Tarifkonflikt im Einzelhandel

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EinzelhandelAusweitung des Arbeitskampfes nötig

Laut ver.di haben sich seit Mai dieses Jahres bundesweit 130.000 Beschäftigte des Einzelhandels in 900 Betrieben an Streiks beteiligt. KollegInnen aus kampfstarken Betrieben haben Dutzende Male gestreikt.

von Angelika Teweleit, Berlin

In diesem Arbeitskampf geht es nicht nur um dringend nötige Lohnerhöhungen, sondern auch um die Verteidigung der Manteltarifverträge. Die Arbeitgeber wollen weitere Flexibilisierungen und auch die Einführung einer neuen Niedriglohngruppe erreichen.

Die bundesweite ver.di-Führung im Fachbereich und einige Landesfachbereichsleitungen setzen nun darauf, den Arbeitgeber durch das Angebot einer sogenannten Prozessvereinbarung zu ködern. Dieses Vorgehen trifft bei vielen Aktiven auf scharfe Kritik, weil durch eine Tarifreform Verschlechterungen zu befürchten sind.

Statt solcher Angebote sollte die ver.di-Führung Konzepte für eine Steigerung der Kampfkraft und für eine bundesweite Koordinierung der Streiks im Einzelhandel entwickeln. Um eine solche Kursänderung in ver.di durchzusetzen, sollten sich Aktive vor Ort und bundesweit zusammenschließen.

Vorschläge zur Steigerung der Gegenwehr:

  • Aufbau einer koordinierten Streikbewegung mit dem Ziel, die Zahl der streikfähigen Häuser stetig zu erhöhen
  • Streikversammlungen, Diskussionen über weitere Schritte und Möglichkeiten der Ausweitung
  • Fachbereichs- und gewerkschaftsübergreifende Zusammenarbeit
  • Einberufung einer bundesweiten Streikkonferenz mit Delegierten aus den bestreikten Betrieben, um über eine bundesweite Strategie für eine Ausweitung und weitere Schritte zu beraten; Einbeziehung von Aktiven anderer Gewerkschaften und Bereiche
  • Breite Öffentlichkeitskampagne von ver.di – unterstützt durch DGB, Einzelgewerkschaften, DIE LINKE und soziale Bewegungen; Gründung von Solidaritätskomitees vor Ort
  • Verbindung des Arbeitskampfs im Einzelhandel mit zeitgleich stattfindenden Tarifbewegungen; Koordinierung von Protestkundgebungen