ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen wollen mehr Lohn
[Druckversion] Thema: Öffentlicher Dienst, Betrieb und Gewerkschaft, Arbeitskämpfe, veröffentlicht: 13.05.2009
Fulminanter Warnstreik in Stuttgart am 6.5.2009
Die Ankündigung von ver.di und GEW zu einem bundesweiten Warnstreik der
ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen verbuchte den ersten Erfolg
bereits in den Tagen vor dem Streik. Die bürgerliche Presse musste
gezwungener Maßen darüber informieren, dass die
Beschäftigten in den Erziehungs- und Sozialberufen bei den Kommunen
unhaltbare Arbeitsbedingungen zugemutet werden und sie obendrein noch
unterbezahlt sind.
von Ursel Beck, Stuttgart
„Heute Warnstreiks in den Kitas“ war die Hauptschlagzeile in der
Stuttgarter Zeitung am 6.5.09. Die Leserinnen und Leser erfuhren, dass
1,5 Fachkräfte bis zu 28 Kinder betreuen, dass in Stuttgart 2.500
Kita-Plätze fehlen und die Erzieherinnen brutto nur 2.130 Euro
verdienen. Im Kommentar heißt es: „der bundesweite Kitastreik bringt ein
Thema wieder auf die Tagesordnung, das wegen Banken-, Wirtschafts- und
Arbeitsmarktkrise unberechtigt in den Hintergrund geraten ist.“
Bundesweit 20.000 im Streik
Bundesweit beteiligten sich laut ver.di und GEW 20.000 Beschäftigte an
den Warnstreiks. Wenn man bedenkt, dass es in Berlin und Hamburg keinen
Streikaufruf gab und der Streik innerhalb weniger Tage in tausenden von
zum Teil kleinen Einrichtungen organisiert werden musste, ist dies eine
erstaunliche Beteiligung.
2.000 streiken in der Region Stuttgart
Eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung und einen beeindruckenden
Warnstreik gab es in Stuttgart. 1.383 Beschäftigte aus Kitas und
Sozialdiensten des Stuttgarter Jugendamts sorgten dafür, dass aufgrund
von Arbeitsniederlegungen 120 von 181 Kitas am 6.5. geschlossen blieben.
Hinzu kamen hunderte Streikende aus den an Stuttgart angrenzenden
Landkreisen. Dieser Erfolg viel nicht vom Himmel. Was Stuttgart anderen
ver.di-Bezirken voraus hat, ist Streikerfahrung und eine kämpferische
Bezirksführung. Als im Frühjahr 2006 fast neun Wochen bei den Kommunen
gestreikt wurde, war Stuttgart das Epizentrum des Streiks. In diesem
Streik entwickelten sich die ErzieherInnen zu Kerntruppen des Streiks.
Fast durchgehend haben damals in Stuttgart 900 bis 1.000 ErzieherInnen
gestreikt. Da es gelang, den Unmut der Eltern über die geschlossenen
Kitas gegen die Chefs im Rathaus zu richten, war der Streik der
Erzieherinnen letztlich genauso entscheidend für das Nachgeben der
Arbeitgeber, wie die Müllsäcke auf den Straßen. Auf dieser
Streikerfahrung und dem dadurch entstandenen Selbstbewusstsein der
Erzieherinnen kann ver.di Stuttgart aufbauen. Und so kam es nicht von
ungefähr, dass die Stimmung an diesem Tag von enormem Kampfgeist,
Selbstbewusstsein und Stolz geprägt war. Selbst in den umliegenden
Gemeinden der Landkreise traten ErzieherInnen in den Streik. Und dies
obwohl sie von ihren Bürgermeistern und Landräten unter Druck gesetzt
und sogar mit Kündigungen bedroht wurden.
Gewerkschaftshaus als Streiklokal
Wie 2006 kam das Stuttgarter Gewerkschaftshaus am 6.5. wieder in Genuss
der Lebendigkeit eines Streiklokals. Wieder platzte der Große Saal bei
der Streikversammlung aus allen Nähten. Ver.di-Sekretär Cuno Hägele
erklärte, dass es an zwei Themen mit den Arbeitgebern „deutlich Krach
gäbe“. Das sei die Frage der Eingruppierung und des Gesundheitsschutzes.
