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Che Guevara (4. Teil)

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Ein neues Kuba, aber von wem regiert?

Nach der Russischen Revolution 1917 wurde durch die Wahl von Sowjets (Räten) ein System der ArbeiterInnendemokratie errichtet. Sie bestanden aus Delegierten, die aus den Fabriken, Arbeitsstätten und Militäreinheiten gewählt wurden. Ähnliche Organisationsformen wurden von der ArbeiterInnenklasse in anderen Revolutionen errichtet, einschließlich der Pariser Kommune von 1871. Nach der Russischen Revolution wählten die örtlichen Sowjets regionale und nationale Räte, aus denen die Regierung gebildet wurde. Alle diese gewählten Delegierten konnten zu jeder Zeit von denen, die sie gewählt hatten, ersetzt werden. Regierungsbeamte erhielten nicht mehr Bezahlung als den Durchschnittslohn von FacharbeiterInnen. Lenin trat dafür ein, dass der maximale Lohnunterschied vier zu eins sein solle. Durch dieses System der ArbeiterInnendemokratie übte die ArbeiterInnenklasse mit der Unterstützung der armen BäuerInnenschaft und anderer ausgebeuteter Schichten demokratische Kontrolle und Verwaltung über die Leitung und Planung der Gesellschaft aus. Als ein Ergebnis hatte die Russische Revolution eine enorme internationale Auswirkungen. Der Titel von John Reeds lebendigem Bericht über die Revolution stimmte: „Zehn Tage, die die Welt erschütterten“.

ArbeiterInnen weltweit unterstützten nicht nur die Revolution, sondern kämpften, um ein ähnliches System von ArbeiterInnendemokratie in ihren eigenen Ländern nachzuahmen. Ihre Auswirkungen waren international noch größer und konkreter als die Sympathie, die durch die Kubanische Revolution geweckt wurde. Das System der ArbeiterInnendemokratie, das während der Russischen Revolution errichtet wurde, war darauf aufgebaut, dass die ArbeiterInnenklasse bewusst die Leitung der Gesellschaft übernimmt. Mit der ArbeiterInnenklasse an der Spitze des revolutionären Prozesses wurde ein ArbeiterInnenstaat errichtet, der den Klassencharakter der Revolution widerspiegelte. Eben das war es, was so eine Auswirkung auf ArbeiterInnen auf der ganzen Welt hatte. Die ArbeiterInnenklasse verlor schließlich die politische Macht an eine bürokratische Elite wegen dem Scheitern der internationalen Revolution und der Militärintervention durch 21 Armeen des Imperialismus, die die konterrevolutionären Kräfte in Rußland stärkten. Der Bürgerkrieg, der von 1918 bis 1921 in Rußland wütete, führte zu einer schrecklichen wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe. Wegen dem Elend, das sich in ländlichen Gebieten entwickelte, kam es sogar zu Kannibalismus. Diese Ereignisse und das Scheitern der Revolution international erschöpften schließlich die ArbeiterInnenklasse, besonders die politisch aktivsten und erfahrensten ArbeiterInnen.

Eine privilegierte und bürokratische Kaste entwickelte sich, die die politische Macht übernahm. Bis 1989/91 herrschte ein bürokratisches Unterdrückungsregime im Namen des „Sozialismus“. Auf Kuba war das neue Regime, das 1959 an die Macht kam, ungeheuer populär und genoss Massenunterstützung. Aber der Charakter des Staates, der errichtet wurde, spiegelte die überwiegend ländliche und bäuerliche Grundlage der Revolution wieder. Als Ergebnis wurde keine ArbeiterInnendemokratie ähnlich jener die in Russland 1917 die Macht übernahm, errichtet. Trotz der Unterstützung und Popularität des kubanischen Regimes war es von Anfang an keine ArbeiterInnendemokratie, sondern das, was das CWI als „deformierten ArbeiterInnenstaat“ charakterisieren würde.

D.h. ein Staat, in dem Kapitalismus und Großgrundbesitz gestürzt und durch eine verstaatlichte geplante Wirtschaft ersetzt wurden, die aber von einer bürokratischen Kaste kontrolliert und geleitet wird. Es gab kein System von Sowjets oder ArbeiterInnenräten, durch das das Proletariat die Gesellschaft regieren konnte. Die Regierung herrschte hauptsächlich durch die Kommunistische Partei und die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDRs), die das neue Regime im September 1960 bildete. Sie waren keine gewählten Gremien auf Betriebsebene, durch die die ArbeiterInnenklasse Vorschläge machen oder die Vorschläge auf regionaler und nationaler Ebene ändern und ergänzen konnte. Gerade das ist aber wesentlich, damit eine zentral geplante Wirtschaft sich am effektivsten entwickeln und bürokratische Tendenzen kontrollieren kann.

Jede Straße hatte ein CDR, bei denen anfänglich alle mitmachen konnten weshalb sie drei Millionen Mitglieder hatten. Sie dienten als Transmissionsriemen für die Entscheidungen der Regierung, die ihnen hauptsächlich durch Mitglieder der Kommunistischen Partei mitgeteilt wurden. Sie dienten als Mechanismus, durch den die Parteiführung örtliche Volksabstimmungen durchführte, um ihre Entscheidungen absegnen zu lassen. Sie waren kein effektives Instrument, durch das die ArbeiterInnen und die Bevölkerung debattieren und die oben getroffenen Entscheidungen ändern konnten. Castro nutzte diese Herrschaftsmethode häufig. Massenkundgebungen wurden einberufen und den Anwesenden Vorschläge unterbreitet, die sie mit „si“ oder „no“ abstimmen konnten. Es gab keine Debatte oder Diskussion oder Kontrolle. In der Begeisterung der frühen Tage der Revolution wurde durch die CDRs ein Element von Kontrolle vor allem in tagtäglichen Fragen ausgeübt. Aber sie haben nie als Mechanismus funktioniert, durch den die ArbeiterInnenklasse die demokratische Planung und Kontrolle über die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt ausüben konnte. Sie waren zwar in der frühen Periode der Revolution bei vielen ArbeiterInnen populär, spielten aber zunehmend die Rolle der Bespitzelung der Aktivitäten der örtlichen Bevölkerung.

Die Gewerkschaften wurden durch den CTC schnell zu wenig mehr als Überwachungsagenturen für die jeweiligen Ministerien. Es gab auch fast 300 GemeinderätInnen, aber sie hatten wenig Macht. KandidatInnen mussten alle die von der Partei festgelegten Kriterien erfüllen, die auch die PräsidentInnen bestimmte. Die Kubanische Kommunistische Partei ist das Hauptinstrument, mit der die Bürokratie ihre Herrschaft ausübt. Die Partei selbst wird auf der Grundlage von Ernennungen von oben nach unten auf jeder Ebene geführt. Formell wurde sie 1965 auf kontrollierter Basis durch die ORI (Integrierte Revolutionäre Organisationen) gebildet, nach einer Säuberung aller PSP-Mitglieder, die an Batistas gefälschten Wahlen von 1958 teilgenommen hatten. Mit 70.000 Mitgliedern 1969 war sie pro Kopf der Bevölkerung verhältnismäßig die kleinste der „kommunistischen Parteien“ in den sogenannten „kommunistischen“ Ländern. Ihre Mitglieder wurden durch Kommissionen ausgewählt, die vom Zentralkomitee ernannt waren, und Fraktionen waren verboten. Diese Kommissionen wählten „beispielhafte“ ArbeiterInnen und besonders TechnikerInnen aus den Betrieben aus. Obwohl die Kommunistische Partei 1965 gebildet wurde, hielt sie ihren ersten Parteitag 1975 ab – ein Jahrzehnt später. Andere Parteien wurden verboten.

In Russland hielt die bolschewistische Partei selbst unter den Bedingungen des Bürgerkriegs jedes Jahr einen Kongress ab. Unter Lenin und Trotzki wurden Fraktionen innerhalb der Partei verboten (Lenin wollte dies nur vorübergehend), als die Revolution durch den Bürgerkrieg und die imperialistische Intervention aus 21 Ländern bedroht war. Andere Parteien wurden nur verboten, wenn sie gegen die Revolution zu den Waffen griffen und mit der imperialistischen Intervention zusammenarbeiteten.

Bürokratische Planung

Ein zentraler Planungsmechanismus wurde erst durch die INRA und dann JUCEPLAN errichtet, die eine Imitation der bürokratischen Planungsmechanismen, die es in der UdSSR gab, waren. Che spielte in beiden eine führende Rolle und war Chef der verstaatlichten Kubanischen Nationalbank. „BeraterInnen“ von jenseits des „eisernen Vorhangs“ kamen und beeinflussten zunehmend die zentralisierten Planungsmechanismen. 1961 gab es mehr als 100 osteuropäische „BeraterInnen“ in Havanna – es waren nicht die Massen, die die zentrale oder örtliche Planung der Wirtschaft kontrollierten. Die bürokratische Planung der Wirtschaft führte zu einer Reihe von Zickzacks und nicht erreichbare Ziele wurden festgelegt, weil das Regime versuchte, Engpässe und Probleme zu überwinden. 1960 versprach Castro, dass bis 1965 ein so hoher Lebensstandard wie in Schweden erreicht sein würde. Che erklärte, Kuba werde binnen zwölf Monaten ein Industrieland sein. Im selben Jahr wurde die Rationierung von Lebensmitteln eingeführt, die bis in die 70er Jahre erhalten blieb! Überzogene Ziele und Zickzacks existierten in wichtigen Sektoren der Landwirtschaft ebenso deutlich wie in der Industrie.

