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Es ist genug für alle da – Aktion Banküberfall

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Am „Tag des zivilen Ungehorsams“ der Bildungsstreikwoche 2009 kam es in vielen Städten zu symbolischen Banküberfällen.


 

von Michael Koschitzki, Berlin

Nach dem erfolgreichen Bildungsstreiktag mit einer viertel Millionen TeilnehmerInnen am 17. Juni gab es einen Tag später symbolische Banküberfälle. Die SchülerInnen und Studierenden wollten mit der Aktion darauf aufmerksam machen, wie schnell Geld für Banken ausgegeben wird, während die Kassen für Schulen und Unis leer sind. „Die Hypo Real Estate hat 102 Milliarden bekommen, während der gesamte Hochschuletat nur 18 Milliarden Euro beträgt.“ so Martin Schmalzbauer von den Organisatoren des Banküberfalls.

In zahlreichen Städten besuchten und überfielen Aktivisten Banken. Der größte Protest fand in Berlin statt, wo sich rund 1000 SchülerInnen und Studierende vor der Hypo Real Estate Bank versammelten und eine Kundgebung abhielten. Anschließend zogen die Anwesenden in Protestsprints Richtung Kurfürstendamm, um die Banken symbolisch zu berauben. Während in Hamburg, Berichten zufolge, die Protestierenden nach Aufforderung die Banken wieder verließen, erstattete die Deutsche Bank Strafanzeige ohne die Anwesenden des Gebäudes verwiesen zu haben. In der Bank am Wittenbergplatz hatten sich bis dahin rund 70 SchülerInnen und Studierende eingefunden. Ein Vater war extra mit seinem Sohn zum Banküberfall gekommen. Er betonte, er habe als arbeitsloser Handwerker unzählige Male unbezahlt an Klassenraumrenovierungen und Verbesserungen mitgearbeitet, weil kein Geld für Renovierungen da sei. Für ihn gehöre das Geld in bessere Schulen und ihre Ausstattung investiert.

In der Bankfiliale war gute Stimmung und es wurden Kurzreden über Bankenrettungspakette, Dispozinsen und die finanzielle Situation von Studierenden gehalten. Symbolisch wurde die Unterzeichnung des Schecks über 104,8 Milliarden Euro verlangt und ein Sparschwein nach draußen gebracht. Dort hatten sich rund 1000 Menschen eingefunden und protestierten für die Freilassung der Aktivisten in der Bank. Nach Aufnahme der Personalien wurden sie freigelassen.

Die Bildungsstreikwoche setzt sich am Freitag mit einer Blockade der Kultusministerkonferenz fort. Am Montag soll es an zahlreichen Universitäten Vollversammlungen geben, auf denen die Bildungsstreikwoche ausgewertet und nächste Schritte geplant werden sollen.