Seit Januar würde über die Eingruppierung von ErzieherInnen,
SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen verhandelt. Aber ver.di sei
in dieser Frage nicht streikfähig, weil es hier um eine Tarifbestimmung
der Überleitung im TVöD gehe, an dem viel hänge und die Moment nicht
gekündigt werden könne. Beim Thema Gesundheitsschutz sei die
Ausgangslage, dass sich nach einer Umfrage nur 13% aller ErzieherInnen,
SozialarbeiterInnen und Sozialpädagogen vorstellen können ihren Beruf
bis 67 ausüben zu können. Es wäre eindeutig, dass die Arbeitsbedingungen
in den Kitas krank machen. Bei den Verhandlungen hätten die Arbeitgeber
bisher die Eingruppierung in EG 6 angeboten. Die ErzieherInnen würden
demnach weiter schlechter bezahlt werden als im alten BAT. Die Forderung
nach einem Gesundheitsschutz sei als Privatsache zurückgewiesen worden.
Mit der Auseinandersetzung sei es der Gewerkschaft gelungen, das Thema
Bildung wieder auf die Tagesordnung zu setzen. „Es kann nicht sein, dass
Milliarden von Euro für irgendwelche notleidenden Banken ausgegeben
werden und man für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst kein
Geld hat“, so Cuno Hägele unter starkem Beifall der mehr als 800
TeilnehmerInnen der Streikversammlung. Die Beschäftigten könnten auch
nicht auf die Bundestagswahl warten, sondern müssten jetzt in dem engen
Zeitfenster im Frühjahr für eine bessere Eingruppierung und einen
Tarifvertrag Gesundheitsschutz aufstehen. Der Warnstreik sei nur der
Auftakt. Es sähe so aus, als ob die Arbeitgeber es wissen wollten. Sie
gingen davon aus, dass die Veröffentlichung von rezessionsbedingten
Steuermindereinnahmen ihnen zuarbeiten. Und deshalb werde es ab morgen
zur Urabstimmung kommen.
Grundsätzliche gesellschaftliche Auseinandersetzung
Ver.di-Geschäftsführer, Bernd Riexinger, begann seine Rede in der
Streikversammlung mit der Einschätzung, dass dieser Streik einer der
wichtigsten seit der ver.di-Gründung sei Er wies darauf hin, dass es
dringend notwendig sei die Erziehungs- und Sozialberufe besser zu
bewerten. Unter großem Beifall der Streikenden erklärte Bernd Riexinger,
dass es nicht sein könne, dass die Erziehung von Kindern und die
sozialen Dienste schlechter entlohnt werden als das Zusammenschrauben
von Autos. Und genau so unhaltbar sei es, dass Branchen in denen
hauptsächlich Frauen arbeiten, schlechtere Tarife haben als Branchen mit
Männerberufen. Diese Benachteiligung sage viel über den Zustand unserer
Gesellschaft aus. „Wir leben nicht mehr im Mittelalter oder
Frühkapitalismus mit einer Rollenverteilung Hauptverdiener Mann,
Zuverdienerin Frau. Jede und jeder muss von seinem eigenen Lohn und
Gehalt leben können. Auch für dieses Prinzip streiken wir“, so Bernd
Riexinger weiter. Wie zuvor Cuno Hägele betonte Bernd Riexinger, dass es
nicht zusammen passe, wenn einerseits Milliarden für die maroden Banken
locker gemacht würden und dann aber gesagt wird, es sei kein Geld mehr
da für Gesundheit, für die Renten, für Erziehung und Bildung oder für
die Erwerbslosen. Bei dem Streik ginge es deshalb um eine ganz
grundlegende Auseinandersetzung. Und es müsse ein Signal gesetzt werden,
dass auch unter den Bedingungen der Krise Verbesserungen erkämpft werden
könnten. Es zeige sich auch, dass sich viele nicht mehr für den
Erziehungsberuf bewerben, weil zu wenig verdient werde. Mehr Personal
gäbe es deshalb nur dann, wenn die Löhne erhöht würden. In diesem Streik
gehe es den Beschäftigten nicht nur um eine bessere Bezahlung, sondern
um eine soziale Gesellschaft. Das müsse den Eltern deutlich gemacht
werden. Dass viele Elternbeiräte in Stuttgart die Forderung nach
besserer Bezahlung öffentlich unterstützen begrüßte Bernd Riexinger. Er
schlussfolgerte daraus, dass man für diese Auseinandersetzung die
Mehrheit der Eltern hinter sich kriege. Bernd Riexinger nutzte die
Streikversammlung, auch um für die bundesweite Demonstration am 16.5.09
aufzurufen. Zudem stellte er in Aussicht, dass es den einen oder anderen
gemeinsamen Streiktag mit den Beschäftigten im Einzelhandel geben könnte.
