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Globale Vergiftung

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Foto: https://www.flickr.com/photos/calvinshmelvin/ CC BY 2.0

Massenhafte Proteste sind notwendig, um die Umwelt zu retten

Treibhausgase in der Atmosphäre, Plastikmüll in den Weltmeeren, Gift im Essen – diese und andere Formen der Umweltzerstörung und -vergiftung sind längst ebenso globale wie existenzielle Gefahren.

Von Alexandra Arnsburg, Berlin

Auch wenn einige Supermärkte inzwischen wiederverwendbare Verpackungen anbieten und in einigen Ländern wie Frankreich Plastiktüten verboten sind, Plastik ist überall. Sogar Bio-Gurken werden eingeschweißt. Kosmetikprodukte werden in Kunststoffverpackungen angeboten und mit Mikroplastik angereichert. Die Erde wird zugemüllt. Plastik ist lange haltbar. Fünf Millionen Tonnen landen jedes Jahr im Meer, wo es dann Fische vergiftet, verletzt oder ihre Mägen vollstopft, so dass sie verhungern. Über Fische und Meeresfrüchte, über Trinkwasser und sogar durch die Luft nehmen auch wir jeden Tag Plastik auf.

Mit unserer Nahrung nehmen wir nicht nur genveränderte Substanzen, Schwermetalle, Medikamentenreste und Urin auf, weil Kläranlagen das Wasser nicht komplett reinigen und geringe Mengen als unschädlich deklariert werden, sondern auch verschiedene Schadstoffe. Gifte, die beim Überhitzen von stärkehaltigen Lebensmitteln entstehen, aus Weichmachern für Plastik, Rückstände von Pflanzenschutzmittel und Antibiotika. Letzteres führt zu Resistenzen gegen Krankheitskeime, die tödlich sein können. Diese Mittel werden eingesetzt, um die Produktion im Ackerbau und in der Massentierhaltung zu steigern. Im Konkurrenzkampf um maximalen Profit werden große Teile der Erzeugnisse dann wieder vernichtet, Tiere achtlos und massenhaft getötet.

Klimaflüchtlinge

Die Übernutzung des Ackerlandes führt zum Verlust der Biodiversität der Böden, zur Ausweitung von Trockengebieten. Dadurch verlieren Menschen ihre Lebensgrundlage, momentan ist bereits ein Sechstel der Weltbevölkerung betroffen. 2040 werden Schätzungen zufolge 200 Millionen Menschen aufgrund von klimatischen Veränderungen auf der Flucht sein.

Das und die Verschärfung der extremen Wettersituationen ist eine Folge der Erderwärmung, durch die Produktion von Treibhausgasen, an erster Stelle von CO2. Die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre ist heute so hoch wie niemals zuvor in den zurückliegenden 800.000 Jahren. Seit 1900 ist der Meeresspiegel global um etwa zwanzig Zentimeter angestiegen. Derzeit steigt er jährlich um etwa drei Millimeter. Würde sich die Erde bis 2100 um vier Grad Celsius erwärmen, würden weltweit bis zu 760 Millionen Menschen ihre Heimat an das Meer verlieren.

Arme sind am meisten betroffen, da ihre Häuser nicht sicher gebaut oder versichert sind, sie keine importierten Lebensmittel kaufen können, sondern auf ihren Eigenanbau angewiesen sind und sich keine Medikamente gegen Erkrankungen oder Wasser in Flaschen leisten können.

Profitlogik

Die Verschwendung natürlicher Ressourcen und die Zerstörung der Natur hat System. Das kapitalistische Wirtschaften folgt der Profitlogik. Die Eigentumsverhältnisse sorgen dafür, dass einige wenige immer reicher werden und der Masse der Bevölkerung das Wasser – teilweise buchstäblich – bis zum Hals steht.

Wenn die Menschen die Wahl hätten, würden sie gesünder leben, umweltschonender produzieren und einkaufen. Doch die meisten können nicht darüber entscheiden, was und wie produziert wird und können nicht frei entscheiden, ob sie Bio-Produkte direkt beim Erzeuger kaufen. Das ist abhängig davon, wo mensch lebt, vom verfügbaren Einkommen und zum Beispiel auch von der täglichen Arbeitszeit.

Im Kapitalismus geht es immer um den maximalen Profit. Sowohl Unternehmen, als auch Staaten kämpfen miteinander um ihren Rang. Ein Hersteller, der seine Produkte billiger verkauft, ein Land, dass günstige Produktionsbedingungen bietet, hat einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Das führt dazu, dass selbst niedrig angesetzte Umweltbestimmungen umgangen werden.

International

Die SAV kämpft für die Überwindung des Kapitalismus und für den Aufbau einer sozialistischen Demokratie. Darin würde die Wirtschaft nicht für den Profit einer Minderheit gestaltet, sondern im Interesse von Mensch und Natur. Wir sagen bewusst ’sozialistische Demokratie‘, denn Sozialismus ohne Demokratie wäre Stalinismus und kann nicht funktionieren. Die enormen technischen Möglichkeiten könnten eingesetzt werden, um als Gesellschaft voranzukommen – beispielsweise, um die nötigen Maßnahmen für den Klimaschutz zu ergreifen. Wirbelstürme und Hitzewellen machen vor Ländergrenzen nicht halt, Mikroplastik findet sich mittlerweile an jedem Punkt unseres Planeten. Deshalb gilt es, den Kampf für eine gesunde Umwelt, für eine Gesellschaft frei von Profitlogik, international zu führen.