Nazis Stoppen!

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„Nationalen Antikriegstag“ in Dortmund unmöglich machen

Am 1. September ist es wieder so weit: Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet schlagen in Dortmund auf, um ihre rassistische Hetze zu verbreiten. Das bereits achte Mal in Folge rufen die sogenannten „Autonomen Nationalisten“ dazu auf, mit ihnen gegen „imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“ zu demonstrieren. In den letzten Jahren konnten sie weit über 1.000 Anhänger hinter ihrem Banner versammeln.

von Sebastian Förster, Dortmund

Noch dreister als zuvor setzt die örtliche Szene um den „Nationalen Widerstand“ in ihrem Aufruf darauf, sich als „antikapitalistisch und antiimperialistisch“ darzustellen. Wenn die Nazis von Frieden reden, lügen sie. Die Parole „Kein Krieg!“ bedeutet für sie kein Krieg nach ihrem „Endsieg“.

Faschismus hat rein gar nichts mit Antikapitalismus zu tun. Im Gegenteil: Hitler wurde durch die großen Bosse aus den Familien Thyssen, Krupp und anderen gefördert und bediente direkt die Interessen der deutschen Großkonzerne, zerschlug sämtliche Arbeiterorganisationen durch den Straßenterror der SA, um dann seine Eroberungsfeldzüge, den Zweiten Weltkrieg und die industrielle Massenvernichtung von sechs Millionen JüdInnen voran bringen zu können.

Dortmunder Zustände

Mittlerweile ist auch bundesweit bekannt, dass die Rechten in der Ruhrgebietsmetropole eine Hochburg errichten. Im Alltag setzen sie auf Einschüchterung und Gewalt gegen MigrantInnen, Linke und Andersdenkende. Von Seiten der Stadt wurde das Problem jahrelang verharmlost.

Traurige Höhepunkte des Vorgehens der Nazis: Der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) erschoss mit Unterstützung von rechten Dortmunder Strukturen den türkischen Kiosk-Besitzer Mehmet Kubaşık. Vier weitere Tote seit dem Jahr 2000 gehen auf das Konto der Dortmunder Nazi-Szene.

Beim Kampf gegen die braune Gefahr können wir uns nicht auf Regierung, Polizei oder Justiz verlassen. 2009 haben 400 zum Teil bewaffnete Nazis die örtliche 1.-Mai-Demo des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) angegriffen. Die Rädelsführer kamen erst 2012 vor Gericht – und wurden freigesprochen.

Gemeinsam gegen Nazis, Rassisten und Sozialraub

Am 1. September wird sich das alte Spiel wiederholen. Mit aller Macht werden die polizeilichen Einsatzkräfte versuchen, den Nazi-Aufmarsch gegen den antifaschistischen Widerstand durchzusetzen. Im letzten Jahr ist es gelungen, die Wegstrecke der Faschisten an zwei Stellen zu blockieren. An diesem Erfolg wollen wir anknüpfen: Wenn die Nazis laufen wollen, werden wir uns ihnen massenhaft in den Weg stellen, um den Aufmarsch zu verhindern!

Um möglichst viele dafür zu gewinnen und Unterstützung in der Bevölkerung für die Blockaden zu erreichen, sollten antifaschistische Organisationen, Gewerkschaften und DIE LINKE entschlossen mobilisieren. Hier ist wichtig aufzuzeigen, wie Nazis und Rassisten den Widerstand gegen Sozialkürzungen spalten. Eine erfolgreiche Mobilisierung gegen die Nazis am 1. September in Dortmund hilft auch unserem Kampf gegen Sozialabbau.

Deswegen: Aktiv werden und nach Dortmund fahren! Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!

Die SAV unterstützt „Dortmund stellt sich quer“. Der Aufruf und weitere aktuelle Infos des antifaschistischen Bündnisses auf dortmundquer.blogsport.de