Home / Themen / Frauen & Gleichberechtigung / Frauen / So wurden die „Kings“ gestoppt

So wurden die „Kings“ gestoppt

Print Friendly, PDF & Email

FeminismusFrauenfeindliche Organisationsversuche verhindert – aber keine Entwarnung

von Christian Walter, Aachen

Für Samstag, 6. Februar, waren weltweit Vernetzungstreffen einer frauenfeindlichen, Vergewaltigungen befürwortenden Gruppierung geplant (Wir berichteten: https://www.sozialismus.info/2016/02/return-of-kings-frauenfeindliche-offensive/). Durch massive Gegenwehr konnte das erfolgreich verhindert werden.

Was war?

Diese Initiative nennt sich „Return of Kings“ (Rückkehr der Könige) und vertritt ein abenteuerlich-mittelalterliches Frauenbild, nachdem die Frau Eigentum des Mannes sei. Darüber hinaus sind sie homophob, rassistisch, antisemitisch und neoliberal. Am deutlichsten wird ihre Gesinnung aber in der Forderung, Vergewaltigungen auf Privatgrundstücken sollten legalisiert werden. Darauf warten sie aber nicht: Ihr „Guru“ Valizadeh bringt Männern in Seminaren bei, wie Grenzen von Frauen am besten gebrochen werden können.

Offenbar glaubte er, die Zeit sei reif, in die Offensive zu gehen. Großspurig wurden „165 Treffen in 43 Ländern“ angekündigt. Ziel dieser Treffen war es zweifelsohne, die Grundlagen einer Organisation zu schaffen. Sollten „Verrückte Feminist*innen“ auftauchen, so hieß es in einem Katalog mit Verhaltenstipps, sollten sie eingeschüchtert werden: Durch abfotografieren / -filmen, aber auch durch die Schaffung andere Bedrohungsszenarien. Am Ende waren die Frauenfeinde jedoch selber so eingeschüchtert, dass sie alle Treffen absagten.

Protest und Widerstand

Return of KingsInnerhalb kürzester Zeit formierten sich in vielen Städten Proteste. In Berlin wurde eine Kundgebung angemeldet. In Hamburg gab es eine Petition, mit der Druck auf die Stadt aufgebaut werden sollte, gegen „Return of Kings“ vorzugehen. Mehr als 2600 Menschen unterschrieben. In Aachen organisierten wir eine Kundgebung als Treffpunkt, mit der klaren Ansage von dort aus in die Stadt auszuströmen und eventuellen Vergewaltigungsbefürwortern das Leben schwer zu machen.

Im kanadischen Toronto kündigte ein Frauen-Boxverein an, ein eventuelles „Return of Kings“-Treffen zu „zerschlagen“. Es gibt viele weitere Beispiele von entschlossenem Widerstand. Das alles führte dazu, dass zwei Tage vor dem angekündigten Tag alle Treffen weltweit abgesagt wurden. Begründung: Die „Sicherheit und Vertraulichkeit“ könne nicht gewährleistet werden.

Keine Entwarnung

Während in einigen Städten Proteste daraufhin wieder abgesagt wurden, hielten wir in Aachen an unserem Plan fest. Über 60 Menschen kamen (trotz Karneval) zur Kundgebung, etliche zogen derweil durch die Innenstadt, auf der Suche nach eventuellen „Return of Kings“-Anhängern. Der Erfolg war deutlich: Kein einziger konnte ausgemacht werden. Stattdessen wurden fast 400 Aufklärungsflyer und ebenso viele Flugblätter für „One Billion Rising“, eine Aktion gegen sexualisierte Gewalt kommenden Sonntag, verteilt. Fortschrittliche Menschen konnten Kontakte knüpfen und so die Basis für noch effektiveren Widerstand in der Zukunft legen.

Und Wachsamkeit ist angesagt. Das wird nicht die letzte Aktion von „Return of Kings“ gewesen sein. Und diese Gruppe ist nicht die einzige frauenfeindliche Erscheinung – es gibt viele weitere, von AfD über Burschenschaften und religiöse Fanatiker bis hin zu Neonazis.

Anstehende Termine

In der kommenden Zeit gibt es einige Termine, an denen feministische Themen in den Mittelpunkt gerückt werden können:

  • 14. Februar: „One Billion Rising“ – internationaler Aktionstag gegen sexualisierte Gewalt. Aktionen in Deiner Nähe kannst Du unter http://www.onebillionrising.de/onebillionrising-2016-aktionskarte/ finden
  • 8. März: Internationaler Frauen*kampftag. In vielen Städten gibt es Kundgebungen, Parties oder andere Veranstaltungen. Am Sonntag vorher, den 6. März, gibt es eine bundesweite Demo in Berlin: http://frauenkampftag.eu/
  • 19. März: Das ist der Tag, bis zu dem Frauen durchschnittlich arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Denn Frauen bekommen in Deutschland durchschnittlich fast 22% weniger Lohn. Auch dazu gibt es in vielen Städten Aktionen – check http://www.equalpayday.de/
  • 25. – 27. März: Bei den bundesweiten SozialismusTagen den SAV gibt es eine ganze Workshopschiene zu Fragen von Frauenbefreiung und Kampf um Emanzipation. Wer mit uns grundsätzlich etwas ändern möchte ist hier genau richtig! Siehe http://www.sozialismustage.de/