„Zu wenig Zeit, zu wenig Geld, zu wenig Personal“
In einem bunten, lauten, kämpferischen Zug demonstrierten die
Streikenden nach der Streikversammlung vom Gewerkschaftshaus durch die
Innenstadt. Zu den Sprechchören gehörten: „Bei den Banken sind sie fix,
für die Bildung tun sie nix“ oder „Ohne Gesundheitsschutz ist alles
Schmu, deshalb bliebt die Kita zu“ In den Demozug reihten sich auch
Beschäftigte von freien und kirchlichen Trägern ein, die durch die
Anlehnung an die Tarifverträge von der Auseinandersetzung betroffen
sind. Sie waren nicht zum Streik aufgerufen, sondern mussten Urlaub
nehmen. Bei der Streikversammlung hatte bereits eine Kollegin einer
solchen Einrichtung eine Solidaritätserklärung ihres Teams verlesen und
klar gemacht, dass sie nicht bereit wären den Streik zu unterlaufen
indem in ihren Einrichtungen Notplätze eingerichtet würden. In
Kurzinterviews mit der Stuttgarter Zeitung brachte eine Kollegin ihre
Probleme treffend auf den Punkt: „Zu wenig Zeit, zu wenig Personal, zu
wenig Geld“. Eine 22jährige Erzieherin erklärte, Erzieherinnen hätten
eine hohe Verantwortung und es würden immer höhere Anforderungen an sie
gestellt. Und trotzdem verdiene sie so wenig, dass sie sich keine eigene
Wohnung und kein Auto leisten könne, bei ihren Eltern wohnen und jeden
Tage 30 Kilometer pendeln müsse. Abgesehen von den ver.di-Funktionären,
gab es nur vereinzelt Männer unter den Streikenden, weil Männer in den
Erziehungs- und Sozialberufen völlig unterrepräsentiert sind. Für den
29jährigen Erzieher Silvio Desiderio aus Stuttgart gibt es dafür eine
einfache Erklärung. Er bekomme mit EG 6, Stufe 2 gerade mal 1.300 Euro
netto raus. Davon könne man keine Familie ernähren. Er bräuchte dafür
netto 2.000 Euro im Monat. Seine Kollegin aus der gleichen Einrichtung
hat Glück. Sie wurde vor der Einführung des TVöD eingestellt und habe
durch den Verheiratetenzuschlag „noch deutlich mehr“ als ihr Kollege.
Es geht um Anerkennung und Wertschätzung
Auf dem Marktplatz vor dem Arbeitgebersitz Rathaus fand die
Abschlusskundgebung statt. Viele Punkte, die bereits bei der
Streikversammlung gesagt wurden, wurden noch mal in aller Öffentlichkeit
deutlich gemacht. Die stellvertretende ver.di-Landesvorsitzende, Dagmar
Schorsch-Brandt ging auf die enorme Arbeitsbelastung in den Kitas ein.
