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Venezuela-Veranstaltungen: Über 700 Besuche

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In Kooperation mit der Bildungsgemeinschaft SALZ e.V. und unterstützt von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt haben SAV-Ortsgruppen und andere Bündnispartner im Januar eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Hugo Chávez und die bolivarianische Revolution: Sozialismus des 21. Jahrhunderts!?" durchgeführt.
 

von Sascha Stanicic

Redner auf den Veranstaltungen war Johan Rivas, Sprecher der Gewerkschaft Sirtralsalud im zweitgrößten Krankenhaus von Caracas, El Agonal, und Mitglied von Socialismo Revolucionario, der venezolanischen Schwesterorganisation der SAV. Bei zehn Veranstaltungen nahmen über 730 BesucherInnen teil. Die Besucherzahlen teilen sich wie folgt auf (in Klammern die örtlichen Veranstalter): Köln (SALZ, SAV, isl): 80; Dortmund (WASG, L.PDS, SAV, isl): 40; Rostock (SAV): 60; Kassel (SALZ): 120; Aachen (SAV): 70; Stuttgart (SAV, autonomes Jugendzentru m): 50; München (SAV): 45; Leipzig (SAV, Attac Hochschulgruppe): 80; Berlin (SAV, SALZ, WASG-Landesverband): 140; Hamburg (SAV): 50

Zu den BesucherInnen der Veranstaltungen gehörten viele Jugendliche, lateinamerikanische MigrantInnen, GewerkschafterInnen, Mitglieder politischer Organisationen. Veranstalter und BesucherInnen wollten ihre Solidarität und grundlegende Unterstützung für die Veränderungen in Venezuela zum Ausdruck bringen und der bürgerlichen Propaganda gegen die Chávez-Regierung etwas entgegen setzen. Die Berichte von Johan Rivas über die Massenbewegungen zur Verteidigung der Chávez-Regierung, über die Arbeit des neuen Gewerkschaftsdachverbandes UNT und das sozialistische Programm von Socialismo Revolucionario begeisterte die TeilnehmerInnen. Es wurde deutlich, dass die Debatte über Sozialismus als gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus ausgehend von Lateinamerika auch Deutschland erreicht.

Dabei war der Blick auf die Chávez-Regierung durchaus kritisch. Rivas betonte auch die Widersprüche in der venezolanischen Gesellschaft, in der der Kapitalismus auch trotz einzelner Verstaatlichungen und Sozialreformen weiter besteht. Er plädierte für eine Fortsetzung und Vertiefung des revolutionären Prozesses hin zur tatsächlichen Abschaffung des Kapitalismus.

Dies sei jedoch nur durch die aktive und bewusste Beteiligung der Arbeiterklasse in unabhängigen Massenorganisationen möglich und nicht durch die Handlungen eines einzelnen. Rivas sprach sich für die Schaffung von Arbeiterkomitees in Betrieben und Stadtteilen aus, die durch Vernetzung die Basis einer Arbeiterregierung bilden könnten.

Gleichzeitig erklärte er, dass es dringend nötig ist, alle zentralen Wirtschaftsbereiche in öffentliches Eigentum zu überführen und dieses demokratisch zu verwalten.

In Berlin nahm eine offizielle Delegation des Gewerkschaftsverbandes UNT an der mit 140 BesucherInnen größten Veranstaltung teil, die zufällig zum selben Zeitpunkt in der Stadt war. darunter waren der Präsident der Sirtralsalud, Tony Navas, und die Parlamentsabgeordnete und UNT-Vorstandsmitglied Marcela Maspero.

Rivas konnte auf seiner Reise durch Deutschland auch Kontakte zu GewerkschaftsaktivistInnen aus Krankenhäusern knüpfen, so aus dem Bürgerhospital Stuttgart und dem Klinikum Kassel. Er unterstrich den Willen, die geknüpften Kontakte aufrecht zu erhalten und einen weiteren Austausch zwischen KollegInnen seiner Gewerkschaftsgruppe im Krankenhaus El Agonal in Caracas und deutschen KollegInnen zu organisieren. Insbesondere betonte er den Wunsch, einen Kollegen aus Deutschland nach Venezuela einzuladen.