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Never again: Proteste für das Recht auf Abtreibung nach tragischem Tod in Irland

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Für das Recht auf freien, legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch

von Michael Koschitzki, Berlin

Das Abtreibungsverbot in Irland hat Ende Oktober der ersten Frau das Leben gekostet. Große Proteste haben seit dem das Recht auf Abtreibung gefordert. Die Socialist Party, die irische Schwesterorganisation der SAV und die Vereinigte Linksallianz unterstützen und fördern diese Proteste.

Die 31 jährige Savita Halappanavars starb am 28. Oktober im Krankenhaus. Sie war in der 17. Woche schwanger und zweieinhalb Tage vorher mit starken Rückenschmerzen eingeliefert worden. Nachdem ihr die Ärzte mitteilten, dass sie eine Fehlgeburt haben wird, bat sie mehrfach um einen Schwangerschaftsabbruch des nicht lebensfähigen Fötus. Wahrscheinlich reagierte der Körper aufgrund einer Infektion auf ihn. Der Schwangerschaftsabbruch wurde ihr verweigert, solange das Herz des Fötus schlagen würde. Ein Arzt sagte: „Das ist ein katholisches Land“.

Ein Verfassungszusatz in Irland verbietet immer noch Abtreibung. Ein Verfassungsgerichtsurteil von 1992 räumte gewisse Spielräume ein, die aber nicht gesetzlich geregelt sind. Noch 2009 hatten drei Frauen vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof Recht bekommen, die dagegen geklagt haben. Doch auch seit dem hat die Regierung kein Gesetz verabschiedet, sondern lediglich im Januar diesen Jahres eine Kommission eingesetzt. Seit 1980 sind mindestens 138.000 Frauen nach Großbritannien gereist, um dort Schwangerschaftsabbrüche vornehmen zu lassen.

Video vom Protest am 17. November in Dublin

Proteste und Forderungen

Anlässlich des Todes von Savita Halappanavars wurden große Proteste organisiert. Am 17. November demonstrierten insgesamt 30.000 Menschen in verschiedenen irischen Städten. Die Socialist Party unterstützte diese Proteste und rief zu einem internationalen Protesttag am 21. November auf, an dem zahlreiche Proteste rund um den Globus organisiert wurden. Die Socialist Party fordert ein unmittelbares Gesetz zur Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen und eine massenhafte Kampagne aus den Nachbarschaften und Betrieben, um sowohl das Gesetz durchzusetzen als auch kostenlose, legale und sichere Einrichtungen für Schwangerschaftsabbrüche im Rahmen der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu erkämpfen. Sie fordern die Trennung von Staat und Kirche und ein Ende des Einflusses der Kirche auf die Gesundheitsversorgung und die Bildung. Sie wollen ein Ende dieses kapitalistischen Systems, das Frauen diskriminiert und unterdrückt. Auch die Vereinigte Linksallianz, in der die Socialist Party aktiv ist, unterstützt die Proteste und Kampagnen. Auf Facebook kann die Kampagne hier unterstützt werden. Eine ausführliche Textsammlung (englisch) zum Recht auf Abtreibung findet sich hier:

2008-03-08-cwi-abtreibungsrechte
2008-03-08-cwi-abtreibungsrechte
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