Reanimiert die Pflege

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Gesundheitskampagne der linksjugend [’solid] Berlin-Ost und Kreuzkölln

Linksjugend[’solid] Berlin Ost und Kreuzkölln sind aktiv im Kampf für mehr Personal. Wir unterstützen den „Volksentscheid für gesunde Krankenhäuser“ und sammeln dafür Unterschriften. Zuletzt produzierten wir einen Flyer, den wir vor allen Berliner Pflegeschulen verteilten und rufen darin zu Aktionen auf.

von Marlene Frauendorf, Berlin

Der Pflegenotstand ist aktueller denn je. In vielen Bundesländern fehlt es an Personal in den Krankenhäusern. In ganz Deutschland sind es laut der Gewerkschaft ver.di mindestens 70.000 Stellen, die fehlen – 3000 allein in Berlin. Jede fünfte Pflegekraft will aus dem Beruf aussteigen. Die Überlastung für die Pflegerinnen und Pfleger ist verheerend.

Die Pflege steht auf

Bundesweit gibt es in den Krankenhäusern Bewegungen und Streiks, um gegen diesen Pflegenotstand vorzugehen. In Berlin setzt sich das Bündnis „Berlinerinnen und Berliner für mehr Personal im Krankenhaus“ seit 2013 für bessere Bedingungen für die Beschäftigten im Krankenhaus ein. Denn wir alle sind potenzielle PatientInnen und damit interessiert an einem Krankenhausbetrieb, der eine gute Versorgung aller garantiert und Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen bietet.

Das Bündnis initiierte den „Volksentscheid für Gesunde Krankenhäuser“, der am 1. Februar 2018 startete und mehr Personal, sowie höhere Investitionen in den Krankenhäusern gesetzlich festlegen will.

Die linksjugend[’solid]-Gruppen Berlin Ost und Kreuzkölln unterstützen den Volksentscheid und wollen die Kampagne gemeinsam mit PflegeschülerInnen unter Jugendlichen bekannt machen. Zuletzt produzierten wir einen Flyer, in dem wir über die Situation von Pflegerinnen und Pflegern aufklären, diese skandalisieren, über vergangene Arbeitskämpfe an der Charité informieren und daraus schlussfolgern, dass nur beharrlicher Widerstand helfen kann, die Missstände in den Krankenhäusern aufzudecken und zu verändern. Außerdem sind wir gegen ein Gesundheitssystem in dem auf Kosten unserer Gesundheit und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten Profite gemacht werden. Wir fordern dabei neben Verbesserungen für die bereits ausgelernten Pflegekräfte und einem Gesundheitssystem, das nicht auf Profitgier basiert, auch eine angemessene Ausbildung, in der Auszubildende nicht als Ersatzarbeitskräfte missbraucht werden, mit einer fachgerechten Praxisanleitung und einer angemessenen Bezahlung.

Dafür flyern wir vor Pflegeschulen und organisieren eine Veranstaltung auf der wir mit einem Pflegeschüler und Aktivisten von pflegeazubis-vernetzt.de über die Ausbildungsbedingungen von PflegeschülerInnen diskutieren wollen und wie man diese verbessern kann. Wir wollen darüber hinaus besprechen, wie wir uns ein Gesundheitssystem vorstellen, das frei ist von Profitlogik.

Block beim Frauen*kampftag

Außerdem rufen wir gemeinsam mit anderen dazu auf, einen Gesundheits- und Care-Block auf der Frauen*kampftagsdemo 2018 zu bilden. Wir sind der Meinung, dass auch der Gesundheits- und Pflegebereich nicht vom Thema Feminismus zu trennen ist, denn 91 Prozent der Beschäftigten in diesem Bereich sind Frauen. Die sogenannten „Frauenberufe“ von Krankenschwester zu Erzieherin werden schlechter entlohnt und angesehen. Des Weiteren sind es auch im privaten Bereich zumeist Frauen, die die Lücken des Gesundheitssystems unbezahlt schließen müssen und ihre Angehörigen pflegen oder Kinder betreuen. Dafür gehen sie oftmals in Teilzeitarbeit oder kümmern sich in ihrer vollen Zeit um die private und unbezahlte Pflege von Angehörigen. Das hat zur Folge, dass diese Frauen unter einer immensen Doppelbelastung stehen und zu wenig Lebensunterhalt verdienen. Wir wollen durch den Gesundheits- und Careblock darauf aufmerksam machen und zeigen, dass es diese Kämpfe auch zu verbinden gilt.

Walk of Care

Ein weiterer Termin, den wir unterstützen, ist der “walk of care”, welcher von pflegeazubis-vernetzt.de organisiert wird. Unter dem Titel demonstrierten bereits letztes Jahr am 12. Mai, dem Tag der Pflege 700 PflegeschülerInnen für bessere Ausbildung und Personalbemessung. Beim “walk of care” wollen wir für die Zukunft des Pflegeberufes auf die Straße gehen! Doch der Kampf für bessere Zustände in den Krankenhäusern ist ein andauernder. Kommt deswegen zu unseren Treffen und diskutiert mit uns.

Alle Aktionen und Termine unter facebook.com/lsberlinost und facebook.com/lskreuzkoelln