Sa 12.4.: Naziaufmarsch in Stolberg verhindern
[Druckversion] Thema: Rassismus, Faschismus, Nationalismus, veröffentlicht: 10.04.2008
Diesen Samstag, 12. April, findet in Stolberg bei Aachen ein
Nazi-Aufmarsch statt - allerdings mobilisieren diesmal "Kameradschaften"
und "Autonome Nationalisten" bundesweit und sogar in benachbarten
Ländern.
Anlass: letzten Freitag wurde in Stolberg ein Jugendlicher, der von
einer NPD-Veranstaltung kam, bei einer Auseinandersetzung mit jungen
Migranten getötet.
Möglicherweise wollen die Nazis dies nutzen, um in Stolberg in Zukunft
regelmäßig große Aufmärsche durchzuführen.
Die Nazis treten auch in der Region Aachen immer dreister und brutaler
auf. Eine Woche zuvor hatten sie eine Demo in der Aachener Innenstadt
mit 30 Leuten mit Knüppeln und Gas angegriffen, wurden aber in die
Flucht geschlagen. Die Antifaschisten aus der Region Aachen bitten
dringend um Unterstützung!
Hinzu kommen immer mehr Angriffe auf ImmigrantInnen, AntifaschistInnen
und Linke auch in anderen Gebieten Nordrhein-Westfalens: So haben vor
kurzem zwei Faschisten in Duisburg zwei Mitglieder von Linksjugend
[`solid] zusammengeschlagen.
Wir müssen uns gemeinsam wehren und mit aller Kraft verhindern, dass die
Nazis sich hier breitmachen! Ob in Stolberg, Aachen, Köln, im Ruhrgebiet
oder sonstwo: No pasarán (Sie kommen nicht durch)!
Treffpunkte:
Aachen: 9:20 vor dem Hauptbahnhof
Köln: 8:30 Infotafel im Hauptbahnhof
dokumentiert:
Aufruf des antifaschistischen Bündnisses:
"In den letzten Monaten nahmen Nazi-Aktivitäten in unserer Region
ständig zu. Neben NPD und Nazi-Kameradschaften machen sich in der
letzten Zeit selbsternannte "Autonome Nationalisten" breit, die durch
Kleidung und Symbolik versuchen, linke und alternative Kultur zu
kopieren, umzudeuten und zu vereinnahmen. Allen gemeinsam ist ein immer
aggressiveres und offensiveres Auftreten.
So kommt es regelmäßig zu rechten Provokationen und Übergriffen.
Vorläufige Höhepunkte waren ein Angriff auf die Privatwohnung eines
jungen Antifaschisten und ein erfolgloser Angriff von 30-40 Nazis auf
eine Antifaschistische Demo am 27.03.2008 in Aachen.
Jetzt bemühen sich NPD und Kameradschaften nach Kräften, den Fall des am
letzten Freitag in Stolberg erstochenen Jugendlichen zu
instrumentalisieren, um sich als Opfer darzustellen und gegen
MigrantInnen zu hetzen. Kaum einen halben Tag später sind über 100 Nazis
in Stolberg aufmarschiert und haben unter den Augen der Polizei
rassistische Parolen gebrüllt und den Hitlergruß gezeigt. Die
faschistische Szene hat bereits Vergeltung für ihren "Kameraden"
angekündigt und wird dies vermutlich zum Anlass nehmen, noch brutaler
gegen Linke, AntifaschistInnen, GewerkschafterInnen und MigrantInnen
vorzugehen.
Die rechte Szene zieht bereits einen Vergleich zu dem schwedischen
Salem, in dem im Jahr 2000 ein Neonazi bei einer Auseinandersetzung mit
MigrantInnen starb. Seitdem findet dort jährlich einer der größten
NS-Aufmärsche Europas statt. Da es neonazistischen Organisationen
anfangs gelang, ihren Aufmarsch als "Trauermarsch" darzustellen, hat die
Öffentlichkeit nicht reagiert.
Für kommenden Samstag, den 12.04. , rufen die "Autonomen Nationalisten"
der AG Rheinland und der Hamburger Neonazi Christian Worch zu einer
weiteren Demonstration auf. Diese soll am Mühlener Bahnhof, also in
einem migrantischen Viertel Stolbergs beginnen.
Am 26.04. will zudem die NPD erneut ihre Hetze in Stolberg auf die
Straße tragen.
Kommt alle am 12. April nach Stolberg und Helft mit, den
Nazi-Aufmarsch zu verhindern!
Antifa-Demonstration | Samstag, 12. April | 10 Uhr | Mühlener Bahnhof,
Stolberg
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