Elfenbeinküste: Erfolgreicher Kampf gegen Preissteigerungen
[Druckversion] Thema: Afrika, veröffentlicht: 05.04.2008
Die massiven Preissteigerungen bei elementaren Lebensgütern im letzen
Jahr sind ein internationales Phänomen. Die Menschen der Elfenbeinküste
haben jetzt bewiesen, dass ein Kampf dagegen möglich ist und erfolgreich
sein kann.
von Jan Rybak, Sozialistische LinksPartei (CWI Österreich)
Hunderttausende, überwiegend Frauen demonstrierten in den Straßen der
Hauptstadt Abidjan gegen die massiven Preissteigerungen bei
Lebensmitteln und Treibstoff. Die Polizei griff brutal ein. Sie setzte
Tränengas und Schlagstöcke ein. Immer wieder wurde auf die
DemonstrantInnen geschossen. Die Folge der staatlichen Repression war
eine Tote und über zehn schwer Verletzte. Die DemonstrantInnen wehrten
sich mit brennenden Reifen und Appellen an die Polizisten sich ihnen
anzuschließen, sie seien ja ebenfalls von den Preissteigerungen
betroffen. Nach dem zweiten Tag der Massenproteste war Präsident Gbagbo
zum Rückzieher gezwungen.
Hunger ist in Folge der Preissteigerungen an der Tagesordnung. Die
Leiterin des Welternährungsprogramms Josette Sheeran spricht in diesem
Zusammenhang von einer neuen Qualität des Hungers: „Wir sehen mehr
Hunger in den Städten als jemals zuvor. Wir sehen sehr oft, dass obwohl
in den Regalen genug Essen steht, die Menschen hungern, weil sie es sich
nicht mehr leisten können.“
Proteste dieser Art häufen sich in ganz Afrika. In Ländern wie Kamerun,
Burkina Faso und Senegal kam es in den letzten Wochen zu ähnlichen
Bewegungen der Massen gegen die Preissteigerungen. In der Elfenbeinküste
war Präsident Gbagbo gezwungen die Polizei zurück zu ziehen und eine
Senkung der Preise für Grundnahrungsmittel und Treibstoffe durchzusetzen.
Die Armen der Elfenbeinküste haben eine großen Sieg errungen. Er wird
ihr Selbstvertrauen steigern und den Weg zu neuen Protesten und
Bewegungen ebnen. I
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