Südossetien: Stopp aller militärischen Aktionen – Selbstbestimmungsrecht
für alle nicht anerkannten Republiken
[Druckversion] Thema: Asien, veröffentlicht: 09.08.2008
Erklärung von Sotsialisticheskoye
Soprotivleniye, russische Schwesterpartei der SAV, zu den
Ereignissen in Südossetien, 9.8.08
Zeitgleich mit der Eröffnung der olympischen Spiele in China, was die
Aufmerksamkeit der internationalen Massenmedien von den wirklichen
Problemen der Welt abzog, explodierte in Georgien der Konflikt über die
Anerkennung der Republik von Südossetien in eine offene militärische
Konfrontation. Der pro-amerikanische Präsident Georgiens, Michail
Saakaschwili, ließ Zchinwali, die Hauptstadt von Südossetien und andere
Regionen angreifen. Dabei wurden nach Angaben des südossetischen
Präsidenten über tausend Menschen getötet. Mindestens 15 Soldaten der so
genannten russischen „Friedenskräfte“, die in Südossetien stationiert
waren, wurden getötet. Als Antwort darauf schickte Russland Panzer und
begann mit Luftangriffen, laut Saakaschwili nicht nur auf georgische
Truppen sondern auch auf Flughäfen, Häfen und sogar auf Wohngegenden in
Südossetien. Saakashwili erklärte für Georgien den Kriegszustand und
ließ Reservisten einberufen.
Viele BewohnerInnen von Südossetien werden den Einmarsch zweifellos als
einen Akt der Verteidigung der friedlichen Bevölkerung vor der Agression
der georgischen Armee betrachten. Allerdings hat die Erfahrung der
blutigen ethnischen Konflikte, zum Beispiel im früheren Jugoslawien
gezeigt, dass der Einsatz von Truppen nicht die Sicherheit von
friedlichen EinwohnerInnen garantiert. Die Russische
„friendenserhaltende Mission“ die in Südossetien stattfand, ist
gescheitert. Es besteht die Gefahr, dass der aktuelle Konflikt andere
nicht anerkannte Republiken, wie Abchasien und Bergkarabach, in den
Konflikt hineinzieht. Der Kaukasus steht vor der Gefahr eines
ausgewachsenen regionalen Krieges mit einer möglichen Verwicklung
anderer Weltmächte.
Die Herrschenden in Russland und Georgien werden diesen Konflikt für
ihre eigenen Ziele nutzen. Der Kreml wird den gewöhnlichen GeorgierInnen
die Schuld geben und das Regime Saakashwili den normalen RussInnen.
Diejenigen, die leiden, werden – wie immer – die normalen BewohnerInnen
sein, OssetInnen und GeorgierInnen. In der nächsten Phase wird es in
Russland eine neue, rassistische Kampagne gegen GeorgierInnen geben.
Aber es sind genau diese Herrschenden, welche die Schuld an Tod und
Zerstörung tragen. Rassismus wird eingesetzt, um die Bevölkerungen
Georgiens, Russlands und Südossetiens entlang von ethnischen Linien zu
spalten. Wir dürfen ihnen nicht erlauben, ihre Interessen auf dem Rücken
der Bevölkerung durchzusetzen.
Wir rufen alle ArbeiterInnen und linke AktivistInnen in Russland,
Georgien, Südossetien und anderen Ländern auf, den sofortigen Stopp
aller Militäraktionen zu fordern. ArbeiterInnen können zur Lösung des
Konflikts nicht auf unkontrollierte Aktionen ihrer Regierungen oder auf
ausländische Intervention bauen; sie können sich nur auf ihre eigene
Kraft verlassen.
Für den sofortigen Stopp aller Militäraktionen und den Rückzug
aller Truppen aus Südossetien
Für das Selbstbestimmungsrecht von Südossetien und anderer, bisher
nicht anerkannter Republiken, ohne Militärinterventionen
Für gemeinsame Aktionen der arbeitenden Massen von Georgien,
Russland und Südossetien, um jene Regierungen zu stürzen, die Krieg
gegen die normale Bevölkerung führen
Für die Errichtung von Regierungen, welche die Interessen der
Arbeitenden verteidigen, Armut abschaffen und Frieden in der Region
sicher stellen. Für eine demokratische, sozialistische Föderation des
Kaukasus.
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