In Ländern wie Kuba ist eine harmonische Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie wesentlich. Ein hoher Grad an industrieller Entwicklung und Mechanisierung ist notwendig, um die landwirtschaftliche Produktion auf das Maximum zu steigern. Dies erfordert eine genau abgestimmte Beziehung zwischen Industrie und Landwirtschaft. Es ist nicht möglich, dies durch ein System ohne ArbeiterInnendemokratie zu erreichen, wo die Bürokratie die Gesellschaft von oben beherrscht. So argumentierte Leo Trotzki in seiner Kritik an Stalins Agrarpolitik in den dreißiger Jahren. Castro erklärte Ende der 60er Jahre, dass die kubanische Zuckerproduktion 1970 10 Millionen Tonnen erreichen würde. Dies wäre nur mit der Entwicklung der Industrie und Mechanisierung der Landwirtschaft möglich gewesen. 1970 wurden nur 8 Millionen Tonnen geerntet und 1975 5,4 Millionen Tonnen. In einer verzweifelten Anstrengung, das Ziel für 1970 zu erreichen, wurden 400.000 KubanerInnen aus den Städten mobilisiert, um die Ernte einzubringen. Diese Politik der Massenmobilisierung von Freiwilligen und manchmal auch ArbeiterInnen unter Zwang war ein Versuch, einen Ersatz für die fehlende Mechanisierung zu schaffen. Sie führte wiederum zu einer Störung der Produktion in den Städten und steigerte die Probleme, die es in der Industrie gab. Che und Castro versuchten, ein paar der Wirtschaftsprobleme zu lösen, die wegen der Bürokratie entstanden. Sie beklagten die Symptome, konnten aber keine Heilung finden.

Schon 1963 musste sich Che mit den Problemen befassen, die aufgrund der bürokratischen Herrschaft entstanden. Er hielt eine Geheimrede, die „für den Privatgebrauch der politischen und WirtschaftsführerInnen war“, in der er ManagerInnen für die schlechte Qualität der Waren geißelte. Aber zur Heilung der Krankheit der Bürokratie war ein System der ArbeiterInnendemokratie notwendig, das Kritik an EntscheidungsträgerInnen und Diskussion und die Abänderung von Plänen erlaubte. Dies fehlte auf Kuba. In einem kleinen Land wie Kuba würden die Schwierigkeiten, vor denen selbst ein Regime der ArbeiterInnendemokratie stehen würde, in besonderem Masse den Sieg der sozialistischen Revolution international erfordern – besonders in ganz Lateinamerika – um durch die Integration und Planung der Wirtschaften die notwendigen Ressourcen und Technik zu erlangen. Deshalb ist der Kampf für eine Sozialistische Föderation Lateinamerikas von so entscheidender Bedeutung für die ArbeiterInnenklasse und ausgebeuteten Völker des Kontinents.

Che unterstützte so eine internationale Revolution und kämpfte für sie. Leider entsprachen die Ideen, die er zu ihrer Erreichung befürwortete, nicht den Bedingungen, die in anderen, stärker urbanisierten Ländern Lateinamerikas herrschten. Der bürokratische Einfluss der UdSSR verschlechterte die Lage. Auf zentraler Ebene versuchte sie, ihr eigenes Rechnungsführungssystem einzuführen. Diese wahnwitzige Politik bedeutete, dass jede Branche finanziell getrennt arbeitete, ohne Rücksicht auf die nationale Bilanz. Ein Bereich der Wirtschaft konnte daher einen andere nicht subventionieren, selbst wenn das insgesamt gesehen wirtschaftlich erstrebenswert war. Che widersetzte sich Versuchen, dies Kuba aufzuzwingen. Andere Aspekte der russischen „Hilfe“ wären fast komisch, wenn sie nicht so tragisch wären. Häuser, die für die Bedingungen in Serbien mit Temperaturen unter Null entworfen waren, wurden im sonnigen Kuba gebaut! 1.000 russische Traktoren wurden 1963 geschickt, um Zuckerohr zu ernten. Als sie entladen waren, wurde entdeckt, dass sie für diese Aufgabe nicht verwendet werden konnten und besondere Maschinen gebraucht wurden. Es gab von Beginn des neuen Regimes an Lohndifferenzierung. K. S. Karol bemerkt in seinem Buch Guerillas in Power, dass er 1963 einen Ingenieur in einer Fabrik traf, der den siebzehnfachen Lohn eines/r ArbeiterIn bekam. Das war weit weg von Lenins vorgeschlagenem maximalen Unterschied von 4 zu 1.

Die kubanische Bürokratie nahm für sich Privilegien in Anspruch, obwohl sie wegen der Rückständigkeit Kubas geringer als jene der BürokratInnen im Kreml schien. Ihr gesellschaftlicher Einfluss ist aber nicht weniger bedeutsam. 1975 beschloss der Kongress der Kommunistischen Partei, dass KubanerInnen Autos kaufen dürfen. Bis dahin war das ein Vorrecht von Partei- und StaatsfunktionärInnen gewesen. Während der Lebensmittelrationierung 1961 bekamen RegierungsbeamtInnen höhere Rationen als ArbeiterInnen und BäuerInnen. Gleichzeitig wurden hochwertigere und teurere Restaurants wie „Torre“ und „1830“ von Partei- und RegierungsfunktionärInnen besucht. Für ArbeiterInnen blieben sie unerreichbar.

Nicht für Che

Manche der Privilegien wurden buchstäblich von dem genommen, was die Reichen zurückgelassen hatten, als sie aus Kuba flohen. Che nahm nicht an solche Aktivitäten teil und war von ihnen abgestoßen. Er wurde durch die bürokratischen Merkmale, die sich im neuen Kuba herausbildeten, zunehmend irritiert. Orlando Borrego arbeitete mit Che in JUCEPLAN und erinnert sich an einen Vorfall. Er hatte in einer Zuckerfabrik „interveniert“, einen brandneuen Jaguar bekommen, den der frühere Eigentümer zurückgelassen hatte und fuhr eine Woche lang mit ihm herum. Che entdeckte ihn in dem Auto und lief schreiend auf ihn zu: „Du bist ein Zuhälter. Es ist ein Zuhälterauto. Kein Verreter des Volks sollte es fahren, werde es los. Du hast zwei Stunden Zeit.“ Borrego erinnert sich: „Che war superstreng … wie Jesus Christus“. Er lehnte Privilegien für sich ab und hatte einen kargen Lebensstil. Als Chef der Nationalbank verweigerte er das höhere Gehalt, auf das er Anspruch hatte und bestand auf dem Mindestlohn für einen „Commandante“. Als 1961 Lebensmittelrationierung eingeführt wurde, war er abgestoßen, als er durch Zufall herausfand, dass seine Ration höher war als die, die der Masse der Bevölkerung gegeben wurde und kürzte sie sofort entsprechend. Er lehnte sogar die Verwendung von für offizielle Aufgaben bestimmtem Regierungsbenzin ab, um seine Frau ins Krankenhaus zu bringen, und wollte, dass sein Vater und seine Familie die Flugtickets aus Argentinien selber zahlten, als sie ihn auf Kuba besuchten. Seine Hingabe an die Revolution und sein Lebensstil brachten ihm einen besonderen Platz in den Herzen der kubanischen und lateinamerikanischen Massen ein.

Che reagierte zunehmend feindselig auf das, was er in der Sowjetunion sah. Bei einem Besuch war er im Apartment eines Regierungsbeamten zum Essen eingeladen und aß von feinstem importierten französischen Porzellan. Während des Mahles wandte er sich zu seinem Gastgeber und witzelte sarkastisch: „So, das Proletariat hier isst von französischem Porzellan, wie?“ Zurück auf Kuba war er frustriert über die Qualität der Lieferungen aus Moskau, die er als „Pferdescheiße“ beschimpfte. In einem Fall, als er unter einem besonders schweren Asthmaanfall litt, wurde er von seinem Freund Padila besucht, der gerade aus der UdSSR zurückkam und anprangerte, was er gesehen hatte. Che unterbrach ihn: „Ich muss dir sagen, dass ich dir nicht zuzuhören brauche, weil ich schon alles darüber weiß. ich weiß, dass es ein Schweinestall ist; ich habe es selber gesehen.“ Che war zwar durch das abgestoßen, was er in der UdSSR sah, und frustriert über die entstehenden bürokratischen Methoden und Fehler auf Kuba, hatte aber keine klare Alternative. Seine zentrale Schwäche, sein fehlendes Verständnis der Rolle der ArbeiterInnenklasse bei der Revolution und in der bewussten Planung und Leitung der Gesellschaft, hinderte ihn jetzt daran, eine gangbare politische Alternative zu entwickeln. Dem muss sein Fehlen einer ausgearbeiteten Erklärung der stalinistischen Staaten in der UdSSR und Osteuropa hinzugefügt werden. Von einem marxistischem Standpunkt aus betrachtet wandten sich diese beiden Mängel in seinen Ideen gegen ihn. Er strebte zwar richtigerrweise die Ausdehnung der Revolution über Kubas Grenzen hinaus an, erfasste aber nicht, wie das getan werden könnte.

