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Rostock: Was für ein Theater

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Rostocks Politik(er) auf die Bühne gebracht


 

Das Rostocker Theater feierte im Januar eine neue Premiere: Die Operette „Orpheus in der Unterwelt“. Um dem satirischen Stück über die bürgerliche (Ehe-)Moral etwas mehr Würze zu geben, sind – für jeden erkennbar – mit Orpheus, Venus, Pluto, Hermes… die Vertreter der Rostocker Politik dargestellt.

von Torsten Sting und René Henze, Rostock

Die Stadt Rostock befindet sich seit Jahren in einer finanziell desaströsen Lage. Beim Volkstheater – wie im gesamten Kulturbereich – wird gespart. Der Oberbürgermeister und die Bürgerlichen streiten sich lediglich über die Reihenfolge beim Privatisieren und Kürzen. Bei all dem macht DIE LINKE auf staatstragende „Opposition“. Nur Christine Lehnert (SAV) als Mitglied der Bürgerschaft hält richtig dagegen.

Im Stück müssen die Götter in einer Götterratssitzung beraten, ob Orpheus – auf Druck der öffentlichen Meinung – seine Ehefrau aus der Unterwelt zurückholen darf. Die Ähnlichkeit der Götterratssitzung auf der Bühne mit der realen Bürgerschaftssitzung ist frappierend: Totlangweilig! Die Künstler hatten sich zuvor dieses zweifelhafte Vergnügen mit eigenen Augen zu Gemüte geführt. Die Regisseurin kam zu einem klaren Urteil: „Frau Lehnert ist die Einzige, die da Feuer reinbringt.“

Unsere Abgeordnete, Christine Lehnert bekam zwei Karten (je 40 Euro!) für die Premiere des Stückes. Da wir jedoch Privilegien aufgrund der politischen Tätigkeit ablehnen, gaben wir die Karten an den Obdachlosenverband weiter. So konnte ein ehemaliger Bühnenarbeiter – der lange auf der Straße lebte – sich freuen, als Premierengast seine alte Arbeitsstätte mal wieder zu sehen …