ABanner der Demonstration Abschiebungen stoppen - Bildung für allem Freitag, den 22. Juni, fand im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche gegen Abschiebungen auch in Kassel eine Demonstration unter dem Motto “Abschiebungen stoppen – Bildung für alle” statt, die von einem Jugendbündnis organisiert wurde. Wir dokumentieren hier die gemeinsame Rede unserer Genossinnen Malin und Hannah. Beide haben zusammen auf der Abschlusskundgebung vor dem Kasseler Rathaus für die Linksjugend [‘solid] Kassel geredet. Es gilt das gesprochene Wort.

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Aktivistinnen und Aktivisten!

Am heutigen Tag haben sich Schüler*innen in Folge des Aufrufs „Sie schieben ab? Wir streiken!“ durch verschiedene Formen des Protests klar gegen die Abschiebepraxis der Regierung gestellt. Mit unserem Aufruf zur Demo schließen wir uns diesen Aktionen an, solidarisieren uns mit allen Streikenden und sagen ganz klar:
Abschiebungen stoppen! Bildung für alle!

Aufgrund von Krieg, Krise und Terror müssen hunderttausende Menschen ihre Heimat verlassen, fliehen und sich in einem fremden Land neue Lebensperspektiven schaffen. Verantwortlich dafür ist unteranderem das politische Versagen der regierenden Parteien. Militärische Auseinandersetzungen werden durch deutsche Rüstungsexporte befeuert – das zwingt Menschen zur Flucht, während Konzerne profitieren. Dem stellen wir uns entgegen und fordern: Menschen vor Profite!

Der Zugang zu Arbeit, Bildung und Wohnraum sowohl für Geflüchtete als auch hier Geborene wird erschwert und teils gänzlich verwehrt – dies, sowie die von den Medien propagierte und kriminalisierende Hetze, macht eine selbstbestimmte Zukunft unerreichbar.

Jugendliche, die nach langer und grausamer Flucht nach Deutschland gekommen sind, sind von diesen prekären Zuständen der Bildung massiv betroffen – Material fehlt, Fluchttraumata und mangelhafte Sprachkurse erschweren das Lernen, sodass dem absurden Leistungsdruck kaum Stand gehalten werden kann. Wir fordern Schulinvestitionen, die sich an den Bedürfnissen aller Schüler*innen orientieren und gute Bildung für jede und jeden ermöglichen. Bildung darf kein Privileg sein, sie muss allen – unabhängig von Herkunft und Geldbeutel – zustehen!

Bildung für alle und zwar umsonst!

Wir sind heute auf die Straße gegangen, um aufzuzeigen, dass Bildungschancen und damit selbstbestimmte Zukunftsperspektiven für alle erkämpft werden müssen.
Konkret ist dies im vorigen Jahr in Nürnberg erfolgt, indem Schüler*innen mittels einer Sitzblockade die Abschiebung ihres Mitschülers verhinderten. Sie verteidigten damit das Bleiberecht für alle und deckten die kriminelle Abschiebepraxis der Regierung und die gewaltsame Durchsetzung dieser durch die Polizei auf.

Es bleibt dabei – kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall!

In diesem Sinne stellen wir uns rassistischen Spaltungsmechanismen entgegen, kämpfen gemeinsam für die selbstbestimmte Zukunft aller Menschen. Für eine Zukunft fern von kapitalistischen Profit- und Leistungsgedanken – für eine demokratisch sozialistische Alternative zum bestehenden System. Demgemäß sagen wir: Solidarität statt Hetze!