Sie erklärte, dass in Kitas bis zu 117 Dezibel Lärm gemessen werden. Das
sei so, wie wenn in 100 Meter Entfernung ein Flugzeug starte. Während
die Kolleginnen und Kollegen am Flughafen aber Ohrschutz hätten, werde
das Geld für bauliche Maßnahmen zur Verringerung des Lärms in den Kitas
verweigert. Es ginge in dieser Auseinandersetzung um Personalbemessung
und Gruppengrößen. Personalschlüssel und Gruppengrößen seien bei
steigenden Anforderungen mehr als 30 Jahre alt. Das Gerede von der
Kinderfreundlichkeit sei nur ein Lippenbekenntnis. Auch die
Sozialarbeiter, die Streetworker, die SchulsozialarbeiterInnen und
–psychologen hätten aufgrund ihrer Arbeitsbedingungen steigende
psychische Belastungen. Es gäbe deshalb immer mehr Überlastungsanzeigen.
Deshalb bräuchte man einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz. Und es gehe
um eine höhere Eingruppierung. Eine Erzieherin bräuchte die EG 9, eine
Kinderpflegerin die EG 7, SozialarbeiterInnen bräuchten mindestens 10.
Bernd Riexinger sagte, er sei stolz auf die Streikenden und seine
Gewerkschaft, weil „wir mit in der Wirtschaftskrise ein Signal geben,
dass wir für unsere Zukunft kämpfen und nicht den Kopf in den Sand
stecken“ Man wolle einen gerechten Anteil an einer reichen Gesellschaft
und so lange kämpfen bis man einen Erfolg erzielt habe.
Tom Adler, Betriebsrat von Daimler-Untertürkheim erklärte, dass die
Streikenden das Verständnis der Beschäftigen bei Daimler hätten auch
wenn sie vom Streik betroffen seien. Auch die KollegInnen in der
Metallindustrie wären von wachsender Arbeitsbelastung betroffen. Und
wenn die ErzieherInnen auf die Straße gehen, dann wüssten die Metaller,
dass es höchste Zeit ist Druck zu machen. Die gleichen Politiker, die
jetzt auf Wahlplakaten Bildung in den Vordergrund stellen würden, würden
den Erzieherinnen am Verhandlungstisch die kalte Schulter zeigen und er
sei sicher, dass die Kolleginnen und Kollegen am Wahltag den Heuchlern
die roten Karten austeilen. Das Geld in Stuttgart dürfe nicht in
Stuttgart 21 und andere hirnrissige Prestigeobjekte fließen, sondern in
verkraftbare Gruppengrößen, mehr Erzieherinnen und höheren Lohn. Er
schloss sich der Auffassung an, dass die gute und sozial wichtige Arbeit
der EzieherInnen genauso gut bezahlt werden müsse, wie die Arbeit in der
Autofabrik. „Wir werden alles tun, um das Verständnis unserer
Kolleginnen und Kollegen für Euren Kampf aufrechtzuerhalten und zu
fördern. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass sich in diesem Land
etwas dreht“, so Tom Adler. Am 13.Mai würden die Metallerinnen und
Metaller vor die Tore gehen, um gegen die herrschende Politik zu
demonstrieren. Und wir wollen, dass Euer Funke und Euere Energie
überspringt. Es müsse für alle heißen: „So nicht weiter, wir kämpfen“.
Fragwürdige Strategie der ver.di-Führung
Die Kommunal- und Bundestagswahlen sind zweifellos ein günstiger
Zeitpunkt, um für eine bessere Bezahlung in den Kitas und Sozialdiensten
zu kämpfen, zumal die SPD Wahlpropaganda gegen Dumpinglöhne macht und
gleichzeitig durch ihre führende Stellung im kommunalen
Arbeitgeberverband mitverantwortlich für die Niedriglöhne für die
ErzieherInnen ist. Die günstigste Voraussetzung für einen erfolgreichen
Streik für mehr Geld ist jedoch, dass in vielen Städten
Erzieherinnenstellen wegen der miserablen Bezahlung nicht mehr besetzt
werden können. Die Stadt München versucht seit einigen Monaten
bundesweit mit ihrer München-Zulage (105 Euro im Monat) und einer
garantierten Wohnung von 8 bis 9 Euro pro Quadratmeter Miete
Erzieherinnen anzulocken und veranstaltete dazu Schnupperwochenenden für
Erzieherinnen, Einkaufsgutschein inklusiv.
