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Lokführer-Streik: Sie haben Recht!

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Streikende brauchen unsere volle Unterstützung


 

Mit ihren Streiks für 2.500 Euro Bruttolohn und für eine Stunde Arbeitszeitverkürzung zeigen die Lokführer, wie wir der Politik von Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen etwas entgegensetzen können.

von Eckhard Geitz, Kassel

Bei der GDL-Gewerkschaft handle es sich um Egoisten, heißt es.

Von Mehdorn – der mit 3,2 Millionen Euro im Jahr das 135-fache eines Lokführers kassiert – ist nichts anderes zu erwarten.

Doch dass die Führung einer Gewerkschaft wie Transnet ins gleiche Horn bläst und quasi die Millionenprofite der Bahn als unantastbar erklärt, ist ein Skandal!

Der Streik ist im Interesse aller Bahn-Beschäftigten

Für die bei Transnet organisierten KollegInnen würde ein Erfolg im Arbeitskampf die Aussicht auf einen Nachschlag auf den bescheidenen Transnet-Abschluss eröffnen. Eine solche Klausel enthält der Tarifvertrag von Transnet und GDBA.

Ein Erfolg hilft jedem Lohnabhängigen

Sollte die GDL mit ihrem Arbeitskampf erfolgreich sein, würde dies die Stellung aller Beschäftigten in kommenden Auseinandersetzungen stärken. Denn ein Sieg wäre eine Ermutigung und würde die Lohnverzichts-Politik der DGB-Spitze in Frage stellen.

Streikrecht verteidigen

Bis zum Redaktionsschluss galt noch immer das Chemnitzer Urteil, Streiks im Fern- und Güterverkehr zu verbieten, da sie unverhältnismäßig hohen wirtschaftlichen Schaden anrichten würden. Dabei geht es bei einem Streik darum, den Arbeitgebern weh zu tun. Eine solche Rechtssprechung bedroht das Streikrecht. In Zukunft könnten auch IG Metall und ver.di betroffen sein, wenn sie VW oder die Häfen bestreiken wollen.

Bahn-Privatisierung stoppen

Die Bahn soll verscherbelt werden. 180 Milliarden Euro Staatsvermögen sollen für 20 Milliarden an die Börse. Auch deshalb will man, dass Eisenbahner wenig verdienen. Bei einem Sieg der Lokführer würde die Bahn auch an der Privatisierungsfront einen empfindlichen Rückschlag erleiden. Ein von der Belegschaft erfolgreich geführter Arbeitskampf steigert nicht den Börsenwert eines Unternehmens.

Die Lokführer brauchen unsere Solidarität – in Form von Solierklärungen, Besuch von Streikposten, Öffentlichkeitsarbeit und Druck auf die anderen Gewerkschaften, Proteste gegen Mehdorn und Co. zu organisieren.