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Großartig, aber noch nicht genug

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1,4 Millionen in über hundert Ländern bei Fridays for Future

Über 1,4 Millionen Schüler*innen streikten am 15. März in über hundert Ländern für das Weltklima. Von Schweden bis Hongkong und von Australien bis Brasilien gingen Schüler*innen statt in die Schule auf die Straße. Auf diesem Erfolg muss weiter aufgebaut werden.

von Max Klinkner, Mainz

Für viele war es die erste Demonstration, an der sie teilgenommen haben. Eine neue Generation wird politisiert. Unterstützt wird die Bewegung mittlerweile auch von tausenden Wissenschaftler*innen und auch von „Parents for Future“. Dies ist eine begrüßenswerte Entwicklung, denn die Klimakrise ist nicht der Unwissenheit oder schlichten Ignoranz der Erwachsenen geschuldet. Es handelt sich um eine Krise, die durch das kapitalistische System verursacht wurde.

Bewegung aufbauen!

Fridays For Future hat viel Aufmerksamkeit bekommen. Das führte bereits dazu, dass einzelne hochrangige Politiker*innen die Bewegung loben. Ein Teil der Herrschenden hat erkannt, dass die Sympathien für die Bewegung zu groß sind, als dass sie diese weiter diffamieren könnten. Stattdessen versucht man mit den Belobigungen der Kritik der Streikenden ihrer Schärfe zu nehmen und sie so weit wie möglich zu entpolitisieren. An ihrer konkreten Politik ändern sie nichts.

Die Bewegung muss noch viel größer werden. Für eine konsequente Umweltpolitik braucht es ein radikales Programm. Die Forderungen müssen konkretisiert werden, (siehe Artikel Seite oben), demokratische Strukturen müssen aufgebaut und weitere Aktionen geplant werden. Damit die Inhalte auf allen Ebenen diskutiert werden können und möglichst viele einbezogen werden, braucht FFF Strukturen in möglichst allen Schulen, Berufsschulen, Unis. Die Gewerkschaften und die Gewerkschaftsjugend müssen in die Bewegung eingebunden werden, um die Streiks auch auf Betriebe ausweiten zu können. Ziel muss sein, den nächsten internationalen Aktionstag noch viel größer zu machen. Auf allen Ebene müssen Delegierte für die nächsthöhere Ebene gewählt werden, bis hin zu einem internationalen Organisationskomitee.

Globale Krise, globaler Kampf

Die Idee des Global Strike am 15. März war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Kampf gegen die Klimakatastrophe muss verbunden werden mit dem Kampf gegen den Kapitalismus – weltweit. Die SAV ist Teil des ‚Komitees für eine Arbeiterinternationale‘ (CWI) mit Schwesterorganisationen in über vierzig Ländern, die alle in der Bewegung aktiv sind. Mach mit!