De facto ist es so, dass die Tarife des TVöD - nicht nur bei
ErzieherInnen – unter dem Marktpreis der Ware Arbeitskraft liegen. Das
ist das Ergebnis der Absenkungstarifverträge TVöD/TV-L, die ver.di ihren
Mitgliedern als „Meilenstein in der Tarifgeschichte“ verkaufte. Nach
Berechnungen des „Netzwerk für eine kämpferische und demokratische
ver.di“ verliert eine verheiratete Erzieherin mit einem Kind über die
Lebensarbeitszeit gerechnet 214.000 Euro gegenüber dem BAT. Der Versuch
durch Höhergruppierung einzelner Berufsgruppen den Schaden des
BAT-Ausstiegs zu begrenzen, isoliert andere Berufsgruppen, die durch den
TVöD/TV-L in eine ähnliche Lage gekommen sind. Hinzu kommt, dass ver.di
und GEW offiziell nicht für eine Höhergruppierung sondern für einen
Tarifvertrag Gesundheitsschutz streiken. Darüber läuft die Urabstimmung.
Die Forderung für den Tarifvertrag Gesundheitsschutz begrenzt sich auf
die Einrichtung einer betrieblichen Kommission, die den
Gesundheitsschutz überwachen soll. Das kostet die Arbeitgeber nichts und
bringt keine wirkliche Verbesserung. Würden die Arbeitgeber diesen
zahnlosen Tarifvertrag unterschreiben, wären ver.di und GEW wieder in
der Friedenspflicht. Das Netzwerk für eine kämpferische und
demokratische ver.di argumentiert dafür „den Kampf für eine bessere
Bezahlung mit dem Kampf für eine tarifliche Personalbemessung zu
verbinden“ Für Kitas wird ein Personalschlüssel von 5 : 1 (Fachkraft)
vorgeschlagen. Außerdem setzt sich das oppositionelle ver.di-Netzwerk
dafür ein, die Auseinandersetzung in den Erziehungs- und Sozialdiensten
zur Vorbreitung des Kampfes für die 35-Stunden-Woche in der Tarifrunde
2010 zu nutzen.
Kräfte bündeln
Es wäre wichtig, die Beschäftigten der freien und kirchlichen Träger mit
in den Streik einzubeziehen. Bei ihnen sind von den 600.000
Beschäftigten in den Erziehungs- und Sozialdiensten zwei Drittel bzw.
400.000 beschäftigt. Selbst wenn ver.di und GEW einen Erfolg bei der
Eingruppierung erzielen, müssten die freien und kirchlichen Träger dies
nicht übernehmen. Den Arbeitgebern würde dadurch die Möglichkeit
gegeben, durch weitere Privatisierung die Tarifverträge zu unterlaufen.
Dass aber selbst in kirchlichen Einrichtungen gestreikt werden kann,
zeigt ver.di gerade in der Diakonie. Nicht zuletzt wäre es notwendig,
die Kräfte zu bündeln. Ver.di ist neben den Erzieherinnen und
Sozialberufen mit dem Groß- und Einzelhandel, der Druckindustrie und
anderen Bereichen in Tarifauseinandersetzungen. Andere Belegschaften
kämpfen gegen Entlassungen. Vom 15.6. bis 19.06.09 planen SchülerInnen
und Studierende einen bundesweiten Bildungsstreik. Wenn all diese Kämpfe
zusammengeführt werden zu einer bundesweit einheitlichen Streikbewegung
wäre das eine wichtiger Schritt in Richtung bundesweitem Generalstreik.
Zumindest in Stuttgart gibt es die reale Perspektive, dass am 17. Juni
SchülerInnen, Studierende, ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen gemeinsam
streiken und sich darüber hinaus Beschäftigte und Eltern zahlreich an
einer gemeinsamen Demonstration beteiligen.
Fotos vom Warnstreik der Erzieherinnen in Stuttgart gibt es
hier.
Das Flugblatt vom Netzwerk für eine kämpferische und demokratische
ver.di gibt es hier.
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