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Gemeinsam kämpfen & streiken: Mehr Geld von den Reichen

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Für gute Löhne, Kitas und Gesundheit

In diesem Jahr wurde bereits mehr gestreikt als in den letzten beiden Jahren zusammen. Aus gutem Grund. Immer mehr Beschäftigte haben das Gefühl, bis zum letzten Tropfen ausgepresst zu werden. Kein Wunder.

von Angelika Teweleit, Berlin

Bei Bahn und Post wurden seit Zerschlagung und Umwandlung in private Rechtsformen hunderttausende Stellen abgebaut. Die Arbeit wurde dabei keinesfalls weniger! Die Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich bei Bahn und Post sind darauf die richtige Antwort.

In den Krankenhäusern fehlen laut Angaben von ver.di bundesweit 162.000 Pflegekräfte. Mit dem Kampf für eine tarifliche Personalbemessung an der Berliner Charité werden wichtige Weichen gestellt, um bundesweit für eine bessere Personalausstattung zu kämpfen.

In den Sozial- und Erziehungsberufen wurden die pädagogischen Anforderungen stetig gesteigert, doch die Löhne nicht. Deshalb ist die Forderung nach Aufwertung der Berufe und einer zehnprozentigen Lohnsteigerung ein erster Schritt – für bessere Bedingungen und Voraussetzung für mehr qualifiziertes Personal.

Beim Einzelhandel sind siebzig Prozent der Beschäftigten von Altersarmut bedroht. Hier hat es schon 2013 einen harten Arbeitskampf um die Verteidigung von tariflichen Regelungen gegeben. Jetzt geht es in eine neue Runde. Es geht um eine Lohnerhöhung vor allem für die unteren Lohngruppen sowie die Allgemeingültigkeit der Tarifverträge.

In fast allen diesen Bereichen sind vorwiegend Frauen betroffen. Ihr Kampf für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen ist auch ein Kampf für Gleichberechtigung. Wenn die Kraft der Streikenden durch die Gewerkschaften in gemeinsamen Aktionen gebündelt wird, kann der Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöht und Erfolge erzielt werden.

Wir alle nutzen Bahn, Post, Supermärkte, Krankenhäuser. Wir alle haben ein Interesse an guter Erziehung und Bildung für die nächste Generation. Deshalb gehen diese Kämpfe uns alle an. Die Blockadehaltung der Arbeitgeber kann durch organisierte Solidarität durchbrochen werden