einfach nicht leisten können und trotzdem nicht auf Musik verzichten möchten!