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Solidarit?tserkl?rung der SAV an die KollegInnen von Opel Bochum

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Gemeinsamer Kampf um jeden Arbeitsplatz und jedes Werk!
– F?r eine Ausweitung der Arbeitsniederlegungen
– F?r Streik- und Aktionskomitees
 
Liebe KollegInnen,

?Endlich wehrt sich jemand und streikt!?, mit diesem Gefühl schauen zur Zeit Millionen in Deutschland auf Euch in Bochum. Die spontanen Streiks, die Kontrolle der Werkstore ? das ist die richtige Antwort auf die Provokationen der Arbeitgeber. Sie war nur möglich, weil Ihr nicht auf Betriebsratsmehrheit und IG Metall gewartet habt. Eure Eigeninitiative ist das wichtigste, was jetzt zu verteidigen ist. Nötig sind Streik- und Aktionskomitees, um die Kontrolle über alle Entscheidungen jetzt nicht aus der Hand zu geben. Eure Dynamik kann in andere Betriebe getragen werden, um den Kampf auszuweiten.
Wir solidarisieren uns mit Eurem Kampf und werden alles tun, um ihn international bekannt zu machen und auszudehnen.

Denn: Mit einem gemeinsamen Kampf  kann diese Auseinandersetzung gewonnen werden:

Keinerlei Schließungen von Werken, Kampf um jeden Arbeitsplatz: Streik bis die GM-Pläne vom Tisch sind. Besetzt die Tore und kontrolliert, dass keinerlei Komponenten verschickt werden können.

Kein Abbruch des Streiks, bevor nicht in einer Vollversammlung aller KollegInnen genau über mögliche Ergebnisse beraten wurde und mehrheitlich zugestimmt wird. Die Geschäftsleitung wird mehr als faule Tricks versuchen, um Euren Streik zu beenden. Die IG-Metall-Spitze und die Gesamtbetriebsratsmehrheit drohen dabei nachzugeben.

Euer Widerstand muss in Euren Händen bleiben! Opel-Gesamtbetriebsratschef Franz spricht schon davon, dass man ohne Arbeitsplatzverluste nicht davon komme. Er gibt die Schlacht schon verloren! Auf die Betriebsratsmehrheit und die Gewerkschaftsspitzen ist kein Verlass. Nötig sind regelmäßige Versammlungen aller KollegInnen, Wahl von Streik- und Aktionskomitees auf allen Ebenen (gruppen-, abteilungs- und werksweit sowie werksübergreifend), um den Widerstand von unten zu leiten und zu kontrollieren und um möglichst viel KollegInnen in den Kampf aktiv einzubeziehen.

Aktive Fortsetzung des Streiks: Alle KollegInnen müssen zu den Toren kommen, um gemeinsam zu verhindern, dass irgendetwas verschickt oder verladen wird. Mit allen KollegInnen gemeinsam können Aktionen auf die Beine gestellt werden, die den Druck weiter steigern.

Ruft auf zu stadtweiten Streik- und Aktionstagen: Der ganzen Region ist klar, was es bedeuten würde, wenn Euer Kampf verloren werden würde.

Von den Streikkomitees aus kann direkt Kontakt mit anderen Werken aufgenommen werden. Auch hier gilt: kein Verlass auf IG Metall und Betriebsratsmehrheit. Schickt Delegationen der Streik- und Aktionskomitees oder der Versammlungen der KollegInnen in die anderen Opel- und GM-Werke und sorgt selbst für eine Vernetzung.

Nächster Schritt der Vernetzung des Widerstands kann eine europaweite Konferenz von Delegierten der Beschäftigten aus allen Werken sein. Diese Konferenz kann ein Aktionsprogramm aufstellen, für das gemeinsam gekämpft wird.

Macht mit den kritischen und kämpferischen GewerkschaftskollegInnen Dampf in der Gewerkschaft: Gemeinsam kann so viel Druck gemacht werden, dass auch Peters und Huber gezwungen werden, den Kampf zu unterstützten, zum Beispiel mit einem Aufruf zu einem eintägigen Streik in allen Autowerken Europas als Warnung an die Unternehmer und ein klares Zeichen, dass die AutomobilarbeiterInnen gegen alle Versuchen der Spaltung und der ?teile und herrsche?-Taktik der Konzerne Widerstand leisten.

In allen Werken, die von Entlassungen bedroht sind, sind Betriebsbesetzungen nötig: es muss verhindert werden, dass solche Pläne realisiert werden.

Statt Co-Management und Verzicht: Internationale gemeinsame Gegenwehr, für kämpferische und demokratische Gewerkschaften.

Wir, die Sozialistische Alternative ? SAV, sind Teil des Komitees für eine Arbeiterinternationale (englisch: CWI). Gemeinsam mit unseren Schwesterparteien setzen wir uns international dafür ein, Euren Kampf noch weiter bekannt zu machen und einen Erfahrungsausstausch von KollegInnen bei GM zu ermöglichen. Am internationalen Aktionstag, dem 19. Oktober, unterstützt unsere schwedische Schwesterpartei, RS, die KollegInnen in Trollhättan, unsere britische Schwesterpartei, die Socialist Party, die ArbeiterInnen bei Vauxhall und unsere Belgische Partei, LSP, die Beschäftigten in Antwerpen. Auch in den USA setzt sich die Socialist Alternative, die US-Sektion des  Komitees für eine Arbeiterinternationale,  gegen die Pläne von GM ein. Unser Ziel ist ist die weltweite Abschaffung des kapitalistischen Profitsystems und der Aufbau einer Föderation sozialistischer Demokratien.

Die Solidaritätserklärung als pdf-Version