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Arbeitszeit verkürzen, nicht verlängern

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Aber bei vollem Lohn- und Personalausgleich!

Die Arbeitgeber wittern Extraprofite: Die Große Koalition hat vereinbart, dass die Tarifvertragsparteien bei der Arbeitszeit so genannte Öffnungsklauseln vereinbaren dürfen.

Von Alexandra Arnsburg, ver.di-Landesbezirksvorstand Berlin-Brandenburg*

Die wöchentliche Höchstarbeitszeit und die Ruhezeiten stehen auf dem Spiel und damit auch unsere Gesundheit. Wenn es nach den Arbeitgebern und der FDP geht, sollen wir mindestens 48 Stunden in der Woche arbeiten und Ruhezeiten auf bis zu neun Stunden gekürzt werden. Während über 3,5 Millionen Menschen Arbeit suchen und die Arbeitsbelastung für alle bis hin zu vermehrter Frühverrentung steigt, sollen wir noch unseren einst schwer erkämpften Feierabend opfern?

Gegen solche dreisten Vorstöße ist auch dreister Widerstand nötig! Bleiben diese unbeantwortet, ist das defacto eine Einladung, Flexibilisierung und Arbeitsplatzvernichtung noch weiter voran zu treiben. Und mehr noch ist nötig: die Verteilung der Arbeit auf alle! Der Kampf um die Arbeitszeit ist so alt wie der Kapitalismus selbst. Aktuell sorgte die Reaktion der IG Metall auf die hohe Arbeitsbelastung und den Versuch eine bessere Regelung in der letzten Tarifrunde durchzusetzen dafür, dass Arbeitszeitverkürzung wieder auf der Tagesordnung steht. Diese sollte aber nicht mit Kompromissen erkauft werden, sondern zusammen mit vollem Lohn- und Personalausgleich erkämpft werden.

Hierfür sollten in allen Gewerkschaften Kampagnen zur Durchsetzung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich unter Einbeziehung der noch nicht Organisierten beschlossen und ihre Umsetzung anschließend durchgesetzt werden. n

*= Funktionsangabe dient nur zur Kenntlichmachung der Person