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Spontane Arbeitsniederlegungen gegen ERA

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In der Metallindustrie wird derzeit das Entgeltrahmenabkommen (ERA) umgesetzt. Die IG Metall verkauft diesen Tarifabschluss als Erfolg. Unter anderem sollen ArbeiterInnen und Angestellte gleichgestellt werden. In der Praxis führt der ERA aber zu Abgruppierungen von der Werkbank bis ins Sekretariat.
 

von Ursel Beck, Stuttgart

Aufgrund von modernen Produktions- und Kommunikationstechnologien und der Taylorisierung der Fabrikarbeit werden Arbeitsplätze reihenweise als weniger belastend und weniger qualifiziert eingestuft und die Beschäftigten abgruppiert.

Für alle ArbeiterInnen und Angestellten gilt aber, dass der Stress in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Und deshalb sieht niemand ein, warum seine Arbeit ein paar Hundert Euro schlechter bezahlt werden soll.

Ab Anfang nächsten Jahres tritt der neue Tarifvertrag in Kraft. Dann kann jeder Beschäftigte gegen seine Eingruppierung reklamieren. Und bis April 2007 müssen alle Reklamationen abgearbeitet sein. Bereits die Bekanntgabe der neuen Eingruppierung hat in vielen Metallbetrieben zu großer Wut geführt. In einigen Betrieben gab es in den letzten Tagen spontane Arbeitsniederlegungen. So z.B. bei DaimlerChrysler in Berlin-Marienfelde.

Folgenden Bericht haben Vetrauensleute von DC Marienfelde im Labournet veröffentlicht:

"Am heutigen Dienstag, den 28. November, haben ca. 350 Kollegen gleichzeitig die ERA-Sprechstunde des Betriebsrats genutzt. Schnell war klar, hier geht es nicht darum sich Fragen beantworten zu lassen, es ging darum, der Wut über den massiven Lohnraub in Verbindung mit der Einführung von ERA Ausdruck zu verleihen. Aus allen Hallen und Abteilungen beteiligten sich

Kollegen, in mehreren Abteilungen stand die Produktion bis zu einer Stunde. Nachdem das Betriebsratsbüro aus allen Nähten zu platzen drohte, entschlossen sich die Kollegen auf dem Gelände vor dem Betriebsratspavillon eine Kundgebung durchzuführen. Der Betriebsrat gab dem Druck der Belegschaft nach und nahm die Forderung der Kollegen auf."

Bericht der Vertrauensleute DC-Berlin vom 30.11.2006