Kampagnenstart “Kein Ort für Nazis”
In Kassel treten Nazis bedrohlich in der Gruppe auf und sind in der Nordstadt und darüber hinaus eine reale Gefahr. Gruppierungen wie die sogenannte „Kameradschaft Sturm 18“ halten sich an öffentlichen Plätzen auf und machen aus ihrer rechtsradikalen Gesinnung keinen Hehl. Ob im Supermarkt in der Fiedlerstraße, dem Nordstadtpark, am Königs- oder Friedrichsplatz: Es kommt immer wieder zu Provokationen sowie verbalen und körperlichen Übergriffen. Der faschistische „Freien Widerstand“ verfolgt eine andere Strategie: Erfolgreich wird die Freiwillige Feuerwehr Bettenhausen aber auch bürgerliche Parteien unterwandert, wie der Skandal um den ehemaligen Schriftführer in der Kasseler CDU zeigt.
Das “Aktionsbündnis gegen Rechts” will den Nazis endlich aktiv dagegen vorgehen und lädt deswegen zur Auftaktveranstaltung am Montag, den 16. Januar um 19 Uhr ins Philipp-Scheidemann-Haus ein. Gemeinsam wollen wir Strategien im Kampf gegen Nazis diskutieren und entwickeln und den Start einer gemeinsamen Kampagne einläuten.
Kein Ort für Nazis. Schutz vor Übergriffen.
Das dreiste und unberechenbare Auftreten der Nazis und die vielen Übergriffe der letzten Monate in Kassel, erfordern ein entschlossenes Vorgehen. Mit der Kampagne soll erreicht werden, dass sich Läden und Kneipen in Kassel dazu bekennen und dabei unterstützt werden, Nazis nicht zu bedienen bzw. ihre Anwesenheit zu tolerieren. Außerdem sollen sie als Räumlichkeiten erkennbar sein, in denen Opfer von Übergriffen solange Schutz genießen, bis Hilfe vor Ort ist.
Gerade ein Stadtteil wie die Nordstadt macht deutlich, dass Nazis und ihre menschenverachtende Ideologie fehl am Platz sind: Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener politischer und religiöser Weltanschauungen, unterschiedlicher sexueller Orientierung. Menschen mit und ohne Behinderung gehen hier gemeinsam zur Schule, sie studieren zusammen, treffen sich im Park, wohnen im selben Haus, kaufen gemeinsam ein, arbeiten gemeinsam und gehen zusammen feiern. Sie teilen den selben Stadtteil, aber sie teilen häufig auch die selben Probleme: Die Nordstadt ist nicht nur bunt und vielfältig, sondern auch ein Ort, an dem viele Menschen eine Ausbildung suchen oder eine Arbeit, von der sie leben können. Viele Menschen leben an der Grenze zum Existenzminimum.
Nazis lenken mit ihrer rassistischen Ideologie von sozialen Problemen dieser Art ab, Sie erfinden Sündenböcke, hetzen gegen sie und spalten so die Gesellschaft. Sie treiben den weit verbreiteten Alltagsrassismus auf die Spitze und fordern „Ausländer raus“. Mit ihrer braunen Hetze setzen sie oft an Stigmata wie dem der „faulen Griechen“ oder „terroristischen Moslems“ an. Ob dumpfe Sprüche von „Sturm 18“ oder die Propaganda des sogenannten „Freien Widerstand Kassel“, einer weiteren bekannten Neonazigruppierung: Nazis spalten, terrorisieren, sind ein Riesenproblem und nie eine Lösung.
Ein gemeinsames Engagement von Menschen verschiedener Herkunft für soziale Gerechtigkeit ist deshalb nicht nur gut für die große Mehrheit der Nordstadt, es ist auch ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Nazis. Kommt deswegen am 16. Januar zur Auftaktveranstaltung des “Aktionsbündnisses gegen Rechts” um zusammen entschlossen und kreativ gegen Nazis in unserer Stadt vorzugehen. Nazis haben bei uns nichts zu suchen. In Kassel und nirgendwo!
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