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Gegen Sexismus: One Billion Rising

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obrErfolgreiche Aktion in Aachen

Dieses Jahr fand zum dritten Mal die weltweite Aktion „One Billion Rising“ statt. „One Bilion Rising“ – das heißt „eine Milliarde erhebt sich“ und steht für die Zahl der Opfer sexualisierter Gewalt.

Von Christian Walter, Aachen

Denn weltweit wird jede dritte Frau vergewaltigt oder ist anderen Formen sexualisierter physischer Gewalt ausgesetzt. Oft schlägt den Opfern eine Welle von Unverständnis entgegen, wenn sie den Mut finden diese Verbrechen anzuzeigen oder an die Öffentlichkeit gehen. Deutschland ist da keine Ausnahme.

„One Billion Rising“ möchte Betroffene und Solidarische zusammenbringen und die Vereinzelung durchbrechen. Am 14. Februar fanden in etwa 150 deutschen Groß- und Kleinstädten Aktionen statt, ebenso wie rund um den Globus. Das zeigt die Bereitschaft, auf die Straße zu gehen. Leider bietet die Kampagne aber keinen Ausweg, der über „Empowerment“ (also Betroffenen Mut zu machen und Hilfestellungen zu geben, sich selber wehren zu können) und einige schwammige Forderungen hinaus geht.

In Aachen gab es im ersten Jahr der Kampagne (vor zwei Jahren) auch wenige Wochen vor dem Aktionstag am14. Februar keine Planung. Also haben junge SAV-Mitglieder in linksjugend[’solid] die Initiative ergriffen und eine Kundgebung organisiert. Anders als die meisten One Billion Rising-Events bestand sie aber nicht nur aus dem gemeinsamen Tanz.

Zwar gab es dafür ebenso Platz wie für kulturelle Beiträge. Politische Reden und Debatten wurden aber bewusst nicht fern gehalten, im Gegenteil. Sexualisierte Gewalt steht in Beziehung zu anderen Erscheinungsformen des Sexismus, wie sexistischer Werbung, ungleicher Entlohnung, Klischee-Rollenbildern und vielem mehr. Hinter all dem steht das kapitalistische System, dass Sexismus als einen von vielen Spaltungsmechanismen braucht. Mit dem erprobten Werkzeug „Teile und Herrsche“ soll die Machterhaltung einer kleinen Minderheit garantiert werden. Damit TeilnehmerInnen sich damit auseinandersetzen können ist es wichtig sich nicht aufs Tanzen zu beschränken.

Wie 2013 wurde die Aktion auch 2014 von der linksjugend [’solid]-Gruppe organisiert.

Auch für One Billion Rising 2015 startete die Aachener linksjugend [’solid]-Gruppe eine Initiative. Einen gemeinsamen Aufruf unterstützten am Ende zwölf Organisationen, darunter Beratungsstellen und der DGB-Verband in der Region. Obwohl das Thema wenig präsent ist und trotz der Karnevalstage kamen über 150 Menschen zur Kundgebung, was an die Erfolge der letzten Jahre anknüpft. In ihren Beiträgen beleuchteten die Rednerinnen und Redner verschiedene Aspekte:

Die LINKE-Rednerin sprach sich für die solidarische Unterstützung der KollegInnen in den Sozial- und Erziehungsdiensten in der laufenden Tarifauseinandersetzung aus. Eine Mitarbeiterin einer Beratungsstelle stellte die Belastung der Beratungsstellen dar und erklärte, warum eine zentrale Forderung die bessere finanzielle Ausstattung ist. Aktivistinnen der linksjugend[’solid] gingen auf sexuelle Belästigung, sexistische Werbung und den Kampf gegen das Grundübel Kapitalismus ein. Weitere Reden befassten sich mit dem Zusammenhang zwischen Sexismus und anderen Formen der Diskriminierung, Geschlechterklischees und Rollenbildern. Und natürlich gab es auch Musik und den Tanz zum Song „Break the chains“ (sprengt die Ketten).

2015 konnte „One Billion Rising“ in Aachen auf eine breitere Basis gestellt werden. Nicht nur mehr Gruppen, sondern vor allem auch junge AktivistInnen konnten eingebunden werden. Klar ist, dass es auch am 14. Februar 2016 wieder eine Aktion geben wird. Klar ist auch, dass Sexismus nicht nur an symbolträchtigen Tagen wie dem 14. Februar oder dem 8. März (Frauenkampftag) bekämpft gehört. Wenn wir es schaffen, den Kampf gegen Diskriminierung mit dem Kampf für eine sozialistische Welt zu verbinden, können nicht nur mehr Menschen mit einbezogen werden, es werden vor allem auch die Ursachen bekämpft.

 

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