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„Diese Bedrohung geht alle an“

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svenjaInterview mit Svenja Jeschak, linksjugend [’solid] Dortmund und Mitglied im Ko-Kreis für die Demonstration „Es reicht: Rechte Gewalt stoppen in Dortmund und anderswo“

Warum werden die Nazis in Dortmund wieder gewalttätiger?

Gewalttätig waren sie immer. Mit der Gründung der Partei „Die Rechte“ versuchen sie weiteren Kameradschaftsverboten zu entgehen. Sie haben sich eine Zeit lang angepasster präsentiert, um bei den Dortmunder Kommunalwahlen zu punkten. Direkt am Wahlabend aber, als eines ihrer Mitglieder in den Stadtrat einzog, legten sie ihre pseudodemokratische Maske ab und griffen das Rathaus an. Jetzt setzen sie wieder mehr auf Gewalt gegen ihre Gegnerinnen und Gegner. Sie fühlen sich bestätigt durch rassistische Debatten über Geflüchtete oder jetzt über Burkas und wollen sich gleichzeitig neben der rechtspopulistischen AfD als „die wahren Nazis“ behaupten.

Was wollt ihr dagegen tun?

Wir müssen eine starke linke Alternative aufbauen, die Antworten auf die sozialen Probleme dieser Stadt gibt – und die sind groß genug. Außerdem wollen wir eine massenhafte Mobilisierung aller gewerkschaftlichen, migrantischen und antifaschistischen oder anderweitig betroffenen Organisationen. Diese Bedrohung geht alle an und wir müssen eine starke Mobilisierung auf die Beine stellen, die über bisherige Proteste hinaus geht. Wenn Tausende gegen Nazis auf die Straße gehen, aktiv werden und auf das Naziproblem aufmerksam machen, fühlen sie sich nicht mehr sicher und selbstbewusst.

Unter dem Titel „Es reicht: Rechte Gewalt stoppen in Dortmund und anderswo“ sind jetzt schon zahlreiche Akteure zusammengekommen und planen eine große Demonstration für den 24. September. Wenn alle ihre Möglichkeiten nutzen und ernsthaft mobilisieren, kann das ein wichtiger Schritt im Widerstand sein.

Wie kann man euch dabei helfen?

Kommt am 24. September nach Dortmund und demonstriert mit uns. Unterstützt den Aufruf für die Demonstration und liked die Facebookseite. Ladet so viele Leute wie möglich zu der Demonstration ein und verbreitet die Flugblätter. Ihr könnt auch Grußwörter und Soliadressen schicken an stopptrechtegewalt@mail.de

Und was passiert danach?

Wenn wir es schaffen, eine starke gewerkschaftliche, linke und antifaschistische Mobilisierung auf die Beine zu stellen, können wir darauf weiter aufbauen. Es ist gut, dass beispielsweise linksjugend und Gewerkschaftsjugenden hier an einem Tisch sitzen – darauf wollen wir aufbauen, um effektiver und größer gegen Nazis mobilisieren zu können, uns schützen zu können und in Zukunft auch ihre Aufmärsche zu blockieren.