Internationale Politik

Alles was er bieten konnte, war ein Appell, die Revolution und ihre Methoden der „Guerillataktik“ zu wiederholen. Aufgrund der Autorität der kubanischen Revolution hatte dies eine große Wirkung auf Schichten von Jugendlichen und Intellektuellen in ganz Lateinamerika und Europa. Aber trotz der Sympathie der mächtigen und heranwachsenden ArbeiterInnenklasse in Chile, Argentinien, Brasilien, Bolivien und anderen Ländern für die kubanische Revolution und Che, schien ihnen diese Kampfmethode nicht angebracht. Che schaffte es nicht, sich dieser mächtigen und potenziell revolutionären Klasse zuzuwenden und ihr ein revolutionär-sozialistisches Programm als Alternative zu Klassenkollaboration, Reformismus und Volksfrontpolitik anzubieten, die ihnen von den sozialistischen und Kommunistischen Parteien der Region offeriert wurden. Ches Ideen zum Internationalismus hatten auf Kuba Massenunterstützung und das neue Regime war bereit, sie als Gegengewicht gegen die bedrohliche Blockade durch den Imperialismus zu übernehmen.

Unter Ches Einfluss unterstützte und gründete das Regime Guerillaorganisationen in zahlreichen Ländern. Dies wurde von der Bürokratie in der UdSSR für kurze Zeit toleriert, obwohl es ihr ein paar Probleme beim Umgang mit örtlichen Kommunistischen Parteien schaffte, die diese Methoden zurückwiesen. Konflikte und Meinungsverschiedenheiten gab es auch zwischen Havanna und Moskau. Aus dem Blickwinkel des Kreml war es wie die Wirtschaftshilfe, die Moskau an Kuba gab, ein Preis, der sich zu zahlen lohnte, weil er ihr internationales Prestige besonders in den kolonialen und halbkolonialen Ländern hob. Die Unterstützung des Castro-Regimes für zahlreiche Guerillakräfte in Lateinamerika irritierte die Moskauer Bürokratie zwar, bedrohte sie aber nicht. Sie konnten sie eine Weile lang dulden und sogar zu ihrem eigenen Vorteil gegen den US-Imperialismus nutzen.

Die unterschiedliche Haltung, die Chruschtschow gegenüber den Ereignissen in Ungarn 1956 und dem, was sich auf Kuba entwickelte, zeigte, veranschaulicht den Charakter des Regimes in Havanna. Im Ungarnaufstand wurden ArbeiterInnenräte gebildet. Die Macht war in der Hand der ArbeiterInnenklasse und der Massen, was eine tödliche Bedrohung für die Bürokratie darstellte. Eine siegreiche Revolution in Ungarn hätte gedroht, sich in einer Reihe von Aufständen in Osteuropa und der UdSSR auszudehnen. Mit dieser Bedrohung war die Bürokratie nicht bereit, einen Kompromiss zu schließen. Chruschtschow ertränkte die ungarische Revolution in Blut. Aber in Havanna streckten sie die Hand der Freundschaft in der Form von Handelsabkommen und Hilfe aus, weil der Charakter des Castro-Regimes die Herrschaft der Bürokraten im Kreml nicht bedrohte.

Die internationale Politik spiegelt die Innenpolitik wieder. 1968, nach Ches Tod, versuchte Havanna, die Beziehungen zum US-Imperialismus und seinen Handlangern in Lateinamerika zu entspannen. Dies spiegelte die Festigung der Macht der Bürokratie und eine vorübergehende Lockerung des Handelsboykotts durch die USA wieder. Die kubanische Unterstützung für revolutionäre Bewegungen international verringerte sich. Die Interessen des nationalen Regimes hatten Vorrang vor der internationalen revolutionären Bewegung. Die mexikanische Regierung war der einzige kapitalistische Staat, der die diplomatischen Beziehungen zu Kuba aufrecht erhielt. Sie wirkte als Kurier zwischen Havanna und Washington, wie sie es heute macht. In Mexiko massakrierte das Militär im Oktober 1968 bis zu Tausend StudentInnen. Kein Wort des Protests kam von der Kubanischen Kommunistischen Partei oder der Regierung. Obendrein gab es einen deutlichen Widerspruch zwischen der Politik, die Kuba gegenüber den Guerillabewegungen und den Kämpfen der ArbeiterInnenklasse betrieb. Als im stürmischen Jahrzehnt der 60er Jahre ArbeiterInnenbewegungen begannen, waren Castro und das kubanische Regime auffällig still. Als der europäische Kapitalismus durch den Generalstreik von 10 Millionen ArbeiterInnen in Frankreich im Mai 1968 erschüttert wurde, schwieg Havanna. Im selben Jahr unterstützte Castro die Militärintervention der russischen Bürokratie in der Tschechoslowakei.

Vom Kongo bis Bolivien

Der internationalistische Geist von Che hatte eine große Wirkung auf junge KubanerInnen. Delegationen von Jugendlichen kamen, ihn zu sehen und schickten ihm Briefe, in denen sie baten, nach Nicaragua, Guatemala, der Dominikanischen Republik, Venezuela und anderen Ländern gehen und dort kämpfen zu dürfen.

Eine besondere Regierungsstelle, Liberación, wurde eingerichtet, die für die „lateinamerikanische Revolution“ verantwortlich war. Wie die CDRs hatte die internationale Abteilung der kubanischen Regierung zwei Seiten. Am Anfang waren die Beteiligten gewöhnlich von der Sehnsucht motiviert, die Revolution auszubreiten und KämpferInnen in anderen Ländern zu unterstützen. Den Verfolgten aus der ganzen Region, die nirgendwo anders hingehen konnten, wurde Zuflucht gewährt. Aber die Unterstützung, die Liberación gewährte, ging fast ganz an Guerillaorganisationen und nicht an die ArbeiterInnenklasse. Guerillagruppen wurden ausgebildet und ihnen wurden Ressourcen zugeleitet. Che war an der Unterstützung von Gruppen aus Guatemala, Peru, Venezuela und Nicaragua beteiligt.

Viele AnführerInnen der nicaraguanischen FSLN, wie Tomás Borge und Rodolfo Romero, die Mitglieder der sandinistischen Führung waren, die 1979 die Macht übernahm, bekamen Schulungen auf Kuba. Diese frühe Unterstützung, die die Rolle des CastroRegimes widerspiegelte, wurde später das Instrument zur Ausübung von Kontrolle und zum Aufzwingen der von Havanna gewünschten Politik gegenüber verschiedenen Guerilla- und linken Gruppen. Dies geschah zunehmend mit dem Ziel, die Bedürfnisse der Bürokratie in Moskau zu befriedigen.

Das wurde deutlich, als die Sandinistas in einem ähnlichen Prozess wie dem, der sich auf Kuba abgespielt hatte, die Macht übernahmen. Sie gingen aber nicht zur Verstaatlichung der entscheidenden Sektoren der Wirtschaft und zum Sturz des Kapitalismus weiter. 1985 flirteten die sandinistischen Führer angesichts der Drohung der von den USA unterstützten Konterrevolution mit der Idee, „Kuba zu spielen“. Im April besuchte Sandinista- Führer Daniel Ortega Moskau, um die Unterstützung der Sowjetbürokratie zu diskutieren. Die Moskauer Bürokratie gab aber keine Unterstützung, weil sie nicht in einen Krieg in Mittelamerika verwickelt werden wollte und ihre Interessen und die internationale Lage anders waren als 1959/60.

Castro unterstützte seine Zahlherren pflichtgetreu und setzte die FSLN-Führung unter Druck. Eine kleine Zahl von sowjetischen MIG-Kampfflugzeugen, die für Nicaragua bestimmt waren, wurden in Havanna unter Verschluss genommen. Zuvor hatte er im Januar 1985 Managua besucht und die FSLN gedrängt, die gemischte Wirtschaft zu unterstützen, indem er ihnen sagte: „Ihr könnt eine kapitalistische Wirtschaft haben“ und Ortega für seinen „ernsten und verantwortlichen Ansatz“ pries.

Che wollte Anfang der 60er Jahre die Revolution durch die Anwendung seiner Guerillamethoden im ganzen südamerikanischen Kontinent ausdehnen. Besonders hoffte er auf einen revolutionären Ausbruch in seinem Heimatland Argentinien. Castro wollte sein Regime stärken und die Unterstützung von Chruschtschow gewinnen. Nachdem er 1963 mit großer Wirtschaftshilfe aus Moskau zurückkam, kümmerte er sich weniger um die Ausdehnung der Revolution über Kubas Küsten hinaus und erklärte, dass er „bereit ist, alles Notwendige zu tun, um gutnachbarschaftliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika auf der Grundlage der Prinzipien der Koexistenz zu schaffen.“

1962 wurde von der Ejército Guerillero del Pueblo (Volksguerillaarmee) eine Guerillaoperation in Argentinien gestartet. Mit seiner riesigen ArbeiterInnenklasse in den Städten war es jenes Land, in dem der Beginn eines Guerillakrieges am wenigsten möglich war. Die Offensive sollte mit dem zweiten Jahrestag der militärischen Machtübernahme zusammenfallen. Es war eine Katastrophe und die Gruppe wurde niedergemetzelt, einschließlich zwei seiner engsten Mitarbeiter, Hermes und Masetti. Der Vorfall hatte eine verheerende Wirkung auf Che. Als jemand in fragte, warum er deprimiert aussehe, antwortete er: „Hier siehst du mich hinter einem Tisch, angepisst, während meine Leute auf Missionen sterben, in die ich sie geschickt habe.“ Eine Verbindung aus dieser und anderer Niederlagen von Guerillakräften international, zusammen mit der Frustration über die wachsende Bürokratisierung des kubanischen Regimes führten ihn zu dem Entschluss, auf den Kampfplatz zurückzukehren. Schließlich verließ er Kuba 1965 und ging nicht nach Lateinamerika, sondern nach Afrika und kämpfte im Kongo. Seit dem Sturz der LumumbaRegierung und dessen Ermordung war der Kongo ständig im Zentrum eines wichtigen Konflikts mit dem Imperialismus gewesen.

Die Kongo-Katastrophe

Che ließ einen Brief an Castro zurück, in dem er seine Fähigkeiten als „revolutionärer Führer“ pries und Kuba von der Verantwortung für seine künftigen Handlungen entband. Typischerweise schrieb er: „Ich hinterlasse meinen Kindern und meiner Frau nichts Materielles, aber das stört mich nicht; ich freue mich, dass es so ist. Ich erbitte nichts für sie, denn der Staat wird sie ausreichend versorgen.“ [Ernesto Che Guevara. Ausgewählte Werke in Einzelausgaben. Band 4: Schriften zum Imperilaismus. Köln 1989, S. 232-234, hier S. 233] Er beendete den Text mit dem berühmten Ausspruch, der in den 70er und 80er Jahren der Kampfruf der Jugend in ganz Lateinamerika im Kampf gegen die Diktaturen wurde, die den Kontinent in ein Gefängnis verwandelten: „Hasta la victoria siempre!“ („Immer bis zum Sieg!“). Aber die Hoffnungen und Bestrebungen, mit denen er mit einer Einheit von KubanerInnen in den Kongo aufbrach, wurden schnell zerschlagen. Die Mission wurde zu einer Katastrophe und führte zu einer Niederlage. Sie war schlecht vorbereitet und wurde fast eine Verzweiflungstat. Obendrein war es eine von außen aufgezwungene Mission. Wie Che später zugab, wussten die KongolesInnen wenig davon, bis er in ihrem Land ankam.

Als seine Einheit in Dares-Salaam in Tansania ankam, wo die Basis der RebellInnenführerInnen lag, war keiner zu finden. Sie waren im Ausland in Kairo. Zu ihnen gehörte Laurent Kabila, der mehr als dreißig Jahre später die Macht im Kongo übernahm. Die kubanischen Kräfte waren schockiert über das, was sie in der RebellInnenarmee fanden. Sie hatte nicht nur keine zusammenhängende politische Leitung, sondern war in Ches Worten eine „Schmarotzerarmee“.

Die örtlichen BäuerInnen hatten Angst vor ihr. Soldaten bestahlen sie und belästigten die Frauen. In den Konflikten, deren Zeuge Che wurde, flohen die Kämpfer gewöhnlich. Offiziere stritten sich oft im Suff und gerieten dann in Kämpfe. Die KubanerInnen sahen, wie Kabila im Mercedes durch Dares-Salaam fuhr und nie da war, wenn Kämpfe bevorstanden. All dies stand in scharfem Gegensatz zu dem, was die kubanischen Kräfte gewohnt waren und erwarteten. Schließlich mussten sie sich nach einem Angriff der Regierungskräfte auf die RebellInnen zurückziehen und ihre Niederlage eingestehen. Che fand Zuflucht in der kubanischen Botschaft in Tansania und kehrte schließlich heimlich über Osteuropa nach Kuba zurück. Aber nachdem er sich den Ruf geschaffen hatte, bis zum Ende zu kämpfen, konnte er nicht „mit leeren Händen“ nach Havanna zurückkehren.

Nach Bolivien und in den Tod

Ches Ziel war die Rückkehr in sein Heimatland Argentinien und die Fortsetzung des Kampfes dort, aber dies erwies sich als unmöglich. 1967 tauchte er in Bolivien auf und wollte dort die revolutionäre Bewegung mit einer Guerillakampagne entfachen. Er hoffte, von da aus in einer Reihe von revolutionären Kämpfen auf die umliegenden Länder einzuwirken. Es war eine heroische Geste, wie vieles in Ches politischem Kampf. Es erwies sich wie der Kongo als weiteres Abenteuer, diesmal mit tödlichen Folgen für ihn. Auf tragische Weise wurde ein ehernes Gesetz der Geschichte veranschaulicht, dass Revolutionen nicht künstlich von außen aufgezwungen werden können.

Bolivien hatte zwar eine größere ländliche Bevölkerung als Argentinien, aber auch eine starke ArbeiterInnenklasse, deren Speerspitze die BergarbeiterInnen mit ihren revolutionären Traditionen waren. Che ignorierte das, obwohl er Zeuge der revolutionären Massenerhebung von 1953 gewesen war. Obendrein wurde während der bolivianischen Revolution in den 50er Jahren eine umfangreiche Bodenreform durchgeführt. Dies machte die BäuerInnenschaft weniger geneigt und empfänglich, einen bewaffneten Kampf zu beginnen und eine Guerillaarmee zu unterstützen. Als seine Pläne für diese Kampagne gemacht wurden, schaffte es Che nicht, die aktive Unterstützung der bolivianischen Kommunistischen Partei (PCB) zu gewinnen, die anfänglich zumindest formell eine neutrale Haltung einnahm und ein paar ihrer Mitglieder erlaubte, bei der Vorbereitung der Aktionen zu helfen. Teilweise sollte das ihrer Führung erlauben, „revolutionärer“ zu erscheinen, weil sie fürchteten, links überholt zu werden. Sie fürchteten besonders die trotzkistische Partei POR (Revolutionäre ArbeiterInnenpartei), die eine mächtige Tradition von teilweise Masseneinfluss hatte, besonders unter den BergarbeiterInnen. In Wirklichkeit organisierte die PCB keine Unterstützung für die Guerillatruppe und ihre FührerInnen waren skeptisch gegenüber der Unterstützung solcher Methoden.

Monje und die anderen FührerInnen wollten einfach nicht, dass in ihrem eigenen Hinterhof ein Guerillakampf ausgetragen wird. Die Partei war immer noch in die Idee einer Koalition mit den „fortschrittlichen“ Teilen der nationalen Bourgeoisie verliebt. Castro hatte mit Monje und anderen PCB-FührerInnen vereinbart, dass sie das Monopol bei der politischen und materiellen Unterstützung haben sollten. In Wirklichkeit gab die PCB Ches Truppe wenig Unterstützung. Dies lag teilweise an der Lage in Bolivien. Es gab aber auch internationale Faktoren, die sich auf Monje und die PCB-Führung auswirkten. Die Moskauer Bürokratie wollte die Guerillabewegungen unter Kontrolle bringen, die die Instabilität verstärkten, die sich in Lateinamerika entwickelte. Sie meinten, dass das kubanische Regime sie ermutige, und seine Aktivitäten mussten „kontrolliert“ werden.

Che wurde im Kreml als unverantwortlicher Abenteurer betrachtet. Er wurde von Kreisen im Kreml als „Trotzkist“ und „Maoist“ angeprangert. Dies wurde auf einer internationalen Konferenz im Januar 1966 deutlich, der sogenannten Trikontinentalen Konferenz. Dieses Ereignis fand in Havanna statt und wurde von Delegierten aus Asien, Afrika und Lateinamerika und auch aus China und Russland besucht. Abgesehen von RegierungsvertreterInnen waren Guerillagruppen anwesend, hauptsächlich aus Lateinamerika. Hier erregte Castro die Aufmerksamkeit der chinesischen Bürokratie, deren Interessen mit denen ihres Gegenstücks in der UdSSR im Konflikt lagen. Gleichzeitig drückte Castro eine Resolution durch, die zum großen Missfallen der Moskauer FührerInnen Guerillabewegungen unterstützte.

Nach der Konferenz machte Monje rasch einen Besuch in Moskau. Aus den Diskussionen, die er mit KPdSU-FunktionärInnen hatte, folgerte er, dass sie – wie er – Che als die Triebkraft hinter dieser Politik sahen – obwohl er auf der Konferenz nicht zugegen war. Laut Monje wurde er von KPdSU-FunktionärInnen gedrängt, den KubanerInnen die Stirn zu bieten und sich nicht von ihnen herumschubsen zu lassen. Monje wurde sicher von der Bürokratie ermutigt, die bolivianische Kommunistische Partei nicht zur Unterstützung von Ches Guerillaoperationen zu mobilisieren. Dies, und die Brüche zwischen den PCB-FührerInnen und Che, war in Havanna bekannt, als Castro zustimmte, der bolivianischen Kommunistischen Partei das Monopol bei der politischen und praktischen Unterstützung für Che und seiner Guerilla zu geben.

Schließlich begann Che seinen Kreuzzug in einem der isoliertesten Gebiete Boliviens, im Südosten des Landes, 250 Kilometer südlich von Santa Cruz. Seine Guerillaarmee wurde ELN (Nationales Befreiungsheer) genannt. Auf ihrem Höhepunkt zählte seine Einheit 29 BolivianerInnen und 18 KubanerInnen. Das zum Beginn der Offensive gewählte Gebiet war eines der am wenigsten bevölkerten, in dem es keine Tradition des Kampfes unter den örtlichen BäuerInnen gab. Es war nicht überraschend, dass Ches Expedition keine Unterstützung vor Ort erlangte. Das Scheitern von Ches Truppen, eine wirkliche Basis vor Ort zu gewinnen, spiegelte auch wieder, dass die BäuerInnen nach der während der Revolution von 1953 eingeführten Bodenreform nicht bereit waren, den Weg des bewaffneten Kampfes zu beschreiten.

Nach monatelangen Kämpfen war die Guerillatruppe isoliert und erlitt einen Rückschlag nach dem anderen. Ches Gesundheit verschlechterte sich und er musste reiten, weil er wegen der Asthmaanfällen nicht mehr gehen konnte. Es gab keine Unterstützung aus Havanna und die Verbindung zur ELN zerbrach. Man kann sicher annehmen, dass die Moskauer Bürokratie Che „aus dem Weg“ haben wollte. Castro blieb während der letzten Monate und Wochen eines der HauptführerInnen der Kubanischen Revolution passiv.

Regis Debray, der mit Che Guevara in Bolivien war, und sich seitdem politisch nach rechts bewegt hatte und Berater des ehemaligen französischen Präsidenten François Mitterand wurde, hat 1996 Castro und Havanna angegriffen und beschuldigt, Che und seine Truppe im Stich gelassen zu haben. Ches kleine Truppe kämpfte gegen 1.500 Soldaten der bolivianischen Armee. In Zusammenarbeit mit der CIA jagten sie seine Truppe. Nach einem hoffnungslosen Gefecht am 8. Oktober wurden er und seine Guerillas in der Nähe des Dorfes La Higuera östlich von Sucre gefangengenommen. Am nächsten Tag wurde er von Oberstleutnant Andere Selich fünfundvierzig Minuten lang verhört, wonach seine Ermordung vom kubanischstämmigen CIA-Agenten Felix Rodriguez angeordnet wurde. Er lag mit gebundenen Händen und Füßen neben den Leichen von zwei Toten GuerillakämpferInnen. Auf die Frage: „Sind sie Kubaner oder Argentinier?“ antwortete Che: „Ich bin Kubaner, Argentinier, Bolivianer, Peruaner, Ecuadorianer und so weiter, verstehst du.“

Er wurde mit 39 Jahren hingerichtet und in einem geheimen Grab beerdigt. Es wurde kürzlich entdeckt und sein Leichnam wurde nach Kuba überführt. Seine Henker schnitten nach seinem Tod seine Hände an und schickten sie als Beweis für seinen Tot nach Havanna. Neben seinem Grab in Bolivien steht eine einfache Parole: „Che – so lebendig, wie sie ihn nie haben wollten“. Der Geist einer heroischen Verpflichtung zum Kampf gegen Unterdrückung wurde an neue Generationen vermacht. Sein Vorbild begeistert immer noch viele zum Kampf für den Sturz des Kapitalismus und für eine sozialistische Alternative.

Drei Jahrzehnte nach seinem Tod ehren MarxistInnen Che als ehrlichen und heroischen Revolutionär. Ches Tragödie war, dass sein Heroismus nicht mit einem voll ausgearbeiteten Programm und Ideen verbunden war, die das Ziel, das er erstrebte, herbeiführen konnten – eine internationale sozialistische Revolution. Die Notwendigkeit, sie zu erreichen, ist dringender denn je. Sie wird vollendet werden, wenn die RevolutionärInnen von heute von der Erfahrung des Kampfes von Che Guevara lernen und seiner Kühnheit und Opferbereitschaft im Kampf zur Herbeiführung einer sozialistischen Gesellschaft folgen.

Nachwort

Drei Jahrzehnte nach Ches Tod steht Kuba wieder an einer Weggabelung. Vor dem Hintergrund einer veränderten internationalen Lage drohen Konterrevolution und kapitalistische Restauration. Der US-Imperialismus hat den Schraubstock erneut enger gedreht und steht an der Spitze von Versuchen, Castro zu stürzen und die Spielwiese für Wirtschaftsbosse zurückzuerobern.

Mit dem Verlust günstiger Handelsabkommen mit der früheren UdSSR 1990/ 91 wurde Kuba in eine tiefe Wirtschaftskrise gestürzt. Diese wurde durch den Versuch des US-Imperialismus verstärkt, Kuba durch die Verhängung eines Handelsembargos zu isolieren, das die Wirtschaft erdrosseln soll. Jeder US-Präsident seit der Kubanischen Revolution 1959 hat Maßnahmen gesetzt um den Sturz von Castros Regime und die Restauration des Kapitalismus herbei zu führen. Neben Wirtschaftsblockaden und der Unterstützung von Söldnerarmeen gab es andere beachtenswerte Bemühungen der CIA wie die Verschickung explosiver Zigarren an „el jefe maximo“ in Havanna. Castro hat zur Irritation der Amtsinhaber im Weißen Haus neun US-Präsidenten überlebt, von denen jeder die massive Unterstützung unterschätzte, die es auf Kuba für die Revolution gibt – trotz dem Fehlen einer wirklichen ArbeiterInnendemokratie.

Aber die vergangenen Errungenschaften der kubanischen Revolution sind jetzt bedroht und die Aussicht auf kapitalistische Restauration wird drohender. Das Regime wurde durch den Verlust der Wirtschaftsunterstützung durch die UdSSR und die Isolation zur Annahme einer neuen Wirtschaftspolitik getrieben. Diese hat Kuba für Auslandsinvestitionen und ausländisches Eigentum an Teilen der Wirtschaft geöffnet, die Zirkulation von US-Dollars legalisiert und begonnen, die Existenz einer zentral geplanten Wirtschaft zu bedrohen. Vor 1990/91 machte der Handel mit den früheren Regimen der UdSSR und Osteuropas 85 % der kubanischen Exporte aus. Die Zuckerexporte fielen in der Folge um 70 %. Der Verlust dieser Märkte und Hilfen durch diese Regime führte zu einem Einbruch in der Wirtschaft.

Das kubanische Bruttoinlandsprodukt stürzte um mehr als 30 % 1991. Obwohl sich die Wirtschaft anscheinend während der letzten zwei Jahre stabilisierte und die Produktion zunahm, wurde der Zusammenbruch Anfang der 90er Jahre bisher nicht wettgemacht. Der Lebensstandard fiel dramatisch und die Rationierung von Brot und Reis wurde eingeführt. Rationalisierung im Staatssektor führte zur Entlassung von bis zu 500.000 ArbeiterInnen. Das Regime hat Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass Gesundheitsversorgung und Bildung verteidigt werden, konnte aber die Rückkehr einiger der schlimmsten Aspekte des Lebens unter dem Kapitalismus nicht verhindern. Die Prostitution ist auf die Straßen von Havanna zurückgekehrt, wenn auch nicht in dem Ausmaß, in dem sie vor der Revolution bestand. In einem verzweifelten Versuch, den wirtschaftlichen Zusammenbruch zu stoppen, musste das Regime Schritte ergreifen, um Auslandsinvestitionen anzuziehen und Zugang zu internationalen Märkten zu erlangen. In manchen Branchen wurde jetzt 100 % Auslandseigentum legalisiert.

Gespaltener Imperialismus

Die Änderung in der Politik von Castros Regierung hat eine Spaltung unter den konkurrierenden imperialistischen Mächte hervorgerufen. Der europäische (besonders spanische), kanadische und japanische Imperialismus hat versucht, aus dieser Lage Nutzen zu ziehen. Sie haben Investitionen in der kubanischen Wirtschaft ermutigt. Kanada ist jetzt, gefolgt von Spanien, Kubas HauptHandels und Investitionspartner. 1996 gab es schätzungsweise 650 Auslandsfirmen mit Investitionen auf Kuba. Andere mächtigere lateinamerikanische Länder wie Mexiko und Brasilien sind schnell gefolgt, mit Blick auf die Steigerung ihres wirtschaftlichen und politischen Einfluss in der Region. Sie ziehen nicht nur wirtschaftlich Vorteile aus der Öffnung, sondern hoffen, durch diese Politik die Bürokratie zur Beendigung der Planwirtschaft und zur Rückkehr zum Kapitalismus zu zwingen. Sie setzen diese Politik um, um die Bürokratie, oder Teile von ihr, mit dem Kapitalismus zu verkuppeln und sie zusammen mit der exilkubanischen Bevölkerung in Florida in eine KapitalistInnenklasse zu verwandeln.

Diese Politik wurde durch die Haltung des US-Imperialismus enorm verkompliziert, der eine aggressivere und konfrontativere Herangehensweise eingenommen hat. Diese besteht darin, Castro „auszuhungern“, sein Regime zu stürzen und ihre loyalen kubanischen AnhängerInnen aus Miami zu installieren. Es ist eine kurzsichtige Politik, spiegelt aber den verschiedenartigen Druck wieder, unter dem der US-Imperialismus steht. Sie wurde durch historische Überlegungen angeheizt, das beschädigte Prestige des US-Imperialismus zu rächen, der 1959 seine Spielwiese an Castro verloren hat. Sie wurde auch durch die Notwendigkeit für die aufeinander folgenden US-Regierungen bestimmt, die Unterstützung der 700.000 in Florida lebenden ExilkubanerInnen zu gewinnen.

Die Cuban-American National Foundation, eine der mächtigsten Lobbies in Washington, hatte entscheidenden Einfluss bei der Verabschiedung des Helms- Burton-Gesetzes, das das Embargo gegenüber Kuba verschärfte und sogar ausländische Firmen, die im Land investitieren, bestrafte. Andere reaktionäre, aber kleinere Gruppen wie Alpha 66 haben Terror- und bewaffnete Aktionen gegen das Castro-Regime unterstützt. Es gibt zwar auch „gemäßigte“ Ansichten, die einen Kompromiss mit dem Castro-Regime unterstützen, aber ebenso eine mächtige reaktionäre Kraft von früheren kubanischen KapitalistInnen und ihrem Anhang.

Diese Kräfte sind nicht in der Stimmung, mit der Castro-Bürokratie einen Kompromiss zu machen und fordern ihre Fabriken und ihr Land zurück, das sie im Verlauf der Revolution verloren haben. Sollten sie nach Kuba zurückkehren, hätten viele die Absicht, Rache zu nehmen. Die Haltung des US-Imperialismus schafft zusammen mit der Bedrohung durch ExilkubanerInnen Hindernisse für die Teile der kubanischen Bürokratie, die eher begeistert über die Idee wären, sich dem Kapitalismus in die Arme zu werfen und sich in eine KapitalistInnenklasse zu verwandeln. Dies ist ein wichtiger Unterschied zu den Ereignissen, die sich in der früheren UdSSR und Osteuropa entwickelten. Die Bürokratie in diesen Ländern hatte die Aussicht, selbst die herrschende Klasse zu werden. (Die Ausnahme war Ostdeutschland, wo die alte Bürokratie vom westdeutschen Imperialismus weitgehend in Pension geschickt wurde.)

Die Begeisterung für die Revolution und der Hass auf den US-Imperialismus hat es dem kubanischen Regime, und besonders Castro, ermöglicht, trotz dem massiven wirtschaftlichen Zusammenbruch, der seit 1990 stattgefunden hat, massive Unterstützung auf Kuba zu behalten. Die aggressive Arroganz des US-Imperialismus ist nach hinten losgegangen und hat geholfen, die kubanische Führung an der Macht zu halten. Aber die kubanische Regierung war gezwungen, prokapitalistische Maßnahmen zu ergreifen und sich Investitionen anderer imperialistischer Mächte als der USA zu sichern.

Dies beschleunigte sich 1993 und 1994 und ausländisches Eigentum wurde im Tourismus und anderen Bereichen zugelassen. Selbst die Landwirtschaft war betroffen. 1992 war 75 % des bebaubaren Landes Kubas unter der Kontrolle von Staatsfarmen, die massive Subventionen genossen. Bis 1995 war diese Zahl auf 27 % gefallen – der Rest wird von privaten Genossenschaften bebaut, die von der Regierung Land pachten und Maschinen kaufen. Eine feste Quote muss an den Staat verkauft werden und alles darüber kann privat verkauft werden.

Diese und andere Maßnahmen haben in den letzten zwei Jahren ein gewissen Wachstum in der Wirtschaft ermöglicht, aber es konnte bei weitem die Verluste nach 1991 nicht ausgleichen. Dieselbe Politik hat auch zur Zunahme von Ungleichheiten geführt. In Joint Ventures, die teilweise oder ganz im Eigentum ausländischer Firmen sind, beschäftigte ArbeiterInnen bekommen höhere Löhne – in Dollars, deren Zirkulation 1993 legalisiert wurde. Unter diesen Bedingungen hat sich unausweichlich ein Schwarzmarkt entwickelt. Als Castro diese Maßnahmen einführte hat er sie als vorübergehende Schritte dargestellt, die dem Regime durch die Lage aufgezwungen wurden. Gleichzeitig hat er seine fortbestehende Unterstützung für den Sozialismus verkündet.

Als er der Öffnung der Wirtschaft für ausländische Investitionen zustimmte, war diese Politik „weder durch den Neoliberalismus angeregt noch zielt sie auf den Übergang zum Kapitalismus ab. Es ist eine Öffnung, um den Sozialismus zu verteidigen und zu entwickeln und dies wird von unserer Regierung nicht verborgen.“ Dass Castro angesichts der imperialistischen Aggression durch die USA die Revolution und den „Sozialismus“ zu verteidigen scheint, hat die Unterstützung vieler Jugendlicher und ArbeiterInnen international für Kuba während der letzten fünf Jahre verstärkt. Viele sehen Kuba jetzt als das einzige Regime, das den Sozialismus verteidigt und die Bedrohung der imperialistischen Aggression und kapitalistischen Restauration bekämpft.

Die internationale ArbeiterInnenbewegung hat eine Verantwortung, jede Aggression des Imperialismus und all Versuche der Restauration des Kapitalismus auf Kuba abzulehnen. Gleichzeitig ist es notwendig zu sehen, was hinter der Verteidigung des „Sozialismus“ durch Castro und die kubanische Bürokratie liegt. Ein Teil von ihnen widersetzt sich Versuchen, zur kapitalistischen Restauration zu schreiten. Teils liegt das daran, dass sie die von der Revolution erreichten sozialen Errungenschaften nicht aufgeben und über Elend und Chaos regieren wollen, die eine Rückkehr zum Kapitalismus für Kuba bedeuten würde. Am wichtigsten ist aber, dass Teile der kubanischen Bürokratie gezwungen sind, die Rückkehr zum Kapitalismus zu vermeiden, um ihre eigenen Interessen und Privilegien zu schützen angesichts der Reaktion des US-Imperialismus und der Bedrohung, die eine Rückkehr der KapitalistInnenklasse im Exil für sie darstellen würde.

Die Bürokratie war gezwungen, die Revolution in Worten zu verteidigen und den Imperialismus abzulehnen, um die Unterstützung durch die Massen zu behalten und sich auf sie zu stützen. Gleichzeitig ist sie entschlossen, ihre Herrschaft und Kontrolle über die Gesellschaft zu behalten. Dies spiegelt sich in der Fortsetzung eines Einparteienstaats wieder. Die kubanische Kommunistische Partei ist das Werkzeug, mit dem die Bürokratie die Gesellschaft kontrolliert.

Freunde des Sozialismus?

Trotz Castros Verteidigung des „Sozialismus“ ist die andere Seite seiner zweigeteilten Politik die Sicherung von Investitionen aus anderen imperialistischen Ländern als den USA. Mit ihrem Geld sind kapitalistische Politiker und Ideen gekommen. Der verhasste thatcheristische ehemalige spanische Minister Solchaga wurde als Wirtschaftsberater nach Havanna eingeladen. Castro erklärte seine Sehnsucht, Thatcher persönlich zu treffen und traf schon den Papst als Teil einer klaren Anbiederung an die katholische Kirche. In einer ironischen Wiederholung der Geschichte blieb die kubanische Regierung und Kommunistische Partei wie 1968 (als das mexikanische Militär Hunderte von Studierenden abschlachtete) praktisch still gegenüber dem Aufstand der indigenen Völker in Chiapas in Mexiko.

Keine Unterstützung wurde den mexikanischen Busund Erdölarbeiterinnen bei ihrem Kampf gegen Privatisierung angeboten. Die internationale Politik spiegelt immer noch die Innenpolitik und die Interessen des kubanischen Regimes wider. Es kann kein Zufall sein, dass Havanna zu den Kämpfen der mexikanischen Massen schweigt, wenn gleichzeitig der mexikanische Kapitalismus zu den größten Investoren auf Kuba gehört. Die mexikanische Grupo Domos hat 1,5 Millionen US-Dollar auf Kuba investiert. Ein großer Teil der kubanischen Bürokratie ist bereit, die kapitalistische Restauration zu unterstützen, wenn sich ein Übereinkommen mit dem Imperialismus als möglich erweist. Der Druck nach mehr prokapitalistischen Maßnahmen muss zunehmen. Kuba kann nicht über einen unbestimmten Zeitraum in internationaler Isolierung bestehen und wird gezwungen sein, mehr Auslandskapital und Außenhandel anzuziehen. Castro und Teile der Bürokratie wären wahrscheinlich zufrieden, ein Zwitterregime beizubehalten, wenn das möglich ist. Dies würde ein großes Element von privatem Markt mit etwas Staatseigentum und Planung und der Aufrechterhaltung seiner Staatsmaschine beinhalten. Die Teile der Führung, die mehr zur kapitalistischen Restauration neigen, werden wahrscheinlich mit dem Tod von Castro, der 71 und bei schlechter Gesundheit ist, anmaßender werden. Mit einer Änderung in der kubanischen Führung nach Castros Tod könnte sogar der US-Imperialismus seine Politik ändern und versuchen, eine neue und jüngere Genration der Bürokratie in die kubanische Exil-Kapitalistenklasse einzubauen. Manche Teile der herrschenden Klasse in den USA schauen schon auf diese Möglichkeit und haben sogar Investitionen auf Kuba durchgeführt.

Das wurde im Vorfeld der letzten Präsidentschaftswahlen eingeschränkt, als Clinton das Embargo als Teil eines Versuchs, die kubanischen Stimmen in Florida zu gewinnen, verschärfte. Solche Maßnahmen können sich zwar als Hauptbestandteil der Politik herausbilden, selbst das müsste aber den Hass und die Bitterkeit unter den kubanischen Massen gegenüber dem USImperialismus und ihren in Florida sitzenden reaktionären kubanischen Kapitalisten erst einmal überwinden. Angesichts der bestehenden Interessengegensätze wird das keine leichte Reise sein.

Für eine sozialistische Alternative

Das Fehlen einer sozialistischen Alternative und Kubas Isolierung wird eine weitere Beschleunigung des Prozesses der kapitalistischen Restauration erzwingen. Dies könnte nur durch die Errichtung eines Regimes der wirklichen ArbeiterInnendemokratie mit der Perspektive der Entwicklung der sozialistischen Revolution in ganz Lateinamerika und international vermieden werden. Die Errichtung von wirklichen ArbeiterInnenräten, regional und landesweit, die die Wirtschaft kontrollieren und lenken, ist entscheidend. Alle VertreterInnen und FunktionärInnen müssen von denen gewählt sein, die sie vertreten. Sie müssen abgewählt werden können und nur einen durchschnittlichen FacharbeiterInnenlohn erhalten. Das bestehende Einparteienregime muss beendet werden.

Dieses Regime wird oft durch die Bedrohung der Revolution durch den Imperialismus und die Aussicht gerechtfertigt, dass ansonsten rechten und reaktionären Banden aus Miami erlaubt werden könnte, ihre Kräfte zu organisieren. Diese Gefahr ist vorhanden, wird aber nicht dadurch vermieden, dass man nur der Partei der Bürokratie erlaubt, sich zu organisieren. Alle Parteien, die den Imperialismus ablehnen und die Idee einer sozialistischen Planwirtschaft verteidigen, sollten sich organisieren, Propaganda machen und bei Wahlen KandidatInnen aufstellen dürfen. Unabhängige Gewerkschaften müssen aufgebaut werden. Die Bedrohung, die der Imperialismus und die kapitalistische Restauration auf Kuba darstellen, können nur durch den Sieg der sozialistischen Revolution in ganz Lateinamerika und international vermieden werden.

Dafür ist es notwendig, die Unterstützung der ArbeiterInnenklasse in Lateinamerika zu gewinnen und eine Sozialistische Föderation des Kontinents zu errichten. Dies war notwendig, als Che und die Revolution 1959 triumfierten. Che strebte danach, diesen Sieg zu erreichen. Aber trotz seinem Heroismus und revolutionärem Opfermut verstand er nicht, wie Sozialismus auf dem ganzen Kontinent zu erreichen war. Dreißig Jahre nach seinem Tod ist dieser Kampf notwendiger denn je. Wenn die Lehren von Ches Erbe von den RevolutionärInnen international aufgenommen werden, wird dieser Kampf gewonnen.

Anhang:

Kuba an einer Weggabelung

von Peter Taaffe, aus: The Socialist, 20. April 2001

Eine der Folgen der weltweiten Revolte gegen den globalen Kapitalismus ist die neue Popularität Kubas. TouristInnen, die in den 90er Jahren zu Millionen von Kuba angezogen wurden und für die kubanische Wirtschaft eine Rettungsleine darstellten, folgen jetzt westliche Rockgruppen wie die walisische Band Manic Street Preachers.

Die Manics, die ein kubanische Flagge auf dem Cover ihrer jüngsten CD “Masses against the Classes” haben – bekamen bei ihrem kürzlichen Besuch auf Kuba sowohl in Kuba als auch in Britannien große Publicity. Das Band-Mitglied Nick Wire stellte Kuba ihrem heimischen Südwales gegenüber und erklärte: „Wie steht es mit den Menschenrechten der 5.000 Leute, die letzte Woche in Südwales ihre Arbeitsplätze verloren haben und jetzt in Call Centern arbeiten müssen? Niemand redet darüber… [Kuba] ist vielleicht nicht vollkommen“, sagt er, „aber Kuba kommt von dem, was wir auf dem Planeten haben, einem sozialistischen Staat am nächsten … Es hat einen höheren Alphabetisierungsgrad als Großbritannien. Es gibt eine ausreichende Gesundheitsversorgung, die allen zur Verfügung steht und die Lebenserwartung beträgt 76, was höher ist als in den USA.“

Fidel Castro beteiligte sich kürzlich an dieser Stimmung, als er bei der Enthüllung einer Statue von John Lennon in Havanna erklärte, er sei jetzt ein „Lennonist“. Der Chef des kubanischen Schriftstellerverbandes hat allerdings die Wahrheit etwas strapaziert, als er erklärte: „die Ziele der kubanischen Revolution entsprechen den Überzeugungen von John Lennon.“ Trotzdem veranschaulicht die Haltung der Manic Street Preachers die wachsende Wut besonders von jungen Leuten gegen neoliberale Politik. Wie wir anderswo, besonders in dem Buch Castros “Kuba – Eine marxistische Kritik” dokumentiert haben, gibt es auf Kuba viel, was sich positiv von der Lage in der kapitalistischen Welt abhebt.

Vor der kubanischen Revolution 1959 war die durchschnittliche Lebenserwartung 48 für Männer und 54 für Frauen. Jetzt ist die Lebenserwartung für Männer 74 – die selbe wie in Britannien – und 76 für Frauen (79 in Britannien). Die Kindersterblichkeit beträgt 7,1 auf 100.000 Geburten, was nicht viel höher als in Britannien ist.

Belagerte Festung

Im Sozialbereich zeigen sich die Vorteile einer geplanten Wirtschaft, selbst in der armen belagerten Festung, die Kuba heute ist. Kürzlich besuchten Beamte aus dem britischen Gesundheitsministerium zusammen mit hundert praktischen Ärzten Kuba und waren erstaunt über das, was sie sahen. Die Gesundheitsausgaben betragen in Britannien 750£ pro Kopf, während sie auf Kuba 7£ betragen. Kuba hat 7.000 praktische Ärzte, so viele wie Britannien, aber bei einem Fünftel der Bevölkerung. In Kuba gibt es einen Familienarzt auf 500 bis 700 Menschen, im Vergleich zu 1.800 bis 2.000 hier.

Diese und ähnliche Errungenschaften im Wohnungs- und Bildungsbereich gibt es trotz des wirtschaftlichen Schraubstocks, in den der US-Imperialismus Kuba besonders in den bedrohlichen 90er Jahren geklemmt hat. Dies hat zusammen mit der schändlichen Streichung der Hilfe aus der früheren UdSSR, die früher die kubanische Wirtschaft stützte, der kubanischen Wirtschaft und dem Lebensstandard des Volks einen schweren Schlag versetzt. Anfang der 90er Jahre hing das Schicksal des Landes an einem seidenen Faden, 1993 fiel die Wirtschaft um 13,7 %. Kuba hat es seitdem geschafft, mühsam wieder aus dem Abgrund herauszukriechen und hat jetzt eine der am schnellsten wachenden Wirtschaften Lateinamerikas. 1999 wuchs es in Kuba um 6,2 %, 2000 um 5,5 %.

Auslandsinvestitionen

Eine Planwirtschaft zu haben, bietet immer noch große Vorteile gegenüber der kapitalistischen sogenannten „freien Marktwirtschaft“. Das ist trotz der Hindernisse durch Kubas ineffektives bürokratisches Einparteiensystem, bei dem die Macht in den Händen einer Elite in der kubanischen „Kommunistischen“ Partei konzentriert ist, der Fall. Die Wirtschaft wurde aber auch durch den Tourismus angetrieben, der in den letzten Jahren massiv gewachsen ist und der kubanischen Regierung Überschüsse von 2,2 Milliarden Dollar bringt. Die schätzungsweise drei Milliarden Dollar jährliche Zuwendungen von ExilkubanerInnen, die etwa zwei Millionen der elf Millionen starken Bevölkerung Kubas erhalten, haben auch der kubanischen Wirtschaft Auftrieb gegeben.

Die Castro-Regierung war Anfang der 90er Jahre mit der Einführung einer teilweisen „Dollarisierung“ und Öffnung zum Markt sowohl mit Auslandskapital als auch mit Kleinbetrieben zu einem Rückzug gezwungen. Dies hat manche Parallelen zu der Einführung der Neuen Ökonomischen Politik in Russland 1921-22. Seit 1995 Auslandskapital grünes Licht erhielt, wurden 370 „gemischte Unternehmen“ – Partnerschaften zwischen Investoren aus dem Ausland und der kubanischen Regierung – gebildet. Der europäische Kapitalismus, besonders der spanische Kapitalismus war der Hauptinvestor. Dies entspricht Auslandsinvestitionen von ungefähr vier Milliarden Dollar. Dies hat der kubanischen Wirtschaft allgemein genutzt und geholfen, die enttäuschende Zuckerernte von knapp unter vier Millionen Tonnen auszugleichen, die die niedrigste seit 50 Jahren war. Kuba hängt immer noch von ausländischen Ölimporten ab und war wie der Großteil der neokolonialen Welt den Schwankungen des Ölpreises auf den Weltmärkten ausgesetzt. 1999 schuldete es mehr als 300 Millionen Dollar an Öl“anbieter“.

Als Ergebnis der Radikalisierung in Venezuela, die das Regime von Hugo Chavez an die Macht brachte, gab es aber eine teilweise “Rettung”. Nach Castros Besuch in Venezuela im Oktober 2000 stimmte Chavez der Lieferung von Rohöl im Umfang von einem Drittel seiner Inlandsverbrauchs über einen Zeitraum von fünf Jahren zu einem Durchschnittspreis von 25 Dollar pro Barrel (Fass) zu. Obendrein wird die Bezahlung durch Kuba – anders als andere Abkommen, die Venezuela mit benachbarten Ländern in Mittelamerika und der Karibik abgeschlossen hat – in Tauschwaren und Dienstleistungen erfolgen. Aber die wirtschaftlichen Zugeständnisse, die die kubanische Regierung gemacht hat, besonders durch die „Dollarisierung“, haben die Spalte geöffnet, durch die sich Elemente des Kapitalismus entwickelt haben.

Die Zahl der Kleinbetriebe und legalen „Selbständigen“ ist emporgeschnellt. Es hat sich auch eine Parallelwirtschaft in Dollars entwickelt, gegenüber der die Regierung beide Augen zudrücken musste. Der durchschnittliche Monatslohn beträgt 232 kubanische Pesos (11 Dollar). Das ist nicht genug, um die Grundbedürfnisse des durchschnittlichen kubanischen Arbeiters/in oder einer Familie zu befriedigen.

Die Leute im „informellen Sektor“, die vom Tourismus abhängen oder Verbindung zu „gemischten Betrieben“ haben, kommen nicht nur klar, sondern leben verhältnismäßig gut. Laut der Chicago Tribune (28. Januar 2001) werden „Hotelpagen besser bezahlt als Chirurgen“. Das untergräbt unausweichlich gerade die UnterstützerInnen des Regimes, die die Mehrheit darstellen, weitgehend im öffentlichen Sektor arbeiten und in Pesos bezahlt werden. Um über die Runden zu kommen, sind sie unausweichlich gezwungen, „im Mondschein“ in zwei oder mehr Jobs schwarz zu arbeiten.

Engpässe

Trotz des eisernen Griffs, den der Staat auf die Informationen ausübt, kommen genug Berichte aus Kuba, um die widersprüchliche Stimmung der Bevölkerung zu zeigen. Es gibt zweifellos immer noch Massenunterstützung für die Errungenschaften der Revolution, aber wachsende Unzufriedenheit über die Engpässe ist auch deutlich. Die Krise im Transportwesen zum Beispiel hat zu einem Schwarzmarkt für Ersatzteile für staatliche Busse und Taxis geführt. Ein Taxifahrer erklärte: „Wenn wir die Teile nicht kaufen, können wir nicht arbeiten … meine Familie muss essen … Ich habe zwei Monate lang nicht gearbeitet, weil der Motor in meinem Fahrzeug ein Teil brauchte, das zehn Pesos kotet. Aber um das Problem zu lösen, musste ich zehn Dollar zahlen.“

Im Kontrast dazu gab es kürzlich den Fall eines Provinzchefs im Innenministerium, der Gefängnisarbeit verwendete, um sich selbst ein Haus zu bauen. Prostitution, die in vorrevolutionären Zeiten allgemein verbreitet war und durch die Revolution weitgehend beseitigt wurde, ist wieder aufgetaucht. Verbrechen nehmen zu und selbst im vielgerühmten Bildungs- und Gesundheitswesen haben Engpässe die Errungenschaften untergraben. Es machen weniger eine Ausbildung zu LehrerInnen, weil sich außerhalb des Bildungswesens mehr als die durchschnittlich 20 Dollar im Monat für LehrerInnen verdienen lässt.

Anders als die russische Revolution war der Bruch mit Großgrundbesitz und Kapitalismus, der von Fidel Castro, Che Guevara und ihren Leuten in der Bewegung des 26. Juli 1959-60 durchgeführt wurde, nicht das Ergebnis einer bewussten sozialistischen ArbeiterInnenklasse mit klaren nationalen und internationalen Zielen. Sie kamen weitgehend an der Spitze einer bäuerlichen und ländlichen Bewegung an die Macht und wurden durch die Ereignisse – eine Verbindung des Drucks der bewaffneten und wachgerüttelten Massenbewegung und der Drohungen und Handlungen der US-Regierung von Eisenhower und Nixon – zum Bruch mit Kapitalismus und Großgrundbesitz gezwungen. Das Regime, das sich entwickelte, war zwar ungeheuer populär und stieß in ganz Lateinamerika und weltweit auf ein Echo, war aber nicht wie das Regime der russischen Oktoberevolution 1917 aufgebaut.

In jener Revolution war die ArbeiterInnenklasse die vorherrschende Kraft, die durch demokratische ArbeiterInnen- und BäuerInnenräte (Sowjets) herrschte und ihre Revolution bewusst als den Beginn der europäischen- und Weltrevolution sah. In dieser ersten Phase der Russischen Revolution gab es ArbeiterInnenkontrolle, ArbeiterInnenverwaltung und -leitung in den Betrieben. In Kuba gab es Elemente von ArbeiterInnenkontrolle und „Volksmacht“, aber die wirkliche Macht war in den Händen der charismatischen Führer Fidel Castro, Che Guevara und ihrer Gruppe. Es gab keine Wahl von FunktionärInnen oder das Recht auf Abwahl, keine Sowjets und nicht die anderen Merkmale, die es in der Russischen Revolution gab. Was auf Kuba errichtet wurde, war eine Planwirtschaft, die aber durch ein bürokratisches Regime gefesselt und sehr abhängig von der Unterstützung, besonders der wirtschaftlichen, durch die stalinistisches Regime in Osteuropa und der früheren Sowjetunion war.

Diese Unterstützung stützte die kubanische Wirtschaft, aber um den Preis eines immer bürokratischeren Regimes. Die Macht war in den Händen einer Elite konzentriert und wurde besonders von Fidel Castro und der Gruppe um ihn ausgeübt, die den Massen der organisierten ArbeiterInnenklasse und armen BäuerInnen nicht voll demokratisch rechenschaftspflichtig waren und bis heute nicht sind. Rockgruppen und andere ArbeiterInnen und jungen Menschen unterstützen in ihrem Hass auf das, was der Kapitalismus den Menschen antut, manchmal das, was als der extremste Gegner des Systems erscheint. Wenn sie Kuba als „sozialistisch“ beschreiben, ist das verständlich, aber falsch. Sozialismus ist nicht möglich ohne demokratische Kontrolle und Leitung. Selbst für ein Übergangsregime zwischen Kapitalismus und Sozialismus in wie Kuba muss es Demokratie geben, damit der Sozialismus beginnen kann. Auch muss die Revolution international ausgedehnt werden.

Schluss mit der Blockade

Wir lehnen die Blockade Kubas ab, arbeiten daran, sie zu brechen, und stellen uns nicht auf die Seite der kapitalistischen Feinde Kubas. Aber wir befürworten auch die Einführung von ArbeiterInnendemokratie, einschließlich der oben angeführten Forderungen zusammen mit der Unabhängigkeit der Gewerkschaften und dem Recht aller Parteien, die die Planwirtschaft akzeptieren, in offenen freien und fairen demokratischen Wahlen um die Unterstützung durch die arbeitenden Menschen Kubas zu kämpfen. Wir lehnen eine Rückkehr zum Kapitalismus unversöhnlich ab, die jetzt das erklärte Ziel aller Spielarten der kapitalistischen öffentlichen Meinung ist. Die öffentliche Meinung in den USA ist mehrheitlich auch für die Aufhebung der Blockade Kubas.

Ihre Aufrechterhaltung wird als völlig kontraproduktiv für ihre Ziele betrachtet, eine Wiederholung dessen auf der Karibikinsel zu erleben, was sich in Osteuropa und der früheren Sowjetunion entwickelte. Dennoch erklärte US-Vizepräsident Dick Cheney kürzlich: „Ich denke nicht, dass es Aussicht auf die Aufhebung dieser Sanktionen gibt, so lange Fidel Castro da ist“ (Meet the Press auf NBC). Aber der Chor, der Zugeständnisse an Kuba fordert, reicht vom Haushaltsausschuß des US-Repräsentantenhauses bis zu Wayne Smith, dem früheren US-Chefdiplomaten in Havanna und der Internationalen Handelskammer. Trotz der teilweisen Aufhebung des Verbots des Verkaufs von Nahrungsmitteln und Medikamenten an Kuba in Worten, wirken die restriktiven Bedingungen, die immer noch vorherrschen, diesen „Zugeständnisse“ praktisch entgegen. Auch wird Bush zwischen dem zerrissen, was die Wall Street und die Wirtschaft wollen, und der Schuld, in der er bei den Gruppen in Miami steht, die ihm halfen, die US-Präsidentenwahlen zu bestreiten. Und er ist sich bewusst, dass sie auch das Schicksal seines Bruders Jeb bestimmen könnten, der ihn zwei Jahren als Gouverneur von Florida wiedergewählt werden will.

Neue Revolution

Castro sieht die Gefahr für sich und sein Regime und ist deshalb kürzlich gegen Abweichler vorgegangen. Auch wurde er durch die internationale Lage ermutigt, besonders durch die wachsende Krise des Weltkapitalismus. Castro braucht die Bedrohung durch die Blockade, um seine Unterstützung auf Kuba selbst zu festigen. Die weitsichtigeren US-Kapitalisten kalkulieren, dass die Aufhebung der Blockade die Schleusen der kapitalistischen Restauration auf Kuba öffnen wird. Solch eine Entwicklung wäre nicht nur für das kubanische Volk, sondern für den Kampf der ArbeiterInnenklasse und armen BäuerInnen im Weltmaßstab ein Schlag. Kuba steht an einer Weggablung. Die einzige sichere Garantie gegen die konterrevolutionären Pläne der verschiedenen Kapitalistengruppen, die gierig nach ihrem „Anteil“ auf Kuba schauen, ist die Einführung eines demokratisch- sozialistischen Regimes auf Kuba.

Castro hat klar die Absicht, weiterzumachen wie bisher, aber dies birgt die Gefahr der Beseitigung der großen Errungenschaften der kubanischen Revolution. Im Falle seines Todes könnte sich die Lage grundlegend ändern, weil die kubanische Elite jetzt gespalten ist, welchen Weg sie einschlagen soll. Teile der Bush-Regierung glauben, dass sie die Erfahrung von Reagan und

Thatcher auf Kuba wiederholen können, die die UdSSR und Osteuropa angeblich in die Knie zwangen. Aber der internationale Hintergrund mit dem Beginn der kapitalistischen Weltkrise und größerem Manövrierraum für das kubanische Regime ist völlig anders. Letztlich kann nur ArbeiterInnendemokratie auf Kuba die Kubanische Revolution erneuern, alle ihre Errungenschaften und Ideale festigen und verbessern und ihrerseits eine erneute Welle von demokratischsozialistischen Revolutionen auf dem lateinamerikanischen Kontinent entflammen.