Alle gemeinsam für die Rettung der Bremer Krankenhäuser!
[Druckversion] Thema: SAV, Krankenhäuser für alle statt Profitmedizin für wenige, veröffentlicht: 16.07.2008
Aufruf der SAV Bremen zur Solidarität mit den Bremer Krankenhäusern
Für die Krankenhäuser geht es jetzt ums Ganze. Nach der Vernichtung von
über 100.000 Arbeitsplätzen droht nach Pressemeldungen jeder dritten
Klinik in Deutschland das „Aus“.
Auch in Bremen verweigert der rotgrüne Senat die dringend benötigten
Mittel für Investitionen und Umbaumaßnahmen. Die so verursachten
Defizite sollen durch die Streichung von 950 Vollzeitstellen auf die
MitarbeiterInnen abgewälzt werden. Und damit auf die Bevölkerung, die
ohne dieses Personal nicht mehr anständig medizinisch versorgt werden
kann. Wieder einmal sollen nicht die Reichen zur Kasse gebeten werden,
sondern die Arbeitnehmer und diejenigen, die auf kommunale Krankenhäuser
angewiesen sind.
Dagegen häufen sich bundesweit Proteste, die am 25.9. durch eine
zentrale Demonstration in Berlin zusammengefasst werden sollen. Auch in
Bremen vergeht kaum eine Woche ohne Betriebsversammlungen und
Protestaktionen. Zuletzt gegen die drohende Schließung der Kinderklinik
am KBM und gegen die Schließung einer internistischen Station am
Klinikum Nord.
Das Problem: Während die Gewerkschaft ver.di bundesweit gegen den
„Deckel für die Krankenhäuser“ mobil macht, haben ihre Vertreter im
Aufsichtsrat des Bremer Klinikverbunds vor zwei Wochen FÜR diesen
Kahlschlag gestimmt. Anstatt endlich auch in Bremen gemeinsame
Protestaktionen zu organisieren, fallen sie ihren KollegInnen damit in
den Rücken.
Weder die Beschäftigten, noch die Gewerkschaftsmitglieder sind dazu
vorher gefragt worden. Deshalb sind auch in Bremen gemeinsame
Betriebsrätekonferenzen und Betriebsversammlungen notwendig, zu denen
ver.di überall für den 8.9. aufruft. Auch die künftigen PatientInnen
sind nie gefragt worden, ob sie mit einer Notversorgung durch schon
jetzt überlastete Ärzte und Pflegekräfte einverstanden sind. Auch sie
brauchen die Chance, ihre Meinung über den geplanten Kahlschlag mit
einer Unterschriftenaktion zum Ausdruck zu bringen!
Denn Tausend Vollzeitstellen weniger bedeuten fast zweitausend
Arbeitslose mehr in Bremen!
Wenn diese Pläne durchkommen, würde der rotgrüne Senat nicht nur den
Pflegenotstand verschärfen, sondern auch die Arbeitslosigkeit und ihre
sozialen Folgen.
Die Bremer Partei „Die LINKE“ ist angetreten, um innerhalb und außerhalb
der Bürgerschaft gegen diese unsoziale Politik Widerstand zu leisten. Es
ist wichtig, dass ihr Fraktionsvorsitzender Peter Erlanson die Pläne des
neuen Klinikchefs Hansen im Aufsichtsrat abgelehnt hat. Aber das reicht
nicht aus. Die LINKE ist in der Bürgerschaft ebenso in der Minderheit
wie im Aufsichtsrat der Gesundheit Nord.
Um die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung und der Beschäftigten zum
Ausdruck zu bringen, sind daher gemeinsame Aktionen für die Rettung der
Krankenhäuser notwendig.
Dafür haben sich die Mitglieder der SAV in der Bremer LINKEN eingesetzt.
Bereits vor einem halben Jahr hat die LINKE auf einer Veranstaltung
zusammen mit Betriebsrats- und Gewerkschaftsvertretern eine
Unterschriftenaktion gegen Privatisierung und Personalabbau beschlossen.
Anstatt den Erfolg gegen die PPP-Pläne für das Klinikum Mitte zu nutzen,
wurden diese Beschlüsse jedoch bisher nicht umgesetzt.
Deshalb rufen wir nun alle betroffenen KollegInnen und Bürger auf, dafür
selbst aktiv zu werden. Nicht nur durch ihre Unterschrift für den
umseitigen Aufruf, sondern durch die Mitarbeit in einem Aktionskomitee,
das allen offen steht, die sich für die Rettung der Bremer Krankenhäuser
engagieren wollen.
V.i.s.d.P.: Heino Berg, Rückertstr. 25, 28199 Bremen
Alle gemeinsam für die Rettung der Bremer Krankenhäuser!
Die vom Senat und der Leitung des Klinikverbunds Nord geplante
Streichung von 950 Vollzeitstellen und die Schließung ganzer Stationen
an den kommunalen Krankenhäusern gefährden die medizinische Versorgung
in unserem Land.
Wir fordern die vollständige Rücknahme dieser Pläne und eine
ausreichende, öffentliche Finanzierung der städtischen Krankenhäuser.
Wir fordern von den Arbeitnehmer im Aufsichtsrat des kommunalen
Klinikverbunds und von ver.di ein klares Nein zu dieser massenhaften
Vernichtung von Arbeitsplätzen und gemeinsame Protestaktionen. Der
Aufruf der Gewerkschaft auf Bundesebene zu gemeinsamen
Betriebsversammlungen am 8.9. und zu einer zentralen Demonstration am
25.9. muss auch in Bremen aufgegriffen werden!
Wir unterstützen die Bildung eines offenen Aktionsausschusses zur
Rettung der Bremer Krankenhäuser und möchten über seine Aktivitäten
informiert werden.
Name Adresse/Tel. Gewerkschaft/Initiative Unterschrift
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