Home / Themen / Soziales & Gesundheit / Gesundheitspolitik / Diagnose: Kapitalismus macht krank

Diagnose: Kapitalismus macht krank

Print Friendly, PDF & Email

Das ist Kapitalismus: Wer Geld hat, kriegt die bessere Krankenversorgung. Arme Menschen leben sogar im reichen Deutschland zehn Jahre kürzer als Reiche.

von Dorit Hollasky, Dresden

Weltweit sterben in jedem Jahr fast sieben Millionen Kleinkinder an Krankheiten, die vermeidbar oder behandelbar wären. Während Pharmakonzerne Milliarden Gewinne mit überteuerten Medikamenten machen, können sich die Ärmsten diese nicht leisten. 780 Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser, ein Drittel der Weltbevölkerung lebt ohne sanitäre Basisversorgung.

Die deutsche Regierung beschließt Rüstungsexporte in Milliardenhöhe und fördert damit Krieg und Vertreibung. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat das zu Recht angeprangert und nimmt aus Protest seit 2016 keine staatlichen Gelder mehr von der EU und ihren Mitgliedsstaaten an.

In Deutschland hat die Ökonomisierung des Gesundheitswesens vor allem durch die Einführung der Fallpauschalen zugenommen. Krankenhäuser erhalten nicht mehr Geld pro Bett, sondern pro Diagnose. Private Krankenhauskonzerne bereichern sich, weil sie unnötige Operationen durchführen, PatientInnen extrem früh entlassen und am Personal sparen. 162.000 Beschäftigte fehlen in den Krankenhäusern, 70.000 davon in der Pflege. Dadurch entstehen gefährliche Situationen, Fälle von Krankenhausinfektionen nehmen zu. Die Überlastung macht das Personal krank. Ein Drittel der Pflegekräfte ist Burnout-gefährdet. Mehr als die Hälfte von ihnen arbeiten in Teilzeit, um die Belastung zu ertragen.

Therapie: Ursache bekämpfen – Kapitalismus abschaffen!

Ein Prozent der Weltbevölkerung hat mehr Vermögen als der Rest der Welt. Kein Mensch müsste wegen Armut erkranken oder sterben, wenn wir den Reichtum gerecht verteilen würden.

Das erreichen wir nur, indem wir uns organisieren und gemeinsam aktiv werden. Dass wir auch heute etwas bewegen können, bewiesen in der letzten Zeit die Beschäftigten der Berliner Charite, die durch einen entschlossenen Kampf einen Tarifvertrag zur Personalbemessung erstreikt haben.

Wir brauchen ein öffentliches kostenloses Gesundheitssystem für alle, finanziert durch die Profite von Banken und Konzernen.