Solidarität mit ArbeiterInnen und Jugendlichen in Ägypten
[Druckversion] Thema: Afrika, SAV, veröffentlicht: 06.04.2009
Für gewerkschaftliche und demokratische Rechte!
Text eines SAV-Flugblatts, das heute im Rahmen eines internationalen
Aktionstags bei einem Protest vor der ägyptischen Botschaft in Berlin
verteilt wurde:
Am 6. April protestieren ägyptische ArbeiterInnen und Jugendliche gegen
das repressive Regime von Präsident Hosni Mubarak. Millionen
ÄgypterInnen leben in schlimmer Armut, während eine kleine Minderheit
reicher Geschäftsleute aus diesem Elend massiven Profit ziehen. Diese
Bauunternehmer, Industrielle und Bänker leben im Luxus, den sie mit
ihren Freunden Hosni Mubarak und seinem Sohn Gamal teilen.
Am 6. April des vergangenen Jahres blieben viele ArbeiterInnen und
Studierende aus Protest der Arbeit fern. In der Stadt Mahalla im
Nil-Delta gab es gewalttätige Angriffe der Polizei auf ArbeiterInnen.
In diesem Jahr haben über 73.000 Menschen die Facebook-Seite der
„Jugendbewegung 6. April“ unterzeichnet. Sie fordern gemeinsam mit
anderen:
* Einen Mindestlohn von 1.200 ägyptische Pfund im Monat (ca. 150 Euro)
* Arbeitslosenunterstützung
* Preiskontrollen auf Lebensmittel und Gas
* Ein Ende der Privatisierungen von Banken, dem Gesundheits-, Bildungs-
und Transportwesen,
* Schluss mit polizeilicher Repression und Gewalt. Schluss mit dem seit
27 Jahren bestehenden Ausnahmezustand. Schluss mit Wahlfälschungen.
* Schluss mit dem Verkauf billigen Gases an Israel.
Die Sozialistische Alternative (SAV) und das Komitee für eine
Arbeiterinternationale unterstützen die ArbeiterInnen und Jugendlichen,
die in Ägypten mutig das Regime heraus fordern. Wir unterstützen den
Aufbau unabhängiger Gewerkschaften und einer Arbeiterpartei.
Die Arbeiterklasse Ägyptens hat die Kraft, Mubaraks Regime
herauszufordern. Studierende und Jugendliche sollten Verbindungen zu
denjenigen ArbeiterInnen aufbauen, die kürzlich Streiks durchgeführt
haben. Während gemeinsame Aktionen mit anderen wirklich demokratischen
Kräften sinnvoll sind, kann sich die Arbeiterklasse nur auf sich selbst
verlassen, wenn der ägyptische Kapitalismus – das System, das von Hosni
und Gamal Mubarak verteidigt wird – besiegt werden soll. Eine
sozialistische Gesellschaft mit einer demokratischen Wirtschaftsplanung
ist nötig, damit der Reichtum und die Ressourcen Ägyptens im Interesse
aller eingesetzt werden kann und wirkliche demokratische Rechte
existieren können.
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