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Kampf um alle Arbeitsplätze

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Werften retten – Werften verstaatlichen


 

Die Krise der Werften ist Bestandteil der weltweiten Rezession. Diese Krise bedeutet jedoch nicht, dass es kein Bedarf mehr an modernen Schiffen für die Gesellschaft gibt. Im Gegenteil: Weltweit fahren Tausende Schrottkähne durch die Meere, die eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Es besteht die dringende Notwendigkeit, diese aus dem Verkehr zu ziehen. Alte müssen durch umweltgerechte Schiffstypen ersetzt, zudem müssen Schiffe für neue Aufgaben entwickelt werden, zum Beispiel zur Erforschung des Klimawandels.

von Torsten Sting, Rostock

Da aber auch Schiffe nur dann gebaut werden, wenn sie Kohle für die Eigentümer abwerfen, stehen nun ganze Standorte und damit die Zukunft gesamter Regionen (zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern) auf dem Spiel. Gehen die Werften pleite, werden nochmal so viele Arbeitsplätze bei Zulieferbetrieben vernichtet. Die geringere Kaufkraft macht sich im Einzelhandel bemerkbar, auch hier sind dann Jobs bedroht. Durch vernichtete Ausbildungsplätze sehen noch weniger Jugendliche eine Perspektive und wandern ab. Daher ist es auch nicht nur die Sache der einzelnen Schiffbauer, sondern der jeweiligen Region, die Standorte und Arbeitsplätze zu verteidigen.

Kampf um jeden einzelnen Arbeitsplatz!

In Folge der wirtschaftlichen Talfahrt wurden bereits Tausende Jobs vernichtet. Und viele werden noch folgen, wenn nicht entschlossener Widerstand organisiert wird. Von den Werften muss daher das Signal ausgehen, dass der Kampf um jeden Arbeitsplatz aufgenommen wird! Auf die Gewerkschaftsführung muss Druck gemacht werden, gemeinsame Großdemonstrationen von Werftarbeitern, Beschäftigten von Zulieferern und des Einzelhandels zu organisieren. SchülerInnen und Anwohner müssen ebenfalls mobilisiert werden. Das Motto muss überall sein: Eine Region steht auf!

Unmittelbar sollten Initiativen für Solidaritätskomitees beziehungsweise Netzwerke gegen Arbeitsplatzabbau ergriffen werden.

Wenn Stellen gestrichen werden oder ganze Belegschaften nach Hause geschickt werden sollen, dann gilt: Das einzige, was Arbeitsplätze rettet, ist der entschlossene Kampf um jeden einzelnen Arbeitsplatz – durch Belegschaftsversammlungen, Wahl von Streikleitungen, Arbeitsniederlegungen, Betriebsbesetzungen.

Die vorhandene Arbeit muss auf alle Beschäftigten aufgeteilt und die Arbeitszeit radikal gesenkt werden – ohne Lohnverlust. Statt Massenarbeitslosigkeit für die einen und Arbeitshetze und Überstunden für die anderen. Dass die Aufträge zurückgehen, ist nicht die Schuld der ArbeiterInnen, sondern geht auf den Irrsinn des Kapitalismus und seiner Nutznießer zurück. Darum sind es diese, die dafür zahlen müssen.

Werften verstaatlichen

Wenn die Kapitalisten die Produktion massiv einschränken oder mangels Profitaussichten gar ganz einstellen wollen, dann müssen die Werften in öffentliches Eigentum überführt und ihr Fortbestand so gesichert werden.

Aber wie kann der massive Auftragsrückgang ausgeglichen werden? Unabhängig von den Schwankungen des kapitalistischen Marktes braucht die Gesellschaft moderne Schiffe. Durch den Zugriff auf die Auftraggeber im Schiffbau, die Reedereien, kann der Staat darüber entscheiden, dass Schiffe ersetzt und neue bestellt werden. Belegschaften und arbeitende Bevölkerung sollten die Betriebe demokratisch leiten. Mit der Entwicklung alternativer Produktionspläne könnten neue Ideen entwickelt werden. Der Staat muss die dafür erforderlichen Gelder zur Verfügung stellen. So könnte im Schiffbau gemäß den Interessen von Arbeiter-Innen, Gesellschaft und Umwelt die Produktion neu organisiert werden. n

Forderungen der SAV:

– Kampf gegen jede Entlassung und Betriebsschließung

– Nein zu Lohnverzicht

– Radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich

– Offenlegung der Geschäftsbücher

– Verstaatlichung der Werften und Reedereien unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch Belegschaftskomitees und die arbeitende Bevölkerung

– Entwicklung eines alternativen Produktionsplans