Christian Walter, Autor und Buchaktivist, spricht im Café Buch-Oase

Christian Walter, Buchautor und Aktivist, spricht im Café Buch-Oase

Unter dem Motto „Volle Bäuche statt volle Tonnen“ fand am 18. Mai in Kassel eine Buchvorstellung mit dem linken Aktivisten Christian Walter aus Aachen statt, organisiert gemeinsam von DIE LINKE Kassel-Stadt und der linksjugend [’solid] Kassel. Chris ist Mitglied des SprecherInnenrates von Linksjugend [’solid] in NRW und zudem SAV-Mitglied. Er betreibt zudem die Facebook-Seite „Aachen Containert“.

Veranstaltungsbericht von Hannah und Vanessa, SAV Kassel

Vor einem Publikum von 85 TeilnehmerInnen erklärte er, von wem und warum in Deutschland tonnenweise Lebensmittel weggeworfen werden und nicht in die Bäuche der KonsumentInnen wandern. Die Größe des Publikums spiegelt ein wachsendes Interesse an alternativen Lösungen des kapitalistischen Wahnsinns wider und zeigt, dass das bestehende System in Frage gestellt wird. Das wurde außerdem in einer anschließenden Fragen- und Diskussionsrunde noch einmal deutlich. Chris Walter, der ebenfalls Mitbegründer von „Containern ist kein Verbrechen“ ist, schilderte seine Erfahrungen beim „Containern“. Dabei wurde die Absurdität des massenhaften Vernichtens von Nahrungsmitteln deutlich.

Doch schon bevor die Lebensmittel im Supermarktregal und später zuhauf in den Mülltonnen landen, beginnt das absurde Aussortieren – zumeist lediglich, um irre Standards und perfide Wünsche an „perfekte Waren“ zu erfüllen.

Neben der Kritik daran, erklärte der Aktivist außerdem, dass diverse Siegel (bspw. Fairtrade) unter ebenso unmenschlichen, oder sogar noch schlechteren Bedingungen produzieren lassen wie Produzenten im konventionellen Segment.

Der Vortrag verdeutlichte, wohin Profitorientierung und die Interessen der Großkonzerne führen – zu einer massenhaften Verschwendung von Lebensmitteln. Die Konkurrenzfähigkeit der Supermärkte und Discounter hat eine höhere Priorität als der wertschätzende Umgang mit Nahrung.

Für den Aktivisten stellt das Containern jedoch nur eine individuelle Möglichkeit dar, sich den bestehenden Zuständen des kapitalistischen Systems zu stellen. Der Sozialist zeigte zwar Möglichkeiten auf, diesem System auch jetzt schon entgegenzutreten (Containern, Tafeln, Food-Sharing etc.), doch stellt für ihn nur ein Systemwechsel, weg vom Kapitalismus hin zu einem demokratischen Sozialismus eine wirkliche Lösung zur Beendigung dieses Wahnsinns, da. Erst eine geplante Wirtschaft kann die Bedürfnisse der Menschen und nicht die Profitinteressen der Kapitalisten befriedigen.

Das Buch „Volle Bäuche statt volle Tonnen!“ ist im Manifest Verlag erschienen.

Weitere Fotos und Berichte der Veranstaltung findet ihr